
"Alles für die Katz" war das Motto der Orgelbausitzung.
Winfried Maier, Präsident der Langerweher Karnevalsgesellschaft “Pannebäckere” hat es wunderschön auf den Punkt gebracht. “Das hier ist unsere Heimat. Hier kommen wir immer wieder gerne hin”, hat er bei der 14. Karnevalssitzung des Langerweher Orgelbauvereins am Samstag Abend im Pfarrheim der Töpfergemeinde gesagt. Und treffender hätte man es eigentlich überhaupt nicht formulieren können. Die Karnevalssitzung mit dem Orgelbauverein ist wirklich ein Stück zu Hause - weil man mit Menschen feiert, die man kennt und mag, und weil das fast siebenstündige Sitzungsprogramm wieder mit jede Menge Lokalkolorit begeistern konnte. Na ja, und ganz sicher auch, weil der Karneval des Orgelbauvereins irgendwie ursprünglich ist: Lustig, natürlich, aber auch bissig und kritisch. Hier wird der Finger – auch – in die Wunge gelegt. Und machmal eben genau dahin, wo es weh tut. Und das ist ja schon seit jeher auch der Sinn von Fastelovend: Die Obrigkeit gründlich aufs Korn nehmen.

Moderator Kurt Gielgen
Wie immer hatten die Organisatoren jede Menge Helferinnen und Helfer, die für Speisen und Getränke sorgten. Clemens von Scheibler ist hier zu nennen, genau wie Nelly und Friedel Pohl mit ihrem Team. Und für die Besucherinnen und Besucher war wie immer alles kostenlos. “Wir sammeln Spenden”, so Kurt Gielgen. “Die neue Orgel ist noch lange nicht bezahlt.” Über 20000 Euro ist bei den vergangenen 13 Sitzungen des Orgelbauvereins zusammengekommen.
Das Motto der 14. Orgelbausitzung war “Alles für die Katz”, auch deswegen gab es im voll besetzten Saal jede Menge Kätzchen und Mäuse zu sehen, aber auch ein echter Kratzbaum ist gesichtet worden. Kompliment für die vielen originellen Kostüme! Eröffnet wurde der Abend wie immer von Uschi Nieveler und Christel Dick, die “Frauen für alle Fälle”, die mit einem flotten Zwiegespräch, das wieder einmal ziemlich “Langerweherisch” daherkam, dem Publikum gleich zu guter Laune verhalfen. Es ging unter anderem um das Geschäftssterben auf der Langerwehe Hauptstraße, die Ehemänner und die Wehter Tankstelle, weil die schließlich der ”teuerste Ort des Dorfes” sei.
Viel Applaus ernteten auch die “Wehter Vokalisten” mit Walter Jordans, Johannes Herten, Bert Graff und Martin Jung, die einige Hits der Kölner Kultband “Bläck Fööss” im Gepäck hatten, und unübertroffen war ohne Zweifel der Auftritt von Lothar Kurth und Alois Sievers, die sich den berühmten Badewannen-Sketch von Loriot vorgenommen hatten, und als Herr Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner in der Wanne saßen und einen großartigen und sehr erfolgreichen Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums starteten.

Viel Spaß mit dem "Chor vom Jung"
Heinrich Dohmen war wie immer als “Doof Nuss” mit dabei, und erstmalig wagte auch Moderator Kurt Gielgen einen Ausflug in die Bütt. Er hatte sich das Motto des Abends zum Thema gemacht und erntete viele Lacher. Die Sängerinnen und Sänger des “Jungen Chores”, der seit Samstag allerdings der “Chor vom Jung” heißt (Kurt Gielgen: “Früher waren die Sängerinnen jung und schön, heute sind sie nur noch schön!”) präsentierten alte Schlager und spätestens als die Eschweiler “Inde-Rebellen” die Bühne im Pfarrheim enterten war der Raum ein echter Hexenkessel. Besