Verfasste Beiträge ‘Ortsvorsteher’

Neue Ortsvorsteher gewählt.

Neue Ortsvorsteher gewählt. gewählt

Einvernehmlich hat der neue Gemeinderat Langerwehe in seiner konstituierenden Sitzung Markus Kuckertz (CDU) und Hans-Uwe Endrigkeit (SPD) zum ersten und zweiten Stellvertreter von Bürgermeister Heinrich Goebbels gewählt. Aus dem Ergebnis der interfraktionellen Gespräche ergab sich auch Einstimmigkeit bei der Wahl der Ortsvorsteher. Gewählt wurden für die CDU: Astrid Natus-Can (Jüngersdorf / Stütger-loch), Dieter Zietz (Schlich) Andreas Reinartz (D’horn), Albert Trostorf (Merode), Markus Dahmen (Geich), Helmut Pütz (Obergeich) Wilhelm-Josef Hambach (Heistern/Hamich/Wenau und Schönthal). Für den Zentralort Langerwehe wird die CDU in der nächsten Ratssitzung ihren Bewerber benennen. Die SPD stellt mit Dirku Huizing (Pier) und Uwe Krings (Luchem) zwei Ortsvorsteher.

Braucht Langerwehe zehn Ortsvorsteher?

Braucht Langerwehe zehn Ortsvorsteher?

Sind zehn Ortsvorsteher für die Gemeinde Langerwehe zu viel? Der Meinung sind jedenfalls die Kommunalpolitiker von Bündnis 90/Die Grünen, die nach 2009 bei der jüngsten Ratssitzung der Töpfergemeinde erneut den Antrag gestellt haben, die Zahl der Ortsvorsteher zu halbieren. Der Antrag wurde mit den Stimmen von SPD und CDU abgelehnt. Nur noch Langerwehe und Luchem, so der Vorschlag der Grünen, sollen demnach in Zukunft einen eignen Ortsvorsteher haben, der Ortsvorsteher Jüngersdorf solle für Jüngersdorf, Stütgerloch und Pier zuständig sein, der Ortsvorsteher Wenau für Hamich, Heistern Schönthal und Wenau und der Ortsvorsteher Schlich für Geich, Obergeich, D`Horn, Merode und Schlich. Hans-Jürgen Knorr, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen: „Der Ortsvorsteher von Langerwehe ist für einen Ort mit 4200 Einwohnern zuständig. Der für Geich aber nur für 230 Menschen. Das steht für uns in keiner Relation.“ Schon heute, so Knorr weiter, wäre es ja so, dass sich Wenau, Hamich, Heistern und Schönthal einen Ortsvorsteher teilen würden. „Diese Orte liegen zum Teil weit auseinander und es funktioniert trotzdem.“ Auch die FDP-Fraktion aus Langerwehe hält eine Reduzierung der Zahl der Ortsvorsteher für sehr sinnvoll. „Wir sollten auch ans Sparen denken“, so Hans-Joachim Riediger. „Durch fünf Ortsvorsteher weniger könnte die Gemeinde im Jahr 30 000 Euro einsparen. Und das ist ja schon eine große Summe.“

Für die CDU kommen weniger Ortsvorsteher für Langerwehe nicht in Frage. Astrid Natus-Can: „Eigentlich ist der Kernort Langerwehe mit 4200 Einwohnern für nur einen Ortsvorsteher schon viel zu groß. Eigentlich müssten wir darüber nachdenken, einen zusätzlichen Ortsvorsteher zu etablieren. Schließlich soll dieser wichtige Posten ja auch ein Ehrenamt bleiben.“ Und Dr. Jürgen Breitenstein von der SPD ergänzt: „Die geografische Nähe zwischen zwei Ortsteilen ist kein Kriterium für nur einen Ortsvorsteher. Schlich und Merode beispielsweise sind historisch gewachsene Orte, die sich nie einen Vorsteher teilen wollten.“

„Jeder unserer Ortsvorsteher“, beendete schließlich Bürgermeister Heinrich Göbbels die Diskussion, „ist sein Geld absolut wert.“ Die Ortsvorsteher als Identifikationsfiguren für die Bürger und Bindeglied zwischen den Einwohnern und der Politik leisteten unglaublich viel für die Gesellschaft. „Und sie investieren auch eigens Geld. Daran sollten wir nicht sparen.“

Hans Weber schreibt tolle Gedichte in Platt.

Hans Weber aus Pier hat der Redaktion von toepfergemeinde.de wieder einmal eines seiner schönen Platt-Gedichte geschickt! Die Gedichte haben hier im Heimat-Blog eine echte Fangemeinde, vielen Dank, lieber Herr Weber, für Ihre Arbeit. Diesmal sagt übrigens Herr Weber auch “Dankeschön” – und zwar den vielen Ortsvorstehern, die in Langerwehe ehrenamtlich im Einsatz sind. Aber lesen Sie selbst! Wie immer an dieser Stelle unser Tipp: Für alle, deren “Wehter Platt” noch ausbaufähig ist: Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Verse zu verstehen, lautes Vorlesen hilft.

Der jestresste Ortsvorsteher..

En jedem Dörp, ob noh ob weck
sorch ene sich öm jede Dreck.
Jeht irjendwo jet krözz  on  quer,
dann moss der Ortsvorsteher her.

Der hürt sich an su  manche  Stuss
on määt emme et  Beste druss.
Hät Nobesch Grill jet schärp  jeroche,
dann wid de  Ortsvorsteher anjesproche.

Der hätt die Saach’ em  Nu jeschlich
de Hand jedröck,-  e’  Bier jezisch.
Wenn  ene Honk  ”in seiner Not”
de Kengespellplatz voll jecot.

Sieht me de Jong mem Tütche komme,
on hät die Tretmin’  weg  jenomme.
Denn  Waldi’s   Herrchen hot beschlosse
de „Tatort“  stekum zo verlosse.

Neulich soch me Fraue on Männe,
met Schöpp on Bäsem eröm renne.
De Ortsvorsteher an de Spetz,
schnell wore  sauber Wääch on Retz.

Doch manchmol es die Sach’  net „ohne“
dann fehle jewisse  Informatione,
die er sich wönsch us der Verwaltung
övver Planung on Jestaltung.

Er es doch emme stets zur Stelle
on well  ons  Völekche jet  verzälle.
Su manche Neuichkeet  jeht nit
wenn me der Mann  domm „sterve“  lit.

Et  jit  noch  hondert weitere Saache,
der Job es wirklich net zum Laache.

Trotz  allem hät der leeve Jong
e’  löstich Witzje ob de Zong.
Et  hät sich kene zu beklare,
dröm welle mir  och ens  DANKE  sare…

Rolf Kurth ist der dienstälteste SPD-Chef in Nordrhein-Westfalen.

Im Büro von Rolf Kurth im Keller seines Hauses in Hamich hängen unzählige Fotos. Bilder aus Langerwehe, aber vor allen Dingen Fotos mit Rolf Kurth. Rolf Kurth mit Johannes Rau zum Beispiel oder mit BAP-Sänger Wolfgang Niedecken. „Das sind Freunde von mir“, sagt Rolf Kurth. „Wichtige Persönlichkeiten, die mein Leben geprägt haben.“ Persönlichkeiten der deutschen Sozialdemokratie waren es auch, die Rolf Kurth mit 15 Jahren dazu gebracht haben, bei den Jusos, also der Jugendorganisation der SPD, mitzumachen und drei Jahre später in die Partei einzutreten. „Das war eine Folge der 68er Bewegung“, so der 57-Jährige. „Und weil es damals Persönlichkeiten wie Willy Brandt, Johannes Rau und Hans-Jürgen Wischnewski gab. Das waren Männer, die eine Meinung hatten, die sie auch vertreten haben.“  
Rolf Kurth ist seit 32 Jahren SPD-Vorsitzender in Langerwehe (er ist der dienstälteste SPD-Chef in Nordrhein-Westfalen), genauso lange sitzt er im Gemeinderat der Töpfergemeinde, wo er zudem seit sieben Jahren Vorsitzender der SPD-Fraktion ist. Außerdem war er zehn Jahre stellvertretender Bürgermeister in seiner Heimat. Seit vier Jahren ist er zudem Ortsvorsteher von Heistern, Hamich, Wenau und Schönthal, außerdem sitzt er seit 22 Jahren auch im Kreistag in Düren.

 „In der Kommunalpolitik“, sagt Kurth, „kann man Dinge unmittelbar bewegen. Man kann Sachen erreichen, die der Bürger so nicht erreichen könnte. Und das macht einfach Spaß.“ Spaß hat ihm auch immer der Parteivorsitz der Wehter Genossen gemacht, mittlerweile denkt Rolf Kurth aber darüber nach, das Amt abzugeben. „Das Jahr hat 365 Tage“, schmunzelt er, „und ich im gleichen Zeitraum locker 600 Termine. Viel Freizeit bleibt da nicht.“ Genauso wenig wie Zeit für Hobbies. Kurth ist leidenschaftlicher Skatspieler und Saunagänger. 
Als einen seiner wichtigsten Erfolge in seiner langen Karriere als Kommunalpolitiker nennt Rolf Kurth auf Langerweher Ebene die Umwandlung der Hauptschule in eine Gesamtschule („Das war damals die erste Gesamtschule im ländlichen Bereich und ist heute zertifizierte Europaschule.“). Bei allem, so Kurth, habe für ihn das Wohl der Bürgerinnen und Bürger immer absolut im Vordergrund gestanden. „Das ist doch das, worauf es ankommt. Egal, ob die Entscheidungsträger schwarz, gelb, grün oder rot sind.“  

Übrigens hat Rolf Kurth nie mit dem Gedanken gespielt, aus der SPD auszutreten, auch wenn er manchmal mit seinen Genossen ganz schön hadert. Zum Beispiel jetzt, wenn die Landtagsabgeordneten sich mal eben die Diäten um 500 Euro erhöhen. „Das macht mich sauer, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Herrschaften sich so schwer damit getan haben, den Hartz-IV-Satz um nur fünf Euro zu erhöhen.“ 
Trotzdem, so Kurth, sei auch heute der Grundsatz seiner Partei immer noch „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“. „Das ist meine Lebensphilosophie. Und daran wird sich auch nie etwas ändern. Ändern können sich nur die Personen, die in der SPD arbeiten, nicht aber diese grundsätzliche Haltung der Partei.“

Seine erste offizielle Amtshandlung als neuer Ortsvorsteher von Pier hat Dirk Huizing (40) schon hinter sich. „Ich habe einen Antrag bei der Deutschen Post gestellt“, so der SPD-Mann, „dass Pier einen öffentlichen Briefkasten bekommt. Der fehlt uns nämlich hier wirklich.“ Seit dem 1. Januar ist Dirk Huizing ganz offiziell der Ortsvorsteher von Pier, er löst Kurt Hinz (74) ab, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist. „Dirk Huizing“, so der Langerweher SPD-Chef Rolf Kurth, „war sehr schnell bereit, dieses Amt zu übernehmen und darüber sind wir sehr froh. Dieses Ehrenamt ist schon mit ziemlich viel Arbeit verbunden.“

Dirk Huizing ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Vertriebsleiter bei einer großen Getränkefirma. „Nach kurzer Bedenkzeit und Rücksprache mit der Familie“, wie er sagt, hat er sich für das Amt des Ortsvorstehers entschieden. Er hat sowohl im alten als auch im neuen Pier direkt neben seinem Vorgänger Kurt Hinz gewohnt. „Und durch ihn“, so Huizing, „bin ich damals auch zur SPD gekommen.“ Dirk Huizing ist Pierer aus Leidenschaft und aus Überzeugung. Er ist Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß Pier“ und nennt als weiteres Hobby noch „Wohnen“ und meint das ganz ernst. „Wir wohnen ganz toll“, schwärmt er. „Bei gutem Wetter können wir von unserem Garten sogar den Kölner Dom sehen. Das ist Wahnsinn.“

Weiterhin Seniorennachmittage

Dirk Huizing weiß aber auch, wo es in seinem Dorf brennt, abgesehen von dem fehlenden Briefkasten für die 431-Seelen-Gemeinde. „Es hat hier regelmäßig Seniorennachmittage gegeben, zu denen zuletzt auch über 120 Männer und Frauen gekommen sind. Das RWE plant jetzt, diese Feiern nicht mehr zu finanzieren. Ich fände es sehr schade, wenn diese Seniorennachmittage nicht mehr stattfinden könnten. Dagegen möchte ich unbedingt etwas tun.“

Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) freut sich sehr über den neuen Ortsvorsteher für Pier und dankte auch Kurt Hinz für sein Engagement für die Gemeinde. „Ich denke“, so Göbbels, „dass Dirk Huizing und ich in Zukunft viele gemeinsame Termine haben. Ich wünsche ihm für seine neue, sehr verantwortungsvolle Aufgabe eine gute Hand und viel Erfolg.“