Verfasste Beiträge ‘Pier’

Die „Westerwaldsterne“ aus Uckerrath zeigten bei der Prunksitzung in Pier eine prima Tanzshow mit akrobatischen Elementen. Die Verantwortlichen der KG „Rot-Weiß Pier“ hatten ein tolle Programm zusammengestellt.

Die „Westerwaldsterne“ aus Uckerrath zeigten bei der Prunksitzung in Pier eine prima Tanzshow mit akrobatischen Elementen. Die Verantwortlichen der KG „Rot-Weiß Pier“ hatten ein tolle Programm zusammengestellt.

Das Festzelt in Pier platzte aus allen Nähten! Die Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß Pier“ hatte zu ihrer großen Prunksitzung eingeladen, und Präsident Hans-Winand, vielen besser bekannt als Wiemel Hamacher konnte im ausverkauften Saal bunt kostümierte Narren begrüßen. Und die feierten bis weit nach Mitternacht eine tolle Sitzung!

„Das war wirkliche eine der besten Sitzungen, die wir in Pier je hatten“, so Dirk Huizing, erster Vorsitzender der KG „Rot-Weiß Pier“, und der Mann hat Recht: Das Programm der Prunksitzung konnte sich wirklich sehen lassen. Mit von der Partie waren die Tänzerinnen der Garde aus Pier, Stimmungssänger Rolf Weber und „De 5 Fleje“, eine Musikgruppe aus Bergheim und Köln, die das ganze Festzelt kurzerhand in eine einzige Tanzfläche verwandelte.

„Engel Hetttwich“ alias Hedwig Sieberichs eroberte die Herzen des Publikums im Sturm.

„Engel Hetttwich“ alias Hedwig Sieberichs eroberte die Herzen des Publikums im Sturm.

Das Duo „Harry und Chris“ spielt auf der Bühne abwechselnd auf gleich zehn Instrumenten – beim Publikum gab es kein Halten mehr. Viel Applaus gab es auch für das Traditionsreiterkorps Jan van Werth aus Köln, das mit 110 Leuten die Bühne eroberte, und die „Westerwaldsterne“. Bei dieser Truppe aus Köln zeigen über 30 Tänzerinnen und Tänzer aus Uckerrath eine akrobatische Luftshow der Sonderklasse.

Aber auch die Freunde guter Büttenreden kamen in Pier voll und ganz auf ihre Kosten: „Et Hühldöppe“ alias Werner Heck aus Bütgenbach in Belgien sorgte mit seinen Zungenbrechern am laufenden Band für jede Menge Lacher, aber auch René Külzer, der im Karneval als „Et Schwarwachmüsje“ unterwegs ist und „Engel Hetttwich“ alias Hedwig Sieberichs eroberten die Herzen des Publikums im Sturm.

Und als „Lieselotte Lotterlappen“ (Joachim Jung) ganz zum Schluss um Mitternacht die Bühne eroberte und mit einer tollen Rede die Karnevalisten begeisterte, waren die Pierer Karnevalisten immer noch sehr konzentriert. „Frau Lotterlappen“ durfte jedenfalls erst nach drei Zugaben die Bühne wieder verlassen. Klar, dass auch Hanifi und Astrid Can, das amtierende Langerweher Prinzenpaar, mit ihrem Gefolge bei der Prunksitzung nicht fehlen durften.

Kaliber-Schießstand am Umsiedlungsstandort in Langerwehe geschuftet – Ende November kann die Einweihung erfolgen. Die Sportschützen können in der Anlage dann endlich ihre Heimkämpfe austragen.

Kaliber-Schießstand am Umsiedlungsstandort in Langerwehe geschuftet – Ende November kann die Einweihung erfolgen. Die Sportschützen können in der Anlage dann endlich ihre Heimkämpfe austragen.

Als Schütze ist man abgehärtet, erst recht als Sportschütze. „Wir schießen auch bei Minus zehn Grad“, antwortet Karl-Josef Dick von der Historischen St.- Sebastianus-Schützenbruderschaft Pier  auf die Frage, ob die Kälte im Winter beim Zielen nicht hinderlich sei. Gemeinsam mit Helmut Brechmacher von den Sportschützen Pier und Geschäftsführer Dieter Müller erwartet Dick den Besuch, auf den man dreieinhalb Jahre lang hingearbeitet hat: Manfred Bittner heißt der Mann, er ist Schießstandsachverständiger und kommt eigens aus St. Augustin, um die endlich fertiggestellte Klein-Kaliber-Schießanlage der Schützen in Augenschein zu nehmen und vor allem freizugeben.

Bittner nimmt alles ganz genau unter die Lupe, misst die Schießtische nach, prüft die Bahnen, die eingesetzten Materialen, die verhindern sollen, dass Querschläger Schaden anrichten können. Rund anderthalb Stunden ist der Sachverständige vor Ort, um die Arbeitsleistung von dreieinhalb Jahren zu überprüfen. Einen kleinen Mangel findet er nach langem Suchen dann doch: Über einer Tür muss noch eine Notbeleuchtung angebracht werden. Kein Problem, sagt Karl-Josef Dick. Und auch mit der Entscheidung, dass mit Luftgewehren in der neuen Anlage nur geschossen werden darf, wenn das Holz an der Decke verkleidet wird, können die Schützen sehr gut leben, schließlich gibt es gleich nebenan im kombinierten Bürger- und Schützenhaus den Luftgewehrschießstand mit 16 Bahnen. Das Aufatmen der Schützen ist förmlich zu hören. Unzählige Stunden an Arbeitsleistung haben sie in den Bau gesteckt. Ganz abgesehen vom Geld. Insbesondere für die Sportschützen ist die Anlage wichtig. Seit Jahren nehmen sie regelmäßig an den Deutschen Meisterschaften teil und haben in der Vergangenheit schon etliche Bundessieger gestellt. Helmut Brechmacher: „Bisher mussten wir bei Wettkämpfen oder zum Training immer auf fremde Stände, zum Beispiel in Birkesdorf oder Aachen, ausweichen. Das war schon eine enorme Fahrerei.“

Die dürfte vorbei sein, wenn der Bericht des Sachverständigen auch schriftlich vorliegt und die Kreispolizeibehörde die entsprechende Bestätigung ausgestellt hat. Knapp 600 000 Euro inklusive der Eigenleistungen haben die Pierer Schützen dann an ihrem neuen Standort in Schützenheim, Luftgewehrschießstand und den neuen Klein-Kaliber-Schießstand im Langerweher Umsiedlungsgebiet investiert.

Was bei der Summe nach Edelbauten klingt, kommt eher pragmatisch daher. Fenster, Beleuchtung, eine kleine Küche und auch Steine stammen zum Beispiel aus Alt-Pier, selbst alte Kirchenbänke finden sich in der Anlage wieder. Nicht gespart hat man hingegen bei der Sicherheit. „Die steht für uns an erster Stelle“, bekräftigt Karl-Josef Dick. Das stellt er wenig später selbst unter Beweis. Das Gewehr, das Dick extra für ein Foto von Zuhause holt, ist in einer Tasche verpackt und eigens mit einem Schloss zusätzlich gesichert.

Ein erster Schuss fällt an diesem Tag übrigens noch nicht. Sachverständiger Manfred Bittner verzichtet, weil eine Überprüfung nicht nötig ist. Und die Schützen wollen den ersten Schuss erst bei der Einweihung der neuen Anlage abfeuern. Eine Ehre, die dem Schützenkönig vorbehalten sein wird. Das ist Helmut Brechmacher, der das Gewehr immerhin schon mal in die Hand nimmt und probehalber am Schießtisch Maß nimmt. Schüsse bis zu einer Distanz von 50 Metern können die Schützen hier abfeuern. Dementsprechend wurde eine hängende Zuganlage installiert, die die Ergebnisse anzeigt und auch über die 25-Meter-Distanz genutzt werden kann. Und damit die Anwohner trotz der Ballerei ihre Ruhe haben, haben die Schützen darauf geachtet, die Auflagen des Lärmgutachtens zu erfüllen. „Die Züge, die hier vorbeifahren, sind lauter“, erklärt Karl-Josef Dick. Vielleicht können die Sportschützen da mit dem Jubel über ihre Siege ja eine Ausnahme machen.

Die Glocke ist zurück in Pier.

Die Glocke ist zurück in Pier.

Die zweite der vier Glocken aus der alten Pfarrkirche „Zur unbefleckten Empfängnis Mariens zu Pier“ hat ihren neuen Bestimmungsort erreicht. Seit gut zwei Wochen ziert die 1956 gegosseneSebastianus-Glocke eine kleine Gedenkstätte vor dem Heim der Sebastianus-Schützen am Ende der Grüntalstraße im Umsiedlungsort in der Gemeinde Langerwehe. „Die Gedenkstätte soll ein Ort für jeden sein, der sich noch einmal an Alt-Piererinnern will“, erklärt Schützenkassierer Karl-Josef Dick, der mit seinem Bruder Berthold und Johann Rosellen maßgeblich für den Bau verantwortlich war.

Alois Herbst,. Heinrich Göbbels, Ulrich Schuster und Dirk Huizng (von links) freuen sich über die erfolgreiche Umsiedlung.

470 Einwohner, acht Orstvereine – auch das neue Pier, das nach der Umsiedlung Ortsteil von Langerwehe geworden ist, hat eine gute Dorfgemeinschaft, die zusammenhält. Das haben die Pierer auch beim Abschlussfest der Umsiedlung am Samstag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Über 50 selbst gebackene Kuchen warteten beim riesigen Kuchenbuffet darauf, verspeist zu werden und unzählige helfende Hände sorgten dafür, dass der Tag für alle zu einem schönen Erlebnis wurde. Bevor im Festzelt aber gefeiert wurde, stellte Historiker Dr. Peter Staatz im Pierer Bürgerhaus seine 350 Seiten starke Dorfchronik „Geschichte zwischen Rur und Inde – Der Raum Pier/Vilvenich von den Anfängen bis zur Umsiedlung“ herausgebracht. Das Buch ist ab sofort in den Rathäusern von Inden und Langerwehe für 15 Euro erhältlich. Das Werk geht weit in die Geschichte zurück. Die ältesten Funde, die die Anwesenheit von Menschen im Raum Pier/Vilvenich belegen, stammen aus der Altsteinzeit. Und auch die Römer haben später hier eine Fülle von Spuren hinterlassen. In der Chronik von Dr. Peter Staatz geht es aber natürlich auch um die neuere Ortsgeschichte. Das 18. Jahrhundert und die Herrschaft Napoleons, Preußenzeit und Kaisertzeit, der Zweite Weltkrieg und natürlich auch die Zeit des Wiederaufbaus werden ausführlich beleuchtet. Schön auch, das viele Fotos von Alt-Pier in der Chronik zu finden sind. 
Die Umsiedlung von Pier, das ja bekanntermaßen dem Bergbau zum Opfer gefallen ist, begann um März 2005. Rund 1400 Menschen, die in 500 Anwesen zu Hause waren, siedelten an neue Standorte um.  

Zum ersten Mal in der 50-jährigen Geschichte der Umsiedlung entschieden sich hier die Bewohner mehrheitlich für einen Ort, nämlich Neu-Pier in der Gemeinde Langerwehe. Hier haben knapp 500 Leute ein neues Zuhause gefunden. Die anderen „Alt-Pierer“ haben sich für einen neue Heimat innerhalb der Gemeinde Inden entschieden. Viele von ihnen waren zum Umsiedlungsfest nach Neu-Pier gekommen. 
„Ich danke allen“, so Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels, „die das Wagnis eingegangen sind, hier bei uns in Langerwehe eine neue Heimat zu suchen.“ Er habe es immer als seine Aufgabe gesehen, so Göbbels, alles zu tun, damit die Pierer sich in Langerwehe wohlfühlen würden. Nach dem offiziellen Teil des Umsiedlungsfestes sorgten die Ortsvereine für jede Menge Spaß und Unterhaltung. Abends spielte die Band „Sound Express“.

Im Pierer Bürgerhaus wird ein fröhliches Fest gefeiert.

Die Dorfgemeinschaft Pier bestehend aus acht Pierer Ortsvereinen lädt am Samstag, 14. September,  zum Abschlussfest der Umsiedlung nach Langerwehe-Pier ein.

Die braunkohlebedingte Umsiedlung der Ortschaft Pier in der Gemeinde Inden ist weitestgehend abgeschlossen und das nehmen die Pierer Vereine zum Anlass, alle Umsiedler und Freunde der Ortschaft Pier nach Langerwehe-Pier einzuladen. Die Feierlichkeiten beginnen um 14 Uhr im Bürgerhaus Pier mit einer Lesung aus der eigens zu diesem Anlass fertiggestellten Ortschronik von Pier durch Herrn Dr. Peter Staatz.

Um 15 Uhr gehen die Feierlichkeiten im  Festzelt gegenüber dem Bürgerhaus weiter. Anschließend wird zu Kaffee und Kuchen geladen.

Zwischen 17 Uhr und 19 Uhr unterhalten die Pier Ortsvereine die Gäste im Festzelt. Abwechselnd treten der Mandolinenclub T.C. Rurland Pier, das Spieler-Corps Pier und der Männergesangsverein auf.

Ab 19 Uhr beginnt dann der gemütliche Teil. Die bekannte Band „Sound-Express“ spielt bis in Nacht und es darf getanzt werden.

Zur Erleichterung der An- und Abreise wird um 13.15 Uhr und um 14.15 Uhr in kostenloser Bustransferdienst von Schophoven (Ecke Schlichstraße/Schophovener Straße) über das Baugebiet Waagmühle (Ecke Pierer Straße/Am Wehebach) nach Langerwehe Pier angeboten. Die Rückfahrten erfolgen um 18 Uhr und 20 Uhr.

„Dieses Bürgerfest soll auch mal wieder alle Umsiedler zusammenführen,“ sagt Ortsvorsteher Dirk Huizing, „nachdem die meisten Umsiedler ihre neue Heimat in der Gemeinde Langerwehe, der Gemeinde Inden oder anderswo gefunden haben, freut sich die Dorfgemeinschaft auf ein Wiedersehen mit den „Alt“-Pierern!“.

Natürlich ist auch für die kleinsten gesorgt. Sie können sich auf einer Hüpfburg austoben oder die ausgestellten Löschfahrzeuge der Feuerwehr Jüngersdorf besichtigen. Der Erlös der Veranstaltung kommt der Pierer Dorfgemeinschaft zu Gute. So plant man für die nächsten Jahre ein Sommerfest in Pier.