Verfasste Beiträge ‘Walter Rosarius’

Peter Michael Porschen und Walter Rosarius

“Das ist so eine Investition von der man hofft, dass man sie niemals brauchen wird.” Peter Michael Porschen, erster Vorsitzender des „Vereins zur Erhaltung der Alten Kirche” in Langerwehe, lächelt. Knapp 18 000 Euro hat sein Verein, der derzeit etwa 300 Mitglieder hat, investiert, um das historische Gotteshaus auf dem Rymlsberg mit einer neuen Blitzschutzanlage auszurüsten. Peter Michael Porschen: „Der 24. April 1846 zeigt uns, wie wichtig so eine Blitzschutzanlage sein kann.” Denn genau an diesem Tag hat der Blitz in den Turm der Alten Kirche eingeschlagen. Porschen: „Der Kirchturm ist damals komplett ausgebrannt, alle Glocken, bis auf die Marienglocken, sind heruntergestürzt und mussten neu gegossen werden.” Schon damals, schmunzelt Porschen, sei das Gotteshaus versichert gewesen. „Und zwar für 1800 Taler bei der Rheinische Provinzial Feuersozietät.” Die Menschen in Langerwehe haben seinerzeit schon gut ein Jahr später mit den Arbeiten für einen neuen Glockenstuhl begonnen. „Und seitdem”, so Peter Michael Porschen, „sieht die Alte Kirche so aus, wie wir sie heute kennen. Eben nicht mehr mit einem spitzen Turm, sondern mit dem Zeltdach.” Die Anlage ist deswegen so teuer, weil im Zuge der Arbeiten auch eine neue Ringanlage um die Kirche gebaut werden musste. Außerdem waren Dachdeckerarbeiten fällig.

Die neue Blitzschutzanlage sind aber nicht die einzige Investition. die der Verein zur Erhaltung der Alten Kirche in diesem Jahr zu stemmen hat. In den nächsten Wochen soll mit dem Ausbau des Turmes begonnen werden. Walter Rosarius, Geschäftsführer des „Vereins zur Erhaltung der Alten Kirche”: „Wir müssen in unserem Turm eine Treppe einbauen, damit es möglich ist, für Wartungs- oder Reparaturarbeiten in den Glockenturm zu gelangen. Das ist bisher leider nicht möglich.” Auch die neue Treppe kostet zwischen 16 000 und 17 000 Euro. Wenn der Kirchenvorstand endgültig seine Zustimmung gibt, kann mit den Arbeiten begonnen werden.

„Diese Summen”, sagt Peter Michael Porschen, „muss der Verein aus seinen Mitgliedsbeiträgen und Spenden zusammen bekommen.” Deswegen sind Porschen und Rosarius auch auf (finanzielle) Hilfe angewiesen. Wer den „Verein zur Erhaltung der Alten Kirche” unterstützen möchte oder sich über dessen Arbeit informieren will, kann das unter der Rufnummer 02423/3871 tun. Auch Besichtigungstermine können vereinbart werden.

So sieht das Bild des Heiligen Florians aus.

Herbert Strasssfeld

„Ich weiß auch nicht, wo ich das her habe. Aber mein Opa war auch ein richtiger Künstler.“ Herbert Strassfeld aus Langerwehe ist ein sehr rühriger Mann. Seit Jahren engagiert der 67-Jährige sich im Verein zur Erhaltung der Alten Kirche, ist mittlerweile sogar Vorstandsmitglied und seit fast einem Jahrzehnt für das Lichterbild in dem historischen Gotteshaus auf dem Rymelsberg verantwortlich. „Eigentlich wollte ich das Lichterbild gar nicht machen“, erinnert sich Herbert Strassfeld. „Ich dachte, dass ich das nicht kann. Aber der damalige Pastor von Langerwehe, Rüdiger Hagens, hat mir Mut gemacht. Und gesagt: ‚Mit Gottes Hilfe schaffen Sie das schon.‘  Und er hatte Recht.“

Das Lichterbild erstrahlt immer am Töpfermarktwochende, diesmal also am 26. und 27. November, und zwar an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr. Die Verantwortlichen vom Verein zur Erhaltung der Alten Kirche verkaufen auf dem Markt im Töpfereimuseum, Pastoratsweg 1, kleine Teelichter, die dann entsprechend der Sandlinien von Herbert Strassfeld im Altarraum der Kirche aufgestellt werden. „Je mehr Kerzen desto besser“, lacht Vereins-Vorsitzender Peter-Michael Porschen. „Die Lichteraktion ist für uns wirklich zu einer sehr wichtigen Einnahmequelle geworden.“ An guten Töpfermarkt-Tagen leuchten in der Alten Kirche schon einmal rund 1500 kleine Kerzen.

Walter Rosarius, Trudi Prümer, Ulrike Schieren, Herbert Strassfeld und Peter Michael Porschen.

Das Motiv des Lichterbildes ist immer ein anderes, Herbert Strassfeld und seine Vorstandskollegen versuchen sowohl einen aktuellen, als auch einen Bezug zur Töpfergemeinde herzustellen. „Diesmal“, so Herbert Strassfeld, „haben wir uns für den Heiligen Florian entschieden, den Schutzpatron der Feuerwehr.“ Damit wollen Strassfeld und seine Kollegen der Langerweher Feuerwehr ein Dankeschön aussprechen. Walter Rosarius: „Die Feuerwehrleute helfen uns immer, wenn wir sie brauchen. Zum Beispiel, wenn es gilt, den Turm zu besteigen. Das ist wirklich toll.“ Für Herbert Strassfeld war das Floriansmotiv ziemlich anspruchsvoll. „Ich habe fast 20 Stunden daran gearbeitet“, sagt er. Zuerst zeichnet Herbert Strassfeld verschiedene Entwürfe, den, der ihm am besten gefällt, überträgt er auf ein Rasterdiagramm. „Die Raster klebe ich mit Folie auf den Kirchenboden. Dann kommt das Bild mit Kreide darauf, die Klebestreifen werden entfernt und zum Schluss werden die Sandlinien mit einem Trichter gemalt, die dafür sorgen, dass die Kerzen besseren Halt haben“, so Strassfeld. Der rüstige Senior, der auch leidenschaftlich gerne fotografiert, freut sich schon, wenn sein Florian im Kerzenschein erstrahlt. „Das ist ein schöner Moment. Und ich merke auch, dass die Kirchenbesucher dann immer ganz ergriffen sind.“ Vor dem Sonntags-Ansturm ist Herbert Strassfeld übrigens morgens ab acht Uhr in der Kirche. Und bessert aus. Damit der Florian tipptopp in Ordnung ist.

Unermüdlich für ihre Kirche im Einsatz: Norbert Strassfeld, Peter Michael Porschen und Walter Rosarius (von links).

Es ist dass wir unsere Alte Kirche hier in Langerwehe noch haben.“ Peter Michael Porschen, Norbert Strassfeld und Walter Rosarius gucken sich an. Die drei Männer engagieren sich im Vorstand des „Vereins zur Erhaltung der Alten Kirche“ und freuen sich, dass „ihre“ Kirche auf dem Rymelsberg in Langerwehe in den vergangenen Wochen und Monaten regelmäßig für Gottesdienste genutzt wird. „In unserer neuen Pfarrkirche“, so Vereinsvorsitzender Peter Michael Porschen, „wurd ja  die neue Orgel aufgebaut. Und deswegen fanden und finden die Gottesdienste jetzt hier statt.“ Die Alte Kirche ist 1157 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört worden. Walter Rosarius: „Und natürlich gibt es bei so einem alten Gemäuer immer sehr viel zu tun. Ich glaube, wir werden nie ganz fertig werden.“ So wurde im vergangenen Jahr ein Sturmschaden am Turm des Gotteshauses beseitigt, gleichzeitig wurde zudem ein Riss im Kirchengemäuer repariert. „Und das“, so Walter Rosarius, „hat mal eben weit über 12 000 Euro gekostet.“ Neue Projekte für die Zukunft sind etwa die Sanierung des Kirchturmes von innen. Außerdem muss die Treppe des Hauptzugangs zur Kirche dringend saniert werden. Walter Rosarius: „Der Turm ist aber sicher unser Hauptproblem. Er ist von innen in einem sehr schlechten Zustand.“ Geplant ist von Etage zu Etage im Turm eine Treppe einzuziehen, außerdem muss der Bodenbelag erneuert werden. Und auch in Sachen Blitzschutz müssen die Verantwortlichen des „Vereins zur Erhaltung der Alten Kirche“ aktiv werden. Auch diese Maßnahme kostet mehrere tausend Euro. „Die Zahl unserer Mitglieder“, so Walter Rosarius, „nimmt leider immer mehr ab. Auch daran versuchen wir verstärkt zu arbeiten.“ Grundsätzlich lassen die drei Männer sich in ihrem Tatendrang und vor allem in ihrem Einsatz für die Alte Kirche auf dem Rymelsberg aber nicht bremsen. „Und was wir hier selbst machen können“, sagt Norbert Strassfeld, „das machen wir auch selbst. Schnell und unbürokratisch.“

Am Tag des offenen Denkmals, 11. September, ist die Alte Kirche übrigens für Besucher geöffnet.

Klar, Langerwehe ist eine liebenswerte Gemeinde. Tolle Lage, nette Menschen, gute Verkehrsanbindung – das sind auf den ersten Blick die Vorteile der Töpfergemeinde. Aber haben Sie schon mal so richtig ernsthaft darüber nachgedacht, warum Sie gerne hier leben? Oder auch darüber, was Ihnen in Langerwehe nicht so gut gefällt?

