Verfasste Beiträge ‘kfd’

“Leben im Sterben, wenn das Leben eines geliebten Menschen zu Ende “, so heißt das Thema einer Informationsveranstaltung der Hospizbewegung Düren, zu der die kfd-Langerwehe am Donnerstag, 13. Oktober, um 19 Uhr ins Pfarrheim Langerwehe herzlich einlädt.
Um eine wirksame Entlastung des Sterbenskranken und seiner Familie zu erreichen, bedarf es einer umfassenden Wahrnehmung der aktuellen Situation. Hierzu werden die ehrenamtlichen Hospizhelfer geschult, um die besonderen Bedürfnisse des Sterbenden sensibel erfassen zu können.
Sie stehen den Sterbenden und ihren Angehörigen zur Seite. Sie machen regelmäßige Hausbesuche, Sitzwachen am Krankenbett, auch bei stationären Aufenthalten, sie lesen vor, hören zu oder gehen zur Hand, wo es notwendig ist.
Über die vielfältigen Aufgaben der Hospizhelfer und Ihr Hilfsangebot informieren ehrenamtliche Mitglieder der Bewegung an diesem Abend. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

So sehen die Stolpersteine von Gunter Demnig aus. Dieser liegt in der Stürtzstraße in Düren.

Wie toepfergemeinde.de bereits berichtet hat, sollen auch in Langerwehe so genannte Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegt werden. Die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) hatte die Idee zu der Aktion. Gunter Demnig  erinnert mit seinen kleinen Kunstwerken an die Opfer der Nazi-Zeit in Deutschland, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 500 Orten Deutschlands, zum Beispiel auch in Düren,  und in mehreren Ländern Europas. “Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist”, sagt Gunter Demnig. „Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.“

Mittlerweile hat ein erstes Informationstreffen in Langerwehe statt gefunden, es haben sich bereits Sponsoren gefunden (jeder Stolperstein kostet um die 100 Euro) und Ralph Becker aus Luchem hat seine Recherchen über jüdische Familien in Langerwehe zur Verfügung gestellt.

In der Kategorie “Nachgeforscht” will toepfergemeinde.de versuchen, ein wenig über die Geschichte der Wehter Juden zu erzählen. In den 30er Jahren haben etwa 60 Jüdinnen und Juden in Langerwehe gelebt, 23 haben es nicht geschafft, sich vor den Nazis in Sicherheit zu bringen.

Dr. Hans Porschen.

Wir beginnen unsere neue Serie mit dem Kaufmann Leo Höxter. Dr. Hans Porschen, ehemaliger Ortsvorsteher von Langerwehe, hat uns mit Informationen über Herrn Höxter versorgt. Wenn auch Sie, liebe Leser von toepfergemeinde.de, Kenntnisse über jüdische Familien in Langerwehe haben, dann lassen Sie es uns bitte wissen. Damit zumindest einige Namen, denen Gunter Demnig im Dezember einen Stolperstein setzen wird, auch ein Gesicht, eine kleine Geschichte bekommten.

Leo Höxter ist am 28. August 1882 geboren, ihm gehörten die Häuser Hauptstraße 83 und 85. Er war der festen Überzeugung, dass die Nazis, ihm nichts anhaben würden. Höxter hatte im ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft und war sogar mit einer Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. Kein Wunder also, dass er seine Textilgeschäft in der Hauptstraße auch nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten unbeirrt weiter führte.

Hier hat Leo Höxter mit seiner Familie gewohnt.

Er war in Langerwehe beliebt. Sehr beliebt sogar. Nicht selten konnten die Kunden bei Leo Höxter in Raten bezahlen, manchmal sogar ohne Anzahlung. Viele Kinder ärmerer Familien soll er für ihre Erste Heilige Kommunion unentgeldlich ausgestattet haben.

Irgendwann wurden Leo Höxter und seine Familie in einem Haus im Aachener Stadtteil Diepenbenden untergebracht, einige Male durfte er von da aus noch nach Langerwehe fahren. Alle Bewohner der Sammelunterkunft in Diepenbenden sind während des Krieges abtransportiert worden. Wohin, weiß keiner genau. Sicher ist nur, dass Leo Höxter und seine Frau verschollen sind. Von den beiden Töchtern ist nach dem Krieg nur Erika wieder aufgetaucht, sie war früh nach Israel ausgewandert. Der großen Beliebtheit Leo Höxters ist es wohl zu verdanken, dass heute in Langerwehe die Südtangente vom Bahnhofsplatz bis zur Einmündung in den Kreisverkehr (in unmittelbarer Nähe des jüdischen Friedhofs) nach ihm benannt wurde.

Marie-Theres Jung (links) überreicht eine erste Spende an Sonja Waltl vom Verein "Frauen helfen Frauen".

„kfd- Wir stärken Frauen in ihrer Einzigartigkeit und in ihren jeweiligen Lebenssituationen“, o lautet einer der zehn Leitbildsätze des Bundesverbandes der „Katholischen Frauen Deutschlands“ (kfd). Aus diesem Leitbildsatz heraus hat die kfd- Gruppe St. Martin Langerwehe in ihrer jüngsten Jahreshauptversammlung  beschlossen, den Verein „Frauen helfen Frauen“ aus  Düren, der unter anderem auch das Frauenhaus in Düren unterhält, regelmäßig zu unterstützen. Eine erste Spende konnte Marie-Theres Jung, Vorsitzende der Langerweher kfd-Gruppe jetzt an Sonja Waltl von „Frauen helfen Frauen“ übergeben.

