Verfasste Beiträge ‘Kommunalwahl’

 

Langerwehe hat gewählt

Langerwehe hat gewählt

Gesamtergebnis Gemeinderat:

Wahlberechtigte: 11 645, Wähler: 6707, Beteiligung: 57,6 % (60,8%) (Ergebnisse 2009 in Klammern)

CDU: 3045, 46,4 % (46,6 %), 13 (12) Sitze; SPD: 2282, 34,8 % (29,7%), 9 (8) Sitze; Grüne: 823, 12,5 % (12,1 %), 3 (3) Sitze; ; FDP: 291, 4,4 % (11,3 %), 1 (3) Sitze; Linke: 117, 1,7 % (-), – (-) Sitze.

Einzelergebnisse:

Wahlbezirk 1 (Langerwehe 1): gültig 514; CDU 227, SPD 167, Grüne 75, FDP 28, Linke 17; gewählt: Winfried Welter (CDU)

Wahlbezirk 2 (Langerwehe 2): gültig 527; CDU 248, SPD 165, Grüne 90, FDP 24; gewählt: Markus Kuckertz (CDU)

Wahlbezirk 3 (Langerwehe, Stütgerloch): gültig 425; CDU 183, SPD 164, Grüne 46, FDP 6, Linke 26; gewählt: Iris Krifft (CDU)

Wahlbezirk 4 (Langerwehe 4): gültig 466; CDU 189, SPD 168, Grüne 78, FDP 31; gewählt: Timo Löfgen (CDU)

Wahlbezirk 5 (Stütgerloch, Jüngersdorf): gültig 548; CDU 258, SPD 138, Grüne 116, FDP 36; gewählt: Astrid Natus-Can (CDU)

Wahlbezirk 6 (Jüngersdorf, Pier): gültig 677; CDU 243, SPD 311, Grüne 97, FDP 26; gewählt: Dirk Huizing (SPD)

Wahlbezirk 7 (Wenau/Hamich): gültig 465; CDU 249, SPD 135, Grüne 58, FDP 9, Linke 14; gewählt: Reiner Liebeck (CDU)

Wahlbezirk 8 (Heistern): gültig 522; CDU 270, SPD 171, Grüne 45, FDP 12, Linke 24; gewählt: Dirk Schröder (CDU)

Wahlbezirk 9 (Merode, Schlich): gültig 466; CDU 253, SPD 147, Grüne 50, FDP 16; gewählt: Philipp Schmitz-Schunken (CDU)

Wahlbezirk 10 (Schlich 2): gültig 452; CDU 202, SPD 195, Grüne 38, FDP 17; gewählt: Helmut Pütz (CDU)

Wahlbezirk 11 (Schlich 3): gültig 559; CDU 284, SPD 160, Grüne 58, FDP 57; gewählt: Dieter Zietz (CDU)

Wahlbezirk 12 (D‘horn, Geich, Obergeich): gültig 482; CDU 253, SPD 157, Grüne 35, FDP 17, Linke 20; gewählt: Andreas Reinartz (CDU)

Wahlbezirk 13 (Luchem, Langerwehe): gültig 455; CDU 186, SPD 204, Grüne 37, FDP 12, Linke 16; gewählt: Uwe Krings (SPD)

Ratsmitglieder über Reserveliste:

CDU: Dieter Reinartz, Günter Porn.

SPD: Hans Uwe Endrigkeit, Peter Münstermann, Tom, Mirbach, Dr. Jürgen Breitenstein, Gerd Stock, Albert Küpper-Senz, Robert Kurth.

Grüne: Hans-Jürgen Knorr, Barbara Ändra, Isabel Elsner.

FDP: Hans-Joachim Riediger

Heute wird in Langerwehe ein neuer Gemeinderat gewählt.

Heute wird in Langerwehe ein neuer Gemeinderat gewählt.