Roswitha Hüftle, Martin Jung, Matthias Kurtz, Walter Rosarius,Alfons Schubert, Frenny Simons und Peter Michael Porschen haben das getan. Im  Rahmen der Serie “Mein Langerwehe”, der “Dürener Nachrichten” haben diese sieben “überzeugten Langerweher” versucht, in kurzen Worten zu formulieren, was ihnen an ihrer Heimat gefällt.  Lesen Sie selbst, was diese Sieben gesagt haben. Und wenn Sie auch eine Idee haben, was an Langerwehe so besonders ist, schicken Sie bitte eine Mail an toepfergemeinde@web.de Wir freuen uns sehr auf Ihre Zuschriften, die wir natürlich an dieser Stelle auch veröffentlichen werden. Ach ja, auch Kritisches ist durchaus erwünscht!

Roswitha Hüftle, 64 Jahre: “Wir sind 1982 nach Jüngersdorf gezogen und haben hier eine tolle Nachbarschaft vorgefunden. Mir gefällt, dass ich in Langerwehe mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren kann und alles bekomme, dass es das Töpfereimuseum gibt und mittlerweile bin ich sogar von dem Vereinsleben hier im Ort begeistert. Da mein Mann und ich gerne wandern, genießen wir die Lage am Eifelrand.“

Martin Jung, 49 Jahre: “Ich lebe seit 23 Jahren in Langerwehe, und meine Familie und ich fühlen uns hier wirklich sehr wohl. Zunächst einmal ist die landschaftliche Lage unserer Gemeinde durchaus sehr reizvoll. Eifel und Ardennen sind in kürzester Zeit zu erreichen, was mir deswegen ganz besonders gut gefällt, weil ich gerne Motorrad fahre. Aber auch für Radfahrer und Wanderfreunde gibt es hier sehr viele, gute Möglichkeiten. Und Langerwehe hat sehr, sehr nette Menschen. In den 23 Jahren, die ich hier lebe, haben sich viele gute Freundschaften entwickelt.“

Matthias Kurtz, 63 Jahre: “Ich lebe gerne in Langerwehe, weil das eine Gemeinde mit viel Tradition ist, die sich ihren dörflichen Charakter erhalten hat. Hier geht es nicht so anonym zu wie in der Großstadt. Mir gefällt vor allem die landschaftliche Lage am Fuße der Eifel und im We­hebachtal. Langerwehe hat seit 170 Jahren einen eigenen Bahnhof, der der Gemeinde gut tut. Das einzige, was mich stört, ist das Kraftwerk.“

Walter Rosarius, 66 Jahre: “Ich lebe gerne in Langerwehe, weil es hier ein funktionierendes Gemeinwesen gibt und viele Vereine, in die man sich sehr schnell integrieren kann. Was ich an Langerwehe ganz besonders liebe ist, dass wir hier sehr viele Möglichkeiten zur Naherholung haben: Wir können in den umliegenden Wäldern spazieren gehen, gleichzeitig haben wir aber auch die Möglichkeit, mit den Rädern viele flache Strecken zu fahren. Die Abwechslung ist in der Töpfergemeinde einfach sehr groß. Naja, und dann gibt es natürlich auch noch die vorzügliche Verkehrsanbindung hier am Ort.

Alfons Schubert, 71 Jahre: “Als gebürtiger Schlesier bin ich eigentlich Zugereister und fühlte mich viele Jahre als solcher. Mit einer echten Langerweherin als Ehefrau und im Verinsleben sehr aktiv, kann ich mich jedoch schon lange als Langerweher fühlen. Ich sehe Langerwehe als eine Gemeinde, die trotz finanzieller Probleme bestrebt ist, die Jahrhunderte alte Tradition einer Töpfergemeinde mit den heutigen Ansprüchen zu verknüpfen. Mein Wunsch ist, dass noch mehr Bürger der Töpfergemeinde den Wert unseres Töpfereimuseums, was ein echtes Kleinod ist, erkennen und für es einstehen.“

Frenny Simons, 51 Jahre: Ich lebe gerne in Langerwehe, weil Langerwehe einfach ganz viel Lebensqualität hat. Hier wohnen ganz viele nette Menschen, die Gemeinde hat eine tolle Lage und eine hohe Wohnqualität. Besonders gut gefällt mir, dass Langerwehe seinen dörflichen Charakter trotz seiner Größe noch behalten hat. Es gibt hier wirklich noch eine nahezu intakte Vereinsstruktur, die es zwar Neu-Bürgern manchmal etwas schwer macht sich zu integrieren, aber auch das gelingt mit der Zeit.“

Peter Michael Porschen, 51 Jahre: “Es herrscht in Langerwehe ein sehr positives Miteinander. Das gilt im Bezug auf die Menschen genauso wie im Bezug auf die Vereine in der Töpfergemeinde, die sich wirklich, wo immer es geht, gegenseitig unterstützen und helfen. Natürlich fehlt uns manchmal die finanzielle Unterstützung von Seiten der Gemeinde, das ist etwas, was man durchaus spürt. Aber selbstverständlich ist es für mich mehr als nachvollziehbar, dass die Gemeinde in Anbetracht ihrer desolaten Haushaltssituation nicht mehr tun kann, als sie derzeit tut.“