Verfasste Beiträge ‘Schnee’

Bei der Langerweher Feuerwehr stehen rund 400 gefüllte Sandsäcke für den Überschwemmungs-Notfall bereit.

Vom Wasserverband Eifel-Rur gab es  dieser Tage Entwarnung: Es taut zwar seit einigen Tagen mächtig, trotzdem ist vermutlich in den Stauseen der Region genug Platz für das viele Wasser. „Wir haben errechnet“, so Joachim Lange, zuständig für die Bewirtschaftung der Talsperren beim Wasserverband Eifel-Rur, „dass wir rund 60 Millionen Kubikmeter in Form von Schnee hatten. In unseren vier Talsperren, also der Oleftalsperre, der Urfttalsperre, der Rurtalsperre und der Wehe­bachtalsperre, sind im Augenblick 90 Millionen Kubikmeter frei.“ Bei Tauwetter und einer Menge Regen, wie sie für die Jahreszeit normal wäre, so Lange, drohe in und um Düren kein Hochwasser. Joachim Lange: „Aber die Regenmenge ist natürlich die große Unbekannte.“

Abendliche "Überstunden": Bei der Freiwilligen Feuerwehr werden Sandsäcke befüllt.

Die Langerweher Feuerwehr jedenfalls ist für den Hochwasser-Notfall bestens gerüstet. “Wir halten immer eine gewisse Anzahl an gefüllten Sandsäcken im Gerätehaus Langerwehe zentral für das ganze Gemeindegebiet vor”, so Timo Löfgen, Löschgruppenführer in Langerwehe. Teile des Vorrats sind allerdings bei Einsätzen in Heistern, Wenau und Merode aufgebraucht worden.  Löfgen: “Dort liefen größere Mengen Wasser über Straßen und teilweise auch in Häuser hinein.” Deswegen hat die Wehter Wehr in abendlichen “Überstunden” ihren Bestand an Sandsäcken wieder aufgefüllt und gleichzeitig aufgrund der aktuellen Witterungslage etwas erhöht,  um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. “Die Flutgräben und kleineren Bäche im  Gemeindegebiet sind nämlich an Ihren Kapazitätsgrenzen”, erklärt Timo Löfgen. ” Bei weiteren starken Regenfällen in den nächsten Tage könnte es daher zu kleineren Überflutungen kommen”.  Und der Wehr-Chef weiter: “Es lagern jetzt rund 400 gefüllte Sandsäcke in Langerwehe.”

Zwei Schnee-Forscher am mittlerweile geschmolzenen Objekt: André Goerres und Andreas Herten (von links).

Na, können Sie das Wort Schnee noch hören? Oder bekommen Sie dann sofort Ausschlag? Weil ununterbrochenes Schneeschippen an Weihnachten doch nicht so toll ist? Oder mangelhafter Winterdienst und nicht abgeholter Müll eher nervig sind als alles andere? Egal, heute geht´s hier – trotz Tauwetter – noch einmal um die weiße Pracht. Weil wird es nämlich jetzt endlich schwarz auf weiß haben: So viel Schnee wie im Dezember 2010 hatten wir seit 1892 noch nie. NOCH NIE. Das ist ab sofort wissenschaftlich belegt. Höchst wissenschaftliche sogar. Von zwei frisch diplomierten Physikern. Andreas Herten aus Langerwehe und sein Kollege André Goerres haben drei Tage lang über 28.000 (!) Wetterdaten vom Deutschen Wetterdienst ausgewertet. Und ihre Ergebnisse auch auf ihrem Physikblog ins Internet gestellt.
Herten: „Es gab einfach kein Weihnachtsessen, bei dem nicht der Satz auftauchte. So viel Schnee hatten wir ja noch nie. Da ist uns der Gedanke gekommen, das doch zu überprüfen.“ In sieben (mehr oder weniger komplizierten) Graphiken haben die beiden Jung-Physiker die Ergebnisse ihrer Forschungen zusammen getragen.
Herten: „Die Daten vom Deutschen Wetterdienst werden zum Glück im Internet veröffentlicht. Und die haben wir uns zu Nutze gemacht.“ Zunächst haben Andreas Herten und André Goerres sich mit den maximalen Schneehöhen beschäftigt und alle Daten seit 1892 (ältere Daten wurden nicht aufgezeichnet) durchforstet.  Die Wetterstation, deren Daten den komplizierten Auswertungen zu Grunde liegen, steht übrigens in Aachen. Aber, so die beiden Physiker, die Ergebnisse der Aachener Station könnten qualitativ durchaus auf Langerwehe übertragen werden.