Kinder und Jugendliche, Infrastruktur, Wohnen – auch in Zeiten knapper Kassen ist in der Gemeinde Langerwehe in den vergangenen fünf Jahren viel passiert. Der U3-Ausbau in den Kindergärten ist erfolgreich abgeschlossen, in der neuen Kindertagesstätte in Pier, die am 1. August eröffnet wird, sind ebenfalls schon alle 52 Plätze belegt. Auch die Anmeldezahlen für die beiden Grundschulen in Langerwehe und Schlich sind gut, die Gesamtschule ist mit fast 1200 Schülern in allen Jahrgangsstufen fünfzügig. Langerwehe ist Zuzugsgemeinde, das macht sich auch daran bemerkbar, dass die Baugebiete „Zum Tannenwald“, „Niederbusch“, Pier und „Langerwehe-West“ (früher Seelebach) gut nachgefragt sind. Allein in Langerwehe-West, dem Sorgenkind der Gemeinde, weil hier die Vermarktung der Grundstücke anfangs nur sehr schleppend voran gegangen ist, wurden in 2013 13 Grundstücke verkauft, und in diesem Jahr bis Mai schon acht.Ein großes Pfund, mit dem Langerwehe seit jeher wuchern kann, ist die gute Verkehrsanbindung. Dank des Bahnhofs ist man schnell in Aachen oder Köln. Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes läuft ebenfalls. Auch der neue Infopunkt „Langerwehe – Eingangstor zum Indeland“, der demnächst hier eingerichtet wird, soll die Attraktivität der Gemeinde stärken.

Mehr als vier Jahren wartet Langerwehe indes auf den Bau L 12n, der Umgehungsstraße von Luchem, die gleichzeitig auch die B 264 mit der neuen Auffahrt der Autobahn 4 verbinden soll. Jetzt ist die Finanzierung der notwendigen Brückenbauwerke endlich bewilligt, die Straße wird also kommen. Eine Straße, die für Langerwehe absolut wichtig ist.

Durch die unmittelbare Anbindung zur Autobahn wird die Töpfergemeinde für Investoren interessant, mit der Erschließung des Gewerbegebietes „Am Steinchen“ wird demnächst begonnen. Darüber hinaus hat die Gemeinde Langerwehe vor, ein gemeinsames Gewerbegebiet mit der Stadt Düren in Angriff zu nehmen – es hat sich bereits ein Beirat mit den beiden Bürgermeistern Heinrich Göbbels (Langerwehe) und Paul Larue sowie den beiden Bau-Fachleuten Martina Mielke (Leiterin des Langerweher Bauamtes) und dem Dürener Dezernent Paul Zündorf gebildet. Zusätzliche Gewerbegebiete sind wichtig, weil höhere Gewerbesteuereinnahmen eine Entlastung der klammen Gemeindekasse bedeuten.

Bleibt die Hauptstraße. Für das leidige Parkproblem haben die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung immer noch keine gute Lösung gefunden. Gibt es auf der rechten Seite (aus Richtung Düren kommend) Parktaschen, halten auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehr häufig Fahrzeuge und behindern den fließenden Verkehr. Daran hat auch das ausgedehnte absolute Halteverbot nichts geändert. Außerdem muss es gelingen, die Hauptstraße als Einkaufsort zu erhalten. Einige Ladenlokale stehen immer noch leer. Immerhin ist es gelungen, einen Investor für ein Geschäftshaus am Töpferbrunnen mitten im Ortskern zu finden. Noch in diesem Jahr wird mit den Arbeiten für das Geschäftshaus, in das unter anderem ein Drogeriemarkt und die Volksbank-Filiale einziehen werden, begonnen. Die Menschen in den kleineren Ortsteilen wünschen sich vor allem eine bessere Nahversorgung. Für die Bürger in Merode, Jüngersdorf und Pier steht eine Verkehrsberuhigung der K 27 ganz oben auf der Wunschliste, hier solle auch auf kommunaler Ebene an einem entsprechenden Konzept gearbeitet werden.

11 452 Bürger waren bei der Ratswahl am 30. August 2009 in Langerwehe wahlberechtigt. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai sind in der Töpfergemeinde 11 668 Menschen wahlberechtigt. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 60,81 Prozent. 46,69 Prozent der Stimmen gingen an die CDU, 29,77 Prozent an die SPD, 12,19 Prozent an Bündnis 90/Die Grünen und 11,35 Prozent an die FDP. Neben diesen vier Parteien werden am 25. Mai in einigen Wahlbezirken auch Kandidaten der Linkspartei antreten, nämlich in Langerwehe, Stütgerloch, Hamich, heistern, D`horn, Geich und Obergeich sowie in Luchem.

Hans-Joachim Riediger

Hans-Joachim Riediger

Hans-Joachim Riediger, FDP:

Was wollen Sie in den nächsten sechs Jahren in der Gemeinde verändern?
Fünf Punkte sind uns besonders wichtig: die Erschließung des Gewerbegebietes „Am Steinchen“, die Schaffung neuer Arbeitsplätze als Ersatz für wegfallende Stellen nach Auslaufen der Tagebaue, die Ansiedlung eines Supermarktes mit Vollsortiment, die Bebauung der Grundstücke am Töpferbrunnnen zur Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten und die Verbesserung der ahversorgung in den Ortsteilen außerhalb des Zentralortes.

