
Die Pfarrkirche in Langerwehe war zur Orgelweihe bis auf den letzten Platz gefüllt

Weihbischof Dr. Johannes Bündgens segnete das neue Instrument.
Endlich war es so weit. Am Patronatsfest Ihres Schutzpatrons, des hl. Martin, hat Weihbischof Dr. Johannes Bündgens in einem feierlichen Pontifikalamt die neue Orgel der Firma Hermann Eule aus Bautzen in der Pfarrkirche St. Martin Langerwehe geweiht. In der Wehter Pfarrkirche gab es keinen freien Platz mehr, etliche Gläubige mussten sogar stehen, um dem denkwürdigen Ereignis der Orgelweihe, das es so schnell ganz sicher in der Töpfergemeinde geben wird, beizuwohnen. Etliche Vertreter der ortsansässigen Vereine waren gekommen, und ganz sicher auch viele, die den ein oder anderen Euro für die neue Orgel gespendet hatten.
Zusammen mit Pastor Rüdiger Hagens, der von 1997 bis 2009 in Langerwehe wirkte, und der kurz nach seinem Amtsantritt den Orgelbauverein St. Martin mit gegründet hat, mit Pastor Heinz Portz, dem jetzigen Pastor und Gemeindeleiter der Gemeinschaft der Gemeinden Inden/Langerwehe und Diakon Josef Rothkopf, zelebrierte der Weihbischof aus Aachen die Heilige Messe.

Auch Diakon Josef Rotkopf (links) und Pfarrer Rüdiger Hagens (Mitte) nahmen an der Festmesse mit dem Weihbischof teil.
Die Festmesse wurde vom St. Martinus Kirchenchor, der gleichzeitig sein 150jähriges Bestehen feierte, musikalisch gestaltet. Der Chor sang die St.- Thomas-Messe von Klaus Fischbach und wurde von einem Bläserensemble aus Kornelimünster unter der Leitung von Didier Dhont begleitet.Gleich nach dem Einzug zu Beginn des Gottesdienstes stiegen die Priester und Weihbischof Bündchens die steile Wendeltreppe zur Orgelbühne empor, um dort die Weihe der prächtigen Orgel zu vollziehen. Im Anschluss daran ertönte dann die neue Orgel , auf der Kantor Josef P. Eich, ehemaliger Orgelsachvertändiger des Bistums mit dem Werk ”Carillon de Westminster, Opus 54″ von Louis Vierne eine erste Probe seines Könnens gab.
Zur Gabenbereitung folgte “Variations de Concert, Op. 1 von Joseph Bonnet und während der Kommunion “Partita über „Quand le Sauveur Jésus Christ fut né de Marie“” von Pierre d‘ Andrieu.
Vor dem Schlusssegen bedankte sich die Juniorchefin der Firma Eule, Ann Christine Eule für das große Vertrauen der Pfarrgemeinde St. Martin, und für die hervorragende Zusammenarbeit während der gesamten Planungs- und Aufbauphase sowie für die ausgesprochen fürsorgliche Betreuung ihrer Mitarbeiter, die seit dem 4. Juli in Langerwehe mit Orgelaufbau und -intonation beschäftigt waren. Kurt Gielgen, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates erwiderte den Dank und stellte fest, dass von Anfang bis Ende das ganze Projekt, auch unter Beteiligung der Firmen für die Änderung der Orgelbühne immer pünktlich und korrekt abgewickelt wurde. Er lud die Kirchenbesucher im Anschluss an den Gottesdienst zu einem frohen Miteinander ins Pfarr- und Jugendheim ein mit den für den 11.11. treffenden Worten „komm, losse me fiere“. Den schließlich wird an diesem Tag nicht nur das Fest des Langerweher Pfarrpatrons gefeiert, sondern im Rheinland auch der Beginn des Karnevals.
Nach dem Segen und dem Tedeum brillierte Josef P. Eich mit “Toccata und Fuge d-Moll BWV 565″ von Johann Sebastion Bach auf der neuen imposanten Orgel und riss die Besucher zu wahren Beifallsstürmen hin.

Der Vorstand des Orgelbauvereins Langerwehe.
Beim anschließenden Empfang im Pfarr- und Jugendheim bedankte sich der erste Bürger der Gemeinde, Bürgermeister Heinrich Goebbels vor allem beim Orgelbauverein St. Martin, der seit seiner Gründung im Jahre 1997 bis jetzt mit vielen Aktionen und Attraktionen die stolze Summe von 325.000 Euro gesammelt hat. Zwar fehlen jetzt noch 25.000 Euro, die die Pfarrgemeinde vorgestreckt hat, und weitere 150.000 sind notwendig, um das große Instrument endgültig zu vollenden , und darum, so der Vorsitzende Kurt Gielgen, werde der Orgelbauverein auch in den nächsten Jahren weiter am Ball bleiben und die Mitbürger aus Langerwehe auch in Zukunft zu weiteren Spenden animieren.

Die neue Eule-Orgel von Langerwehe - ein wahrhaft prächtiges Instrument.
Zwei Tage nach der Orgelweihe präsentierte Orgelbaumeister Armin Zuckerrieder das königliche Instrument und erläuterte anhand einer eindrucksvollen Bilddokumentation den Aufbau der Orgel mit den jeweiligen Bauteilen, Registern, Manualen und Pfeifen und wurde von der Juniorchefin Ann Christine Eule und dem zweiten Domorganisten am Kölner Dom, Ulrich Brüggemann unterstützt.
Im Anschluss fand dann das erste Konzert auf der neuen Orgel statt. Ulrich Brüggemann spielte Werke von Jean Adam Guilain, Johannes Sebastan Bach, Gustav Biener und César Franck.
Die vielen Besucher erfreuten sich an der Klangfülle ihrer „neuen Königin“ und so bleibt zu hoffen, dass im Rahmen ihrer Konzertreihe „Sommerkonzerte“ und darüber hinaus, die neue Orgel das Pfarrleben in St. Martin und die Kulturszene in der Töpfergemeinde in Zukunft weiter bereichern wird.