Anfangs sag es anfangs in Sachen Rekordwinter übrigens gar nicht so gut aus: So war der Dezember 2010 mit einer maximalen Schneehöhe von 37 Zentimetern schon ziemlich gut, aber 1969 lag der Schnee am Wehebach noch sechs Zentimeter höher, also immerhin 43 Zentimeter hoch! Die durchschnittliche Schneehöhe für alle Tage, in denen im Dezember Schnee lag, betrug 2010 13,23 Zentimeter. «Das», so Andreas Herten, «ist zwar schon ziemlich viel, aber im Winter 1960/61 lagen durchschnittliche 18,25 Zentimeter Schnee.»
Weiter geht es mit der Anzahl der Schneetage und der Summe der Schneehöhen. Und siehe da: Addiert man alle Schneehöhen im Dezember, versanken wir hier unter sage und schreibe 416 Zentimetern weißer Pracht. André Goerres: «So lange und so viel Schnee wie im vergangenen Dezember gab es seit 1892 hier noch nie.»
Klar, dass sich die beiden Wissenschaftler auch der Frage gewidmet haben, wie oft es seit 1892 schon weiße Weihnachten gegeben hat. Herten: «Das war in den 118 Jahren nur acht Mal. Und so gesehen war Weihnachten 2010 auf jeden Fall etwas Besonderes.»
Wer glaubt, dass wir in Sachen Schnee für diesen Winter schon alles hinter uns haben, den müssen Andreas Herten, der übrigens in Langerwehe auch die St.-Georg-Pfadfinder-Gruppe leitet, und André Goerres enttäuschen. «Eigentlich», so Herten, «sind die Monate Januar und Februar immer die mit dem meisten Schnee. Da kann also noch so einiges auf uns zu kommen.»
Die Auswertung der Unmengen von Wetterdaten hat den beiden Jung-Physikern übrigens jede Menge Spaß gemacht, «weil man so etwas als Physiker halt eben auch lernt und machen muss. Und wir haben die Wetterdaten einfach mal durch unsere Physikerfinger wandern lassen.»

Ach ja, wer mehr Ahnung von Physik hat, als wir hier in der Redaktion von toepfergemeinde.de kann ja mal einen Blick auf die Original-Berechnungen der beiden Physiker werfen. Ein Klick genügt!

Immer sicher zum Ziel! Feuerwehrautos mit Schneeketten! Foto: Feuerwehr Langerwehe

Nun beteiligt sich auch die Freiwillige Feuerwehr an der toepfergemeinde.de-Winterbild-Aktion. Toll. Und schreibt uns dazu folgende Mitteilung, die wir gerne an dieser Stelle veröffentlichen:

“Auch die Feuerwehr Langerwehe ist bestens für den Winter gerüstet. Zwei bundeseigene Löschfahrzeuge, die in Langerwehe stationiert sind, verfügen über Schneeketten. Durch das Ordnungsamt konnten jetzt aber noch kurzfristig für drei weitere kommunale Löschfahrzeuge Schneeketten beschafft werden. So ist sichergestellt, dass die Feuerwehr Langerwehe auch bei stark verschneiten Straßen und Wegen den Bürgern in adäquater Zeit zu Hilfe kommen kann. Allerdings ist auch die Feuerwehr auf die Hilfe der Bürger angewiesen! Die meisten Langerweher Feuerwehrfahrzeuge haben zwar Löschwasser in unterschiedlichen Mengen an Bord, aber insbesondere bei größeren Bränden muss die Feuerwehr auf das öffentliche Hydrantennetz zurückgreifen. Daher bittet die Feuerwehr die Bürger, die Hydranten in ihrer Nähe möglichst von Schnee und Eis zu befreien. Liegt nämlich erst einmal ein riesiger Schneehaufen auf einem Hydranten, ist dieser quasi nutzlos und im Ernstfall verstreichen wertvolle Minuten.”

Wer mag hier wohl schlafen? Foto: Alois Sievers

Das nächste Winterbild ist da. Alois Sievers, Chef der Interessengemeinschaft der Langerweher Vereine, hat heute Morgen dieses warme Übernachtungsplätzchen entdeckt. Oberhalb des Jüngersdorfer Sportplatzes hat es sich hier jemand gemütlich gemacht – mit unverbaubarem Blick auf der Kraftwerk in Weisweiler.  Obwohl – ob es in diesem schwarzen Zelt wirklich kuschelig, warm und gemütlich ist, wissen wir nicht. Aber wem auch immer es gehört: Wir wünschen Ihnen auch noch einen dicken Mumienschlafsack!

Frohe Weihnachten im Schnee! Foto: Andreas Herten

Das nächste Winterbild an die Redaktion von toepfergemeinde.de kommt von Andreas Herten. Andreas Herten ist Chef der Wehter Pfadfinderschaft St. Georg und darüber hinaus noch ganz frisch diplomierter Physiker (herzlichen Glückwunsch von dieser Stelle!) und war an Weihnachten zu Besuch bei seinen Eltern in Langerwehe. In diesem Jahr standen allerdings nicht nur Geschenke-Auspacken und  Weihnachtsbraten-Genießen auf dem Festprogramm, sondern auch jede Menge Schneeschippen. Und weil man ja als Pfadfinder bekanntermaßen jeden Tag eine gute Tat tun soll, hat Andreas Herten gleich der gesamten Nachbarschaft an Nikolausberg und Bergstraße nach dem Schneeschippen ein frohes Weihnachtsfest gewünscht. Mit schwarzer Farbe. Eine tolle Idee eigentlich, nur schade, dass der liebe Schriftzug ziemlich schnell wieder eingeschneit war… Aber morgen ist ja Silvester, und dann soll es ja auch schon wieder schneien, und wer weiß, vielleicht ist Andreas Herten zum Jahreswechsel mal wieder in Langerwehe…. Wir gehen jedenfalls sicherheitshalber morgen mit Kamera bewaffnet bei ihm zu Hause vorbei. Wer weiß…