Welches Thema wollen sie als Erstes anpacken?
Zuerst wollen wir die interkommunale Zusammenarbeit verstärken und die Kooperation mit den Nachbarkommunen intensivieren. So kann die Gemeinde Langerwehe auf Verwaltungsebene wertvolle Synergieeffekte erzielen .

Wie kann die Gemeinde Langerwehe trotz knapper Kassen fit für die Zukunft werden?
Es muss gelingen, unsere gute Infrastruktur zu erhalten und noch zu verbessern. Zusammen mit der Indeland GmbH müssen wir einen Rahmenplan Naherholung umsetzen und auch unsere öffentlichen Gebäude, Schulen und Kindergärten weiter energetisch sanieren. Das bringt neues Einsparpotenzial. Außerdem sollten Bauflächen in allen Ortsteilen ausgewiesen werden.

Hans-Jürgen Knorr

Hans-Jürgen Knorr

Hans-Jürgen Knorr, Bündnis 90/Die Grünen:Was wollen Sie in den nächsten sechs Jahren in der Gemeinde verändern?
Meinen Auftrag als gewählter Vertreter unserer Gemeinde möchte ich mit den Bürgern erfüllen. Dazu gehört, dass die Mitsprache der Bürger nicht mit dem Wahltag enden darf. Mit Zukunftswerkstatt, Dorfwerkstätten, Personengruppen und Einzelbürgern stehen uns viel Wissen, ungeahnte Ideen und hohes Engagement zur Verfügung. Es darf kein Nebeneinander von Bürgern und Rat, sondern es muss ein Miteinander geben.

Welches Thema wollen sie als Erstes anpacken?
Die Energiewende soll gelebt werden. Flächen für Windenergie sind vorhanden. Wir brauchen eine Gemeinschaft aus Gemeinde und Bürgern zur Erzeugung und Nutzung der Energie. Nicht nur die Energie soll hier vor Ort erzeugt werden, sondern auch ihr Ertrag muss bei der Gemeinde und den Bürgern bleiben. Die Planung von Fernwärme für neue Gewerbegebiete ist eine zu prüfende Alternative zur Nutzung von Einzelanlagen.

Wie kann die Gemeinde Langerwehe trotz knapper Kassen fit für die Zukunft werden?
Die Kassen von Langerwehe können zum Teil mit Gewerbesteuermehreinnahmen aus neuen Firmen und aus der Windenergie gefüllt werden. Gewerbliches Bauland ist auszuweisen. Fit wird eine Gemeinde auch durch Angebote zur Nahversorgung in den
kleinen Ortsteilen, durch Vorsorge für ältere Bürger sowie mit Gästen aus Flüchtlingsgebieten.

Hans-Uwe Endrigkeit

Hans-Uwe Endrigkeit

Hans-Uwe Endrigkeit, SPD-Fraktion:Was wollen Sie in den nächsten sechs Jahren in der Gemeinde verändern?
Für uns heißt es „Die Menschen im Mittelpunkt. Das Wir entscheidet.“ Bürger sollen stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden. Einen ersten Schritt dazu konnten wir durch unsere Bürgerbefragung bereits gehen. Von Bedeutung ist auch eine stärkere Vernetzung der Zukunfts- und Dorfwerkstätten mit den Ratsgremien. Soziale und bedarfsgerechte Unterstützung aller
Bevölkerungsgruppen und die Weiterentwicklung des Rahmenstrukturplans sind unsere Ziele, um Langerwehe lebens- und liebenswert zu gestalten.

Welches Thema wollen sie als Erstes anpacken?
Die Stärkung der Beteiligungskultur ist uns sehr wichtig. Hier wollen wir eine Priorität setzen. Es gilt aber auch, finanzielle Handlungsräume zu schaffen, um den Bedürfnissen aller gerecht werden zu können. Die Entlastung der Gemeinde durch Sparsamkeit im Kreishaushalt Düren und der damit verbundenen sinkenden Kreisumlage sind ein erster Schritt.

Wie kann die Gemeinde Langerwehe trotz knapper Kassen fit für die Zukunft werden?
Es gilt Strukturen zu schaffen, die nachhaltig die Einnahmesituation verändern. Die Realisierung des Autobahnanschlusses und der geplanten Gewerbegebiete ist wichtig. Bürgerschaftliches Engagement, wie in Zukunfts- und Dorfwerkstätten, den Vereinen oder der Langerweher Tafel, die Feuerwehr und viele weitere ehrenamtlich engagierte Menschen machen uns fit für die Zukunft.