Verfasste Beiträge ‘Stephan Wenn’

Kathrin Ruhnau und Stephan Wenn

Deutschlands Fußball-Frauen sind Europameister. Mit einem 1:0 haben sie sich heute Nachmittag im Finale gegen Norwegen durchgesetzt. toepfergemeinde.de hat sich mit Kathrin Ruhnau (26) und Stephan Wenn (48) vom TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch über Damenfußball unterhalten. Ruhnau ist von Beruf Diplom-Finanzwirtin und spielt seit sieben Jahren Fußball beim TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch. Darüber hinaus ist sie noch Fußball-Obfrau für den Gesamtverein. Wenn ist Versicherungsmakler und trainiert das Team, das gerade in die Landesliga aufgestiegen ist. Er ist zudem zweiter Vorsitzender des TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch.

Haben Sie alle Deutschland-Spiele geguckt?
Stephan Wenn: Ja, das haben wir. Natürlich ist ein EM-Halbfinale zweifelsfrei ein Ereignis. Aber ich muss zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich bis wenige Tage vor Beginn der Europameisterschaft dieses Turnier gar nicht auf dem Schirm hatte. Das ist bei den Herren immer noch etwas ganz anderes. Die Deutschlandspiele haben wir aber alle gesehen.

Ganz ehrlich: Gucken Sie lieber Frauen- oder Männerfußball? Die Frage muss erlaubt sein, wenn Sie die EM vorher gar nicht „auf dem Schirm“ hatten.
Kathrin Ruhnau:
Männerfußball ist natürlich medial ganz anders aufbereitet und ist auch vom Ambiente etwas ganz anderes, weil das ganze Stadion voll ist und die Massen mitfiebern. Grundsätzlich finde ich aber von der Technik und der Taktik her Frauenfußball gar nicht so unattraktiv.
Wenn: Das Drumherum ist einfach bei den Herren total anders. Es ist ein Unterschied, ob ein Stadion mit 80 000 Leuten voll ist oder ob da 9000 sitzen und klatschen. Was man zur jetzigen EM sagen muss, ist dass unsere Frauen sich bis zu dem Halbfinalspiel sehr schwer getan haben im internationalen Vergleich. Das war bis Mittwoch keine gute Werbung für den Frauenfußball.

Aber irgendwie sehen die Männer nach 90 Minuten Fußball besser aus als die Frauen….So rein optisch.
Ruhnau:
Ich finde es bei den deutschen Frauen sehr angenehm, dass wir nicht nur den Stereotyp Fußballerin haben, wo man gar nicht mehr so genau erkennen kann, ist das ein Mann oder eine Frau. Wir haben relativ viele Frauen mit langen Haaren, und da liegt es einfach in der Natur der Sache, dass das Styling nach 90 Minuten Fußball nicht mehr so gut hält.
Wenn: Mein beliebtestes Beispiel in dem Zusammenhang ist immer Thorsten Frings. Der sah vor und nach dem Spiel schlimm aus.

Wie sind Sie beide überhaupt zum (Frauen-)Fußball gekommen?
Wenn:
Die Mannschaft hier in Jüngersdorf hatte keinen Trainer, meine Tochter hat in dem Team gespielt und mich gefragt, ob ich das nicht machen würde.
Ruhnau: Ich hatte von meinen Eltern das Verbot auferlegt bekommen, Fußball zu spielen. Ich war immer sportbegeistert, habe Leichtathletik gemacht. Meine Mutter hat aber immer gesagt, dass Fußball kein Sport für junge Mädchen ist. Weil da schon im Umgang miteinander eine andere Härte zu spüren ist als bei anderen Freizeitaktivitäten. Als ich 18 geworden bin und Abitur hatte, bin ich nach Jüngersdorf gegangen. Und es hat mir von Anfang an sehr viel Spaß gemacht. Ich war infiziert vom Fußball.

TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch

Was ist der Hauptunterschied zwischen Frauen- und Männerfußball?
Ruhnau:
Die körperliche Härte. Männer sind schneller, können ihren Körper ganz anders einsetzen. Da geht es definitiv mehr zur Sache als bei den Damen.

Und wer spielt besser?
Wenn:
Das kann man nicht vergleichen. Sie würden ja auch nie eine Hundert-Meter-Läuferin gegen einen Mann laufen lassen, um zu gucken, wer schneller ist. Es gibt sehr gut Fußball spielende Damenmannschaften. Aber die Akzeptanz fehlt immer noch. Der VfL Wolfsburg holt das Triple, und es wird in Deutschland kaum Notitz davon genommen. Das finde ich schon sehr schade.

Warum ist das denn so? Bei der Frauen-WM vor zwei Jahren gab es in Düren noch Public Viewing.
Wenn: Weil bei den Männern viel mehr Geld fließt.

Ja, aber wenn sich mehr Menschen für Frauenfußball interessieren würden, wäre das mit dem Geld kein Problem. Dann würden Sponsoren und Werbepartner auch da aktiv.
Wenn: Für viele, die lange Jahre Herrenfußball gucken, ist Frauenfußball einfach nicht attraktiv genug. Jemand, der Bayern München in der Bundesliga guckt, wird wahrscheinlich nicht die Damenmannschaft gucken, wobei die auch einen Top-Fußball spielen. Es ist einfach nicht zu vergleichen. Sie haben eine andere Dynamik, Körpersprache, Ausstrahlung.
Ruhnau: Und es gibt im Bereich des Frauenfußballs nicht so viel Skandalträchtiges. Bei den Herren fährt dauernd einer zu schnell über die Autobahn und wird dabei erwischt oder randaliert betrunken in der Disco. Das findet man im Damenfußball nicht. Das sind gestandene junge Frauen, die fast alle einen vollwertigen Beruf haben. Die bieten kaum Angriffsfläche. Die spielen nur guten Fußball. Und das ist in der heutigen medialen Welt relativ langweilig.

So sehen Siegerinnen aus!

Der Jubel der 150 Fans auf dem Vereinsgelände des TuS 08 Jüngesdorf/Stütgerloch am Königsbusch war riesengroß. Die Damenmannschaft von Fußball-Trainer Stephan Wenn schaffte in einem direkten Endspiel gegen Alemannia Straß mit einem mehr als deutlichen 4:0-Sieg als Tabellenzweiter den Aufstieg in die Landesliga. In der 10. und in der 20. Minute brachte Jessi Rehfisch die Mannschaft in Führung, die danach auch zu keinem Zeitpunkt mehr gefährdet war. Als Jasmin Hamann einen Foulelfmeter verwandelte, kannte der Jubel unter den Zuschauern keine Grenzen mehr. Aber selbst das war den deutlich überlegenen Jüngersdorferinnen nicht genug. Immer noch voll konzentriert und motiviert konnte in der 73. Minute Sonja Gillissen bravourös das 4:0 erzielen. Die Mannschaft um Coach Stephan Wenn und Co-Trainer Sven Kirfel spielte taktisch klug und überlegen und nutzte jede Chance; das Zusammenspiel war sehr gut. Alemannia Straß hatte dem nichts entgegen zu setzen. Stephan Wenn: „Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass ich mir zum Geburtstag den Aufstieg in die Landesliga wünsche. Und dieses Geburtstagsgeschenk haben sie mir gemacht.“ Klar, dass auch ein rauschendes Aufstiegsfestgefeiert wurde, das mit einer lustigen Treckerfahrt durch Jüngersdorf endete.

Katrin Ruhnau (links) und Stephan Wenn haben das Projekt initiiert.

„Wir wollen zusammen Spaß haben und zusammen Fußball spielen. Und wir hoffen, dass wir ganze viele Menschen finden, die das auch wollen.“ Stephan Wenn und Katrin Ruhnau vom TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch, einem Sportverein aus Langerwehe, starten am Samstag ein zumindest für den Kreis Düren bisher einmaliges Angebot.

Immer samstags wollen die Vorsitzende der Fußballabteilung und der zweite Vorsitzende des Gesamtvereins sich ab heute regelmäßig treffen, um mit behinderten Menschen, Kindern wie Erwachsenen, gemeinsam zu kicken.

