Verfasste Beiträge ‘Mai’

Der Langerweher Bahnhof im Mai.

Hach, war das schön! An seinem Mai-Fototermin präsentieren sich der Wehter Bahnhof und sein Umfeld in sattem Grün, der Himmel war strahlend blau – endlich, wenn auch mit Ende Mai reichlich spät: ES IST FRÜHLING! So kann es bleiben, lieber Petrus, mach im Sommer einfach so weiter wie in den letzten Maitagen, dass sind wir zufrieden mit Dir. Mal gucken, wie der Juni so wird.  ”Im Jahreskreislauf” wird es jedenfalls dokumentieren. Und das ist ja genau der Sinn unseres Fotoprojektes “Im Jahreskreislauf” hier auf toepfergemeinde.de: Ein Jahr lang fotografieren wir jeden Monat den Bahnhof in Langerwehe von immer dem selben Standort aus und gucken, wie das Bild sich verändert. Wir sind schon gespannt auf den Mai.

Jenny Breuer und Alexander Klein fiebern dem Maifest in Merode entgegen.

“Ich bin hier in Merode groß geworden, für mich ist das Maibrauchtum eine ganz normale Sache.” Und deswegen war es für Jenny Breuer auch schon immer ein Herzenswunsch, in Merode Maikönigin zu werden. “Aber nur in Merode”, schmunzelt sie. “Ich hätte es mir niemals vorstellen können, in Schlich oder Derichsweiler Maikönigin zu sein.”
Das Maibrauchtum hat besonders im Rheinland und auch in den Dörfern um Langerwehe eine lange Tradition, und die Maigesellschaft Merode blickt auch eine 279-jährige Tradition. “Unsere erste urkundliche Erwähnung”, sagt Alexander Klein, Vorsitzender der Maigesellschaft Merode, “war im Jahr 1732. Nach dem Krieg sind wir 1948 wieder gegründet worden.”
Das Maibrauchtum stammt aus dem Mittelalter. Damals wurde in der Mainacht, also der Walpurgisnacht, zum Schutz vor Hexen Maifeuer angezündet. Mit dem Maibaum sollte seinerzeit der Frühling begrüßt werden. Durch die Maiversteigerungen sollte den Mädchen im Ort für den Wonnemonat ein männlicher Schutz an die Seite gestellt werden.
Für Jenny Breuer und Alexander Klein ist der historische Ursprung der Maibräuche nicht so wichtig, sie finden sie einfach schön. “Es stört mich auch überhaupt nicht”, sagt Jenny Breuer, “dass ich versteigert werde. Das ist hier ganz normal.” Und ziemlich teuer. In dem Jahr, als sie Maikönigin geworden ist, musste Jenny Breuers Freund und Maikönig Christoph Marx (22) 1420 Euro auf den Tisch legen. So viel hat seine Jenny gekostet.
“Wenn man Maikönigspaar werden will”, sagt Christoph Marx, “sollte man vorher dafür schon sparen.” Mit den 1420 Euro war es nämlich längst nicht getan. Maikönigin Jenny brauchte zwei feine Abendkleider. Zum Königsball hatten die beiden über 300 Leute in ihr Gefolge eingeladen. Christoph Marx: “Und die mussten wir alle an dem Abend auch freihalten.”
Genau wie für seine Freundin war es auch für Christoph Marx immer klar, dass er einmal Maikönig werden wollte. “Ich bin mit 16 Jahren Mitglied der Maigesellschaft geworden, war immer dabei. Da ist es eigentlich klar, dass man auch einmal Maikönig werden will, um bei einem Maifest im Mittelpunkt zu stehen.” Außerdem hat der Berufssoldat am 1. Mai Geburtstag, das allein reicht eigentlich schon, um ein perfekter Maikönig zu werden.
Traditionen werden bei den meisten Maigesellschaften sehr groß geschrieben. “Das ist ja klar”, sagt Alexander Klein. “Weil es sich ja hierbei auch um sehr alte Traditionen handelt.” Trotzdem, so Klein weiter, gingen natürlich auch Maigesellschaften durchaus mit der Zeit. “Früher”, schmunzelt Klein, “waren Maifeste so was wie Omas 60. Geburtstag. Man kommt ins Festzelt und da spielt eine Blaskapelle. Das ist aber heute nicht mehr so.”
Heute ist das Maifest eine einzige große Party mit Musik, zu der junge Leute gerne tanzen. Und auch sonst haben sich – zumindest in Merode – einige der strengen Sitten und Gebräuche durchaus gelockert. “Beim Festumzug”, sagt Alexander Klein, “legen wir schon sehr großen Wert darauf, dass zumindest die Vorstandsmitglieder unserer Gesellschaft im schwarzen Anzug und deren Partnerinnen im langen Kleid mitgehen. Aber es muss nicht mehr jeder Mann mit der von ihm ersteigerten Dame im Mai ausgehen.”

Der Mai ist da.

In Merode können Junggesellen ab 16 Mitglied der Maigesellschaft werden, und bei der Maiversteigerung im Festzelt auf dem Hahndorn werden alle Junggesellinnen aus dem Ort versteigert – egal wie alt sie sind. Allerdings gibt es keinen “Sack”, in den alle Frauen reinkommen, die nicht ersteigert worden sind. Jede wird einzeln ersteigert. Und das Geburtsjahr der Damen wird bei der Versteigerung natürlich genannt. In der Mainacht machten sich die Mitglieder der Maigesellschaft dann auf den Weg durch den Ort und statten allen ersteigerten Frauen einen kurzen Besuch. “Vor den Häusern, in denen die Damen wohnen”, so Klein, “haben wir ausgerufen, wer sie ersteigert hat.”
Außer dem Maikönigspaar sind auch die “Mairemmel”, also die Maipolizei, für die Maigesellschaften wichtig. Die Remmel passen auf, dass in der Mainacht keine Maibäume geklaut werden und sorgen beim Maifest für Recht und Ordnung.
Jenny Breuer und Alexander Klein freuen sich mächtig auf das Meroder Maifest, das vom 20. bis zum 22. Mai im Schloßpark von Merode stattfindet, und wollen dann eigentlich nur eins: Unbeschwert feiern!