Marie-Theres Jung: „Die Frauen der kfd- Langerwehe möchten damit ein Zeichen setzten und symbolisieren, dass es wichtig ist nicht nur an eigene Interessen und Freuden zu  denken, sondern auch an  Frauen, die in schwierigen Lebenssituationen sind, in denen Freuden ausbleiben.“

Nach einem Gottesdienst mit dem Thema. „Türen öffnen für andere“, den die kfd-Gruppen selbst gestaltet hatten, berichtete Sonja Waltl von den vielen Facetten der „Häuslichen Gewalt“. Sie stellte anonymisiert, den Weg einer Frau ins Frauenhaus, als Übergang in ein selbständiges Leben, dar.  Die kfd-Frauen waren sehr interessiert daran, mehr über die Beratungstätigkeit  des Vereins und seine Finanzierung zu erfahren.

Der Diözesanverband Aachen der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) feierte jetzt sein 80-jähriges Bestehen unter dem Motto “kfd- was für ein Schatz!”. Klar, dass auch die Langerweher kfd-Gruppe sich an diesem schönen und wichtigen Jubiläum beteiligte.  Aus diesem Grund trafen sich Mitglieder der kfd- Gruppe Langerwehe, genau wie ihre Kolleginnen aus dem Bistum Aachen, um beeindruckende Schatzkisten zu basteln, mit denen sie ausdrücken wollten, was für sie im kfd-Verband wertvoll ist.

Ihre Kunstwerke wurden am Jubiläumstag Anfang September mit  rund 500 anderen Schatzkisten aus 260 Pfarrgruppen zu einem Gesamtkunstwerk errichtet, mit dem verdeutlicht werden soll, dass jede Frau und jede Pfarrgruppe mit ihrem Engagement und Fähigkeiten wertvoll für unsere Gesellschaft ist.„Wie soll ich das wohl darstellen, was meinen „die in Aachen“ damit, ich bin überhaupt nicht kreativ, mir fehlt fast alle Phantasie ! Soll ich da überhaupt mitmachen?“  Fragen über Fragen, die sich die Langerweher Frauen gestellt haben. Doch dann ging es ziemlich schnell und vor allen Dingen ziemlich kreativ los: Thema erfassen, Material sichten, Ideen austauschen, Fähigkeiten einbringen, Missverständnisse beseitigen, Einzelideen kreativ entwickeln, Anerkennung, Aufmunterung, Fragen nach dem Sinn, erkennen, verwerfen und neu gestalten- kurz auch bei der Schatzkistenaktion wurde eigentlich ein ganz normales kfd- Erleben sichtbar.

Und das Ergebnis der Wehter kfd-Frauen konnte sich wirklichs ehen lassen. Hier einige Leitsätze der Schatzkisten aus der Töpfergemeinde:

“Für mich ist kfd der Ort ,wo  ein Leitbild begleitet, ein scheinbar leerer Raum dicht gefüllt ist, wo ich leicht werden kann wie ein Schmetterling und herzliche Zuwendung erfahren kann. Wo Sprünge auf mancherlei Art machen kann wie ein Frosch, Wachsamkeit erlerne und schnattern kann wie Gänse, Sterne und Kometen entdecke, zur Entfaltung und zur Hoffnung auftauchen.”

“In der Vielfalt der Jahreszeiten, dargestellt durch Nikolausstiefel, Blätter, Obst und Gemüse, Engel und Blumen erfahre ich die Kostbarkeit der Zuwendung, der Kritik und der Hilfe.”

“Als erschöpfte Frau kann ich ausruhen- in Szene gesetzt durch Bank mit Maus .Vom Lachen erzählen viele Smilies, die Wertschätzung des Menschen zeigt ein Kinderbild, Handabbildungen stehen für hinweisen, streicheln und verbinden, sie bringen Licht.  Noten sind Zeichen für die fröhlichen Lieder in manchen kfd- Runden, ein Sorgenpüppchen ist Zeichen für das Mittragen im Kummer, die verschlossene Rolle symbolisiert  Vertrauen und Verschwiegenheit, für die in der Gesprächsrunde ausgesprochenen persönlichen Dinge und für meine  Träume.”
“Einige Fußabdrücke und Steine sprechen vom  wieder gemeinsamen Weg  in Schwierigkeiten, Stiefmütterchen und bunte Blumen am Wegrand haben auch ihre eigene  Sprache.”

Die Langerweher kfd-Gruppe besteht seit fast 37 Jahren, die engagierten Damen empfinden sie als “ein großer Schatz zwischen Rose und Wäscheklammer, zwischen Gott und Mensch”. Das Leben einer jeden kfd- Pfarrgruppe ist vielfältig, sie  fördern nicht nur das Miteinander in den Gemeinden  durch  die Gestaltung verschiedener Gottesdienstformen und anschießenden Zusammenkünften, sondern sie  bieten auch  ein vielfältiges spirituelles und kulturelles Bildungsangebot. Durch die Mitgliedschaft im kfd- Bundesverband , der mit 600 000 Mitgliedern der größte katholische Verband und größte Frauenverband Deutschlands ist , trägt jedes einzelne Mitglied zur Gewichtung der Aussagen des Verbandes bei. Die kfd setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Gesellschaft und Politik ein.