„Wir sind zusammen bei der ‚Frauen-Fußballkonferenz des Deutschen Fußball-Bundes in Berlin gewesen“, erzählt Stephan Wenn. „Und da gab es auch einen Vortrag von behinderten Menschen, die voller Begeisterung von ihrem Hobby Fußball erzählt haben. Und diese Begeisterung war für uns so ansteckend, dass wir dieses Angebot unbedingt auch bei uns im Verein anbieten wollten.“ Katrin Ruhnau und Stephan Wenn haben in Berlin Anne Fischer vom Verein „Frau am Ball“ besucht, wo seit langem behinderte und nicht-behinderte Menschen miteinander Sport machen. Ruhnau: „Es war einfach toll, die Begeisterung der Leute zu beobachten.“

Bei ihren Mitstreitern vom TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch sind Stephan Wenn und Katrin Ruhnau sofort auf offene Ohren gestoßen. Die beiden haben zudem mit Vertretern verschiedener Behinderteneinrichtungen im Kreis Düren gesprochen. Katrin Ruhnau: „Alle waren begeistert und haben uns Mut zugesprochen. Und jetzt starten wir.“

Für die Behinderten entstehen keine Kosten, auch eine Mitgliedschaft im TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch ist nicht erforderlich. Stephan Wenn: „Wir wollen einfach zusammen Fußball spielen. Und wir wissen ja auch überhaupt nicht, wie viele zum ersten Training kommen. Vielleicht müssen wir ja irgendwann sogar die Gruppen trennen. Wir lassen uns überraschen.“

Wenn und Ruhnau können sich vorstellen, auch einmal ein Fußballturnier für Behinderte auf der Anlage in Jüngersdorf zu organisieren. Außerdem führen sie Gespräche mit der Gemeinde Langerwehe, um in den Wintermonaten eine Sporthalle nutzen zu können. „Einziges Problem“, sagt Stephan Wenn, „könnte für den ein oder anderen sein, bis nach Jüngersdorf zu kommen. Aber ich bin sicher, dass wir auch dafür eine Lösung finden werden. Zur Not richten wir eben einen Fahrdienst ein. Es ist uns wirklich ein Anliegen, dieses Angebot für die behinderten Menschen zu machen.“

Das erste Training für Fußball begeisterte Menschen mit einer Behinderung findet am Samstag, 25. Mai, von 9.30 bis 11 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Jüngersdorf, Am Köniigsbusch.

Wer sich näher über das Projekt informieren oder seine Unterstützung anbieten möchte, kann sich unter Telefon 0160/94463387 direkt an Stephan Wenn wenden.

TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch

Die Bezirksligistinnen vom TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch trafen jetzt auf das Team von Alemannia Straß. Von Anfang an entwickelte sich ein hochklassiges Spiel, mit viel Tempo und vielen Chancen auf beiden Seiten. Jüngersdorf ging in der achten Minute durch Diane Kreutz mit 1:0 in Führung. Ein satter Schuss aus rund 20 Metern landete unhaltbar im Tor von Straß. Die Jüngersdorferinnen machten daraufhin weiter Druck und wurden kurze Zeit später in der 13. Minute durch das 2:0 belohnt. Hier  allerdings durch tatkräftige Mithilfe einer Strasserin, die den Ball über die Torhüterin ins eigene Tor  abfälschte. Nach diesem 0:2 Rückstand drehten die Spielerinnen von Straß auf und spielten engagiert und zielstrebig
nach vorne. Der verdiente Anschlusstreffer fiel in der 21. Minute durch Jenni Napieraj. Sie war Dreh- und Angelpunkt im Strasser Spiel. Danach gab es aber wieder eine Chance für Jüngersdorf. Ein toller Spielzug, und der Ball ging nur knapp am Tor vorbei. In der 34. Minute fiel dann der Ausgleich durch einen schönen Freistoss direkt ins lange Eck des Jüngersdorfer Tores. Torschützin war wieder Jenni Napieraj. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeit. Nach der Halbzeit ging das Spiel ebenso weiter, wie es vor der Halbzeit aufgehört hatte. In der 59. Minute wird die Jüngersdorferin Diane Kreutz im Strasser Strafraum 11 Meter von hinten gefoult. Der Schiedsrichter verwehrt den Elfmeter und lässt weiterspielen.
Das Spiel ging von nun an hin und her. Chancen gab es jetzt auf beiden Seiten, um das Ergebnis für die jeweilige Mannschaft positiv zu gestalten. Beide Abwehrreihen und die beiden Torfrauen waren aber sehr gut aufgelegt und wehrten alle Bälle ab. In der 75. Minute spielt die Jüngersdorferin Sonja Gillissen einen tollen Pass auf Alice Wenn, die den Ball mit der Picke ins rechte untere Eck schiesst. Für die Torfrau unhaltbar.
Jüngersdorf führt 3:2. Nun waren die Strasserinnen wieder am Drücker, die unbedingt den Ausgleich wollten. In der 80. Minute wurde Diane Kreutz gefoult und musste ausgewechselt werden. Jüngersdorf war gezwungen nun zu wechseln und die letzten zehn Minuten gegen zu halten. In der 85. Minute fiel dann das 3:3 durch Alexandra Zerfas, die den Ball über die Jüngersdorfer Torfrau ins lange obere Eck schlenzte. Danach gab es nochmal eine Szene im Jüngersdorfer Strafraum, wo es einen Elfer für Straß hätte geben müssen, nach einem klaren Foulspiel. Auch hier lässt
der Schiedsrichter weiterspielen. So endete ein alles in allem faires und hochklassiges Spiel unentschieden.
3:3.

TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch

Die Damenmannschaft des TuS 08 Jüngersdorf-Stütgerloch betritt ihr jüngstes Heimspiel gegen die Tabellenführerinnenvon der SG Erfthöhen in die Eifel. Gespielt wurde auf dem Rasenplatz in Tondorf, der aber eher einem Acker glich. Beide Mannschaften spielten von Anfang an, ein schön anzusehendes Fussballspiel. Bereits in der dritten Minute auch die erste gute Aktion von den TuS-Frauen. Das Spiel ging hin und her. Erfthöhen erspielte sich mit zunehmender Spieldauer auch mehr Chancen und ging dann in der 29.Minute mit 1:0 in Führung. Nach diesem Tor gab es bei den Mädels aus Jüngersdorf  einen leichten “Bruch” im Spiel und die Konsequenz daraus war das 2:0 in der 36.Minute. Bis zur Halbzeit hatte Erfthöhen noch die ein, oder andere Chance, vergab sie aber alle kläglich. Nach der Pause wollte Jüngersdorf dann Druck nach vorne machen. Aber Erfthöhen hielt dagegen und spielte wieder mehrere Chancen aus, die aber alle ungenutzt blieben. Nennenswert ist ein Schuss ans Lattenkreuz in der 60.Minute. In der 66. Minute hatten die TuS-Mädels den Anschlusstreffer gleich zwei Mal auf dem Fuß, aber die Torfrau von Erfthöhen konnte diesen verhindern. In der 72.Minute dann eine spielentscheidende Situation: Ein Schuss kommt in Richtung Jüngersdorfer Strafraum, Heike Fleck dreht aich mit dem Rücken zum Ball und der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter. Die Hand der Jüngersdorfer Spielerin war zu keinem Zeitpunkt am Ball. Der Schiedsrichter begründete die Entscheidung nach
dem Spiel mit einer “abnormalen” Körperdrehung. Den Elfmeter verwandelt Erfthöhen sicher zum 3:0. Doch wer gedacht hat, dass Jüngersdorf jetzt aufgab, der sah sich getäuscht. Jetzt entwickelte die Mannschaft ungemein viel Druck und kam verdient in der 81.Minute durch Sonja Gillissen zum Anschlusstreffer, zum 3:1. Jetzt spielte das Team fast wie aus einem Guss und in der 87.Minute fiel dann das 3:2 durch Diane Kreutz, nach Flanke von Denise Ruhrig. Das Spiel endete mit 3:2 für Erfthöhen.