Verfasste Beiträge ‘Tonspuren’

Das Ensemble "Stilart" spielt im Töpfereimusem. Foto: Manfred Cogel

Am Montag, 14.Oktober, tritt das Ensemble Stilart um 20 Uhr im Töpfereimuseum Langerwehe auf. Florian Deuter, einer der angesehensten deutschen Barockgeiger überhaupt, spielt gemeinsam mit Darja Großheide (Traversflötistin und Organisatorin der “Tonspuren”), dem österreichischen Violoncellisten Leonhard Bartussek sowie dem italienische Cembalisten Luca Quintavalle ein Programm  mit den berühmten “Pariser Quartetten” Telemanns sowie Musik von Händel und Quantz.

Als Telemann 1737 nach Paris reist, wo er sich etwa acht Monate aufhalten wird, ist sein Ruhm als Komponist europaweit gefestigt. Seine 1733 erschienene “Tafelmusik”, aber auch seine sechs “Quadri” aus dem Jahr 1730,  haben dazu beigetragen und erfreuen sich großer Beliebtheit. Raubkopien sind im Umlauf. Telemann erwirbt das “Privilège du Roi”, welches ihn berechtigt, in Paris Instrumentalmusik zu veröffentlichen. 1738 erscheinen dort sechs neue Quartette von ihm im Druck, die von den berühmten Instrumentalvirtuosen Blavet, Guignon, Forqueray und Eduard mit großem Erfolg aufgeführt werden. Auch Quantz lobt die Stücke in seinem “Versuch einer Anleitung, die Flute traversiere zu spielen” 1752 als Musterbeispiele gelungener Komposition und erhebt die Gattung als “Probierstein eines echten Contrapunctisten”.

Zu den Abonenten telemannscher Kompositionen gehören auch der damals bereits in London ansässige Georg Friedrich Händel, ebenso wie der Flötist Johann Joachim Quantz aus Berlin und der Geiger Johann Georg Pisendel aus Dresden. Neu und charakteristisch für diese Generation deutscher Musiker ist die umfangreiche Kenntnis sowohl  französischer als auch italienischer Kompositions- und Instrumentaltechnik. Telemanns Interesse für polnische Volksmusik, die er immer wieder als Quelle der Inspiration nutzt, ergänzt die bunte Vielfalt um ein Weiteres. An den wichtigsten Musikzentren Deutschlands, zu denen etwa Dresden zählte, fand ein reger Austausch hervorragender Musiker aus ganz Europa statt, der natürlich zu einer Vermischung der Stile führen musste.

Während Italiener und Franzosen darüber streiten, wer von ihnen den “wahren” musikalischen Geschmack vertritt, freuen sich die deutschen Komponisten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts über die mannigfachen Möglichkeiten, die sich ihnen bieten; mal komponieren sie im französischen, mal im italienischen Stil, und das Beste: sie kreieren dabei ihren ganz eigenen, den sogenannten “Vermischten Geschmack”, der für die weiteren Jahrzehnte folgenreich sein wird und in ganz Europa begeisterte Aufnahme findet.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Veranstalter der “Tonspuren” ist der Förderkreis für das Töpfereimuseum Langerwehe. Der Eintritt kostet zwölf Euro.

Das Aaron-Quartett spielt am Montag, 16. September, im Töpfereimuseum.

Eines von Joseph Haydns ungewöhnlicheren Werken für Streichquartett, die „Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ wird das Aaron-Quartett Köln im Rahmen der beliebten Reihe „Tonspuren“ am Montag, 16. September, um 20 Uhr im Töpfereimuseum Langerwehe, Pastoratsweg 1, aufführen. Ursprünglich als Auftragswerk für den Domherren von Cadiz als Orchesterstück komponiert, ist die Streichquartettfassung von Haydn nochmals intensiviert. Haydn selbst erklärte dieses Werk später zu einem seiner schwierigsten, aber gelungensten. 
“Es war gewiß eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phantasie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, welche im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesprochenen Wortes lagen,“ hat es der berühmte Komponist einst formuliert.
Das Aaron-Quartett greift die ursprüngliche Idee aus der Entstehung des Werkes auf und löst es gleichzeitig aus seiner streng religiösen Ausrichtung: Gesprochene Lyrik erzeugt eine Gefühlswelt, korrespondierend mit den Bildern, die die Musik im Zuhörer erzeugen mag.  

