Verfasste Beiträge ‘Nikolauskapelle’

Die Nikolauskapelle in Geich.

Die Nikolauskapelle in Geich.

Die Bewohner von Geich setzen zum Endspurt an: Am Samstag, 12. Juli, treffen sich die Bewohner des Ortes in der Gemeinde Langerwehe, um ab 9 Uhr letzte Hand an den Sanierungsarbeiten an der Kapelle zu legen.

Am Samstag soll, nachdem das Innengerüst abgebaut worden ist, der Bodenschutz entfernt werden. Danach muss noch der Sockelbereich ausgebessert und gestrichen werden. Aber auch noch andere kleinere Arbeiten stehen an.

Die Nikolauskapelle in Geich.

Die Nikolauskapelle in Geich.

An der Nikolauskapelle geht es vorwärts. Diese Woche wird der Dachdecker fertig mit dem Dach. Die neue Decke nimmt langsam Form an. Am Samstag wollen Freiwillige aus dem Dorf einige Kleinigkeiten erledigen: Der Übergang von der  Wand zur Decke im Bereich der Empore muss ergänzt  beziehungsweise beigespachtelt werden.  (Bitte passendes Werkzeug mitbringen!) Der Glockenstuhl soll gereinigt werden, Schalljalousien wieder eingebaut werden, die restlichen Windladenbretter gestrichen und Einiges andere mehr muss erledigt werden.  Ortsvorsteher Markus Dohmen: “Jetzt beginnt der Endspurt, Mitte Juni wollen wir die Wände noch in Eigenleistung streichen. Laut Zeitplan soll alles zum Jubiläum unseres MGV fertig werden. Wir würden uns freuen auch den ein oder anderen Neuen Mitstreiter in unseren Reihen begrüßen zu dürfen! Für das leibliche Wohl ist wie immer gesorgt. Wir treffen uns wie immer an der Kapelle , und zwar am Samstag, 24. Mai ab 9 Uhr.”

Kämpfen für den Erhalt der Nikolaus-Kapelle im Langerweher Ortsteil Geich: Edmund Esser, Ortsvorsteher Markus Dahmen und Theo Koch (von links).

Die Nikolaus-Kapelle in Langerwehe-Geich ist für Theo Koch und Edmund Esser eine echte Herzensangelegenheit. Die beiden Männer sind 74 Jahre alt, in dem 320-Seelen-Dorf geboren und haben ihren Ort nie verlassen. Theo Koch engagiert sich seit 1967 im Kapellenverein, seit 1968 arbeitet er im Vorstand mit. Und macht sich im Augenblick ziemlich große Sorgen. „Unsere Kapelle ist zurzeit geschlossen“, sagt er. „Der Dachstuhl hat einen gewaltigen Schaden und muss erneuert werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 140 000 Euro.“ 40 Prozent davon – minus eines Bundeszuschusses also knapp 50 000 Euro – muss der Kapellenverein selbst tragen, damit haben Koch und Esser aber kein Problem. „Wir sind froh“, sagt Esser, „dass es losgeht.“ Normalerweise, so Esser, gehörten vier Männer zum „harten Kern“ des Kapellenvereins, die wirklich intensiv mitarbeiteten. „Aber wenn es darauf ankommt“, so Theo Koch, „kommen auch 20 Leute zum Helfen. Die Geicher hängen an ihrer Kapelle.“ Und das schon mindestens 800 Jahre. „Der Ort ist so alt wie die Kapelle“, sagt Koch. „Und die stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Das hat uns ein Gutachter des Bistums bestätigt. Das genaue Datum kennen wir leider nicht.“ Es ist aber überliefert, dass der Graf von Merode, in dessen Herrschaftsbereich Geich lag, die Kapelle gebaut hat. 
Er wollte dem Heiligen Nikolaus zum Dank für seine glückliche Rückkehr als Kreuzfahrer ein Gotteshaus widmen. In gotischer Zeit erhielt die Kirche ein höheres Dach, während der Regentschaft von Heinrich von Hessen wurde ein Großteil durch einen Brand zerstört. 1669 stiftete der Graf von Merode die Balken, woraus das neue, heute noch erhaltene, aber eben marode Gewölbe gezimmert wurde. Später wurden in dem Hospital, das neben der Kapelle stand, Pestkranke gepflegt, was dem Gotteshaus den Beinamen „Pestkapelle“ einbrachte. 
Theo Koch: „Die Kapelle hat schon viel erlebt und überlebt. Deswegen bin ich auch zuversichtlich, dass es uns gelingt, den Dachstuhl zu renovieren.“ Das sieht der junge Ortsvorsteher Markus Dahmen (30) ähnlich. „Unsere Kapelle ist ein Ausnahmeprojekt, das vom Bistum Aachen gefördert wird. Wir haben schon die mündlichen Zusagen, dass wir mit den Arbeiten anfangen können.“ In einem ersten Schritt muss jetzt genau geprüft werden, was an dem maroden Dachstuhl des Kirchleins alles gemacht werden muss. „Das Bistum“, so Markus Dahmen, „hat einen Architekten und einen Statiker beauftragt, der genau das jetzt festlegen wird. Und der wird dann auch entscheiden, was wir in Eigenleistung machen dürfen.“ Und dann krempeln Theo Koch, Edmund Esser und ihre Mitstreiter sofort die Ärmel hoch und legen los. 
So wie beispielsweise auch schon vor sechs Jahren, als sie den kompletten Weg von der Straße bis zur Kapelle neu gepflastert haben. „Das 125-jährige Jubiläum des Männergesangvereins ‚Liederkranz Geich‘ werden wir wohl im nächsten Sommer noch im Zelt feiern müssen“, sagt Markus Dahmen. „Aber ich hoffe, dass die Kapelle Ende 2014 wieder genutzt werden kann.“ 
Die Nikolaus-Kapelle in Langerwehe- Geich stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und ist eine der ältesten Sakralbauten im Bistum Aachen. Früher stand gleich nebenan ein Hospital, weil die kleine Kirche direkt an der alten Heerstraße von Paderborn bis zum Kaiserdom in Aachen lag. Seit jeher gehört die Kapelle zur Pfarrgemeinde Echtz. Heute ist sie Teil der Gemeinschaft der Gemeinden Düren-Nord.