Das „Aaron Quartett Köln“ sind Adrian Bleyer, Martin Ehrhardt, Florian Schulte und Leonhard Bartussek (als Gast). Die vier Musiker haben seit 2002 einen Ton kultiviert, der einerseits eine himmlische Versonnenheit, andererseits aber auch einen erdigen Klang mit Ecken und Kanten zulässt. Die „Tonspurenen“, eine in der Region einzigartige Kammermusikreihe der „Alten Musik“, finden an jedem dritten Montag im Monat im Saal des Töpfereimuseums statt. Die Reihe wird vom Förderkreis des Töpfereimuseums veranstaltet.

Eintrittkarten zum Preis von zwölf Euro können unter der Rufnummer 02423/4446 vorbestellt werden. Einlass zu dem Konzert ist ab 19.30 Uhr.

 

Die "Tonspuren" feiern ihren dritten Geburtstag.

Die "Tonspuren" feiern ihren dritten Geburtstag.

Zum dritten Geburtstag der Konzertreihe “Tonspuren” singt am Montag, 17. Juni, um 20 Uhr die niederländische Sopranistin Mirjam Wesselink de Barrientos im Töpfereimuseum Langerwehe. Sie wird vom russischen Gitarristen Michael Goldort teils auf der Gitarrenlaute teils auf der romantischen Gitarre begleitet.

Das Konzert findet am “Tag der Musik” statt, der immer Mitte Juni auf das reiche und mannigfaltige Musikleben in Deutschland aufmerksam machen will und vom Deutschen Musikinformationszentrum, organisiert wird.
Schon im Altertum war die Kombination aus Gesang und einem Zupfinstrument eine beliebte Form des Musikgenusses. So entstand ein wahrer Schatz an prächtigen Kompositionen, die im späten Mittelalter von den umherziehenden Troubadouren und Minnesängern zu Papier gebracht wurden. Viele dieser Musiker fanden in den unruhigen Zeiten des 13. Jahrhunderts am Hof der Kunstmäzens Alfons des Weisen (1221-1284), König von Kastilien und León, eine Zufluchtsstätte. Von diesem spanischen Monarchen stammen die berühmten „Cantigas de Santa María“, eine Sammlung altiberischer Lieder, die sowohl maurische als auch deutsche und französische Einflüsse erkennen lassen.

Auch die späteren Balladen und Romanzen aus der Renaissance und schließlich das in der Zeit des Klassizismus entstandene Kunstlied finden ihren Ursprung im mittelalterlichen Idiom der Troubadoure. Auf dem Höhepunkt dieser Entwicklung stehen im späten 18. Jahrhundert die Komponisten Sor und Giuliani, die mit ihrer Verknüpfung der klassischen Stilform und Akkordik mit frühromantischen Zügen ein neues Zeitalter einläuten: die Romantik.

Die “Tonspuren” werden vom Förderkreis für das Töpfereimuseum Langerwehe veranstaltet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, Schüler und Studenten haben freies Zuhören. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Kartenreservierungen werden unter der Rufnummer 02423-4446 entgegengenommen.


Darja Großheide (Traversflöte) und Gerhard Blum (Truhenorgel) spielen am Montag, 20. Mai, um 20.00 Uhr die „Tonspur Nr. 33 – Flöte und Orgel und Pfingsten“ im Töpfereimuseum Langerwehe. Foto: Willi Kronenberg

Erstmalig wird bei den Tonspuren im Töpfereimuseum Langerwehe am Pfingstmontag, 20. Mai, um 20 Uhr eine Truhenorgel zu hören sein. Die kleine, transportable Orgel wird von Gerhard Blum, Organist in St. Kunibert zu Köln gespielt. Er begleitet Darja Großheide (Traversflöte) bei einem Programm ausgewählter Sonaten, die im dritten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts komponiert wurden. Nachdem die Querflöte im Laufe der 1720er Jahren deutlich an Popularität gewonnen hatte, erschienen besonders im nördlichen Europa immer neue Notendrucke mit Sonaten für “Violine oder Flöte”. Handelte es sich bei dieser Angabe nur um einen verkaufstechnischen Kniff oder um mangelnde Kenntnis der Komponisten hinsichtlich der spezifischen Charakteristika dieses  neuen Modeinstruments Flöte? Möglich wäre es zumindest bei den “Methodischen Sonaten” von Telemann, Vorbilder gesanglicher Verzierungstechnik, oder bei den Sonaten des in Amsterdam wohnhaften Pietro Locatelli. Der französische Geiger Jean Marie Leclair hingegen differenziert einzelne Sätze für Violine und Flöte – nur aufgrund fehlender Doppelgriffmöglichkeiten der Flöte? Ganz anders Wilhelm Friedemann Bach, der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs, dessen virtuose Flötenstücke dem Instrument auf den Leib geschrieben scheinen und sich vermutlich am legendären Können des damals in Dresden arbeitenden Flötisten Buffardin messen. Dem “Scholastiker und Kanoniker von St. Kunibert zu Köln” widmete 1743 Giovanni Platti schließlich einen Band mit Flötensonaten. Spätestens hier hat die Querflöte ihre ganz eigene Farbe und Ausdrucksform gefunden, die sie zu einem der wichtigsten Instrumente der folgenden Jahrzehnte machen wird. 1739 komponiert Johann Sebastian Bach im “alten Stil” einige Stücke zum Thema Pfingsten, die bei diesem Pfingstmontagskonzert nicht fehlen dürfen. Sein Sohn Carl Phillip Emanuel Bach hingegen vergnügt sein Publikum  derweil mit “Flötenuhrstücken”.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr im Saal des Töpfereimuseum Langerwehe. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Die “Tonspuren” werden vom Förderkreis des Töpfereimuseums veranstaltet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, Kinder und Studenten sind erwünscht und erhalten freien Eintritt.

Am Montag, 18. März, spielen Alexander Puliaev (Hammerflügel) und Alexander Scherf (Violoncello) die „Tonspur Nr. 31 – Auf den Flügeln des Gesangs“ um 20 Uhr im Töpfereimuseum Langerwehe. Foto: Corinna Höbbel

Das nächste Konzert der beliebten Reihe ”Tonspuren” findet am Montag, 18. März, um 20 Uhr unter dem Motto “Kammermusik bei Fanny und Felix Mendelssohn” statt. Im Töpfereimuseum Langerwehe gastiert dann das Duo Alexander.
Dem Cellisten und Dirigenten Alexander Scherf und seinem Kollegen Alexander Puliaev am Hammerflügel gelingt es immer wieder, mit  intelligenten und feinfühligen Interpretationen ihr Publikum mitzureißen. Alexander Scherf wird wie im vergangenen Jahr in seinem Konzert über den “Dicken Lüderjahn”  durchs Programm führen. Sowohl Puliaev als auch Scherf treten mit den wichtigsten Ensembles der Alten Musik weltweit auf, sind vielseitige Kammermusiker und Instrumentalpädagogen, die an zahlreichen CD-Produktionen beteiligt sind.
Mit seinen zahlreichen „Liedern ohne Worte“ schuf Mendelssohn ein eigenes musikalisches Genre. Pianisten und Musikliebhaber bewundern an ihnen die konzentrierte formale Anlage und einen tiefsinnig-treffsicheren Ausdruck. Kompositorische Experimente in diese Richtung stammen aus Mendelssohns frühester Jugend. Zusammen mit seiner Schwester Fanny versucht er, das Direkte und Anrührende des Gesangs in einen neuen Instrumentalstil zu verwandeln.

Der musikalische Salon der Mendelssohns in Berlin steht exemplarisch für das Aufblühen der bürgerlichen Musikkultur zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Bedarf an Musik für den Hausgebrauch war enorm, und so entstand eine Flut von Arrangements bekannter Werke. Die hier gehörten zeitgenössischen Arrangements für Cello von Friedrich Grützmacher (1832-1903) treffen auch ohne Worte diesen intimen, vokalen Ton.

Ergänzt wird dieses Programm durch die „Grande Sonate“ von Helene Liebmann (1795-1859), die ebenfalls aus einer aufgeklärten, jüdischen Familie stammt. Sie trat öffentlich als Pianistin und Sängerin auf und publizierte – als eine der ersten Musikerinnen überhaupt in dieser Zeit – Werke unter ihrem eigenen Namen.

In ihrer hinreißenden Cellosonate variiert sie ganz ungeniert ein Thema aus Mozarts „Don Giovanni“.
Die “Tonspuren” werden vom Förderkreis des Töpfereimuseums veranstaltet. Einlass zum Konzert ist ab 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt zwölf Euro.