Thomas Rachel (Mitte) überbrachte einen Förerbescheid.

„Mit bis zu 20000 Euro Fördermittel unterstützt die Bundesregierung die Bestandssicherung der romanischen Nikolaus-Kapelle Geich in der Gemeinde Langerwehe“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesregierung Thomas Rachel MdB (CDU) bei seinem Besuch der Kapelle. Vor Ort informierte sich der Christdemokrat beim Vorsitzenden des Kapellenbauvereins Geich, Theo Koch über die anstehenden Sanierungsmaßnahmen.

„Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert ist Symbol für die prägende Kraft, die das Christentum in unserer Region seit Jahrhunderten hat“, betonte Thomas Rachel. Der  Bundestagsabgeordnete des Kreises Düren hatte dem Bürgermeister der Gemeinde Langerwehe Heinrich Göbbels wichtige Hinweise für die Beantragung von Fördermitteln gegeben und den Förderantrag der für die Nikolaus-Kapelle zuständigen Katholischen Kirchengemeinde St. Michael Echtz erfolgreich begleitet. Bürgermeister Göbbels unterstützte ebenfalls die Kirchengemeinde im Antragsverfahren mit hohem Einsatz. Er bedankte sich bei Thomas Rachel für dessen Initiative.

„Wegen des Förderbescheids der Bundesregierung haben wir jetzt die Möglichkeit ebenfalls in die Sanierung der Nikolauskapelle zu investieren,“ kündigte Elmar von Reth, Bau- und Kunstreferent des Bistums Aachen, zur Überraschung aller Anwesenden an. 60% der nicht durch die Fördermittel des Bundes gedeckten Kosten werde das Bistum übernehmen, versicherte der Fachmann und wies zugleich auf die kirchenhistorische Bedeutung des Bauwerks hin.

Was die Förderung durch die Bundesregierung für die Menschen in Geich bedeutet, erklärte der katholische Pfarrer Norbert Glasmacher. „Mit dem Förderbescheid bringen sie den Menschen Mut und Ansporn, sich weiter für ihre Kapelle und die Dorfgemeinschaft zu engagieren,“ wandte er sich dankbar an Thomas Rachel. „Die Kapelle gehört zu den Menschen wie die Menschen zu der Kapelle“, betonte Pfarrer Glasmacher die Bedeutung der Kapelle als Erinnerungsort und Lebensmittelpunkt für die Dorfgemeinschaft in Geich. Gerd Clemens aus dem Kirchenvorstand St.Michael und Kreistagsabgeordnete Astrid Natus Can freuten sich über die positive Perspektive für die Kapelle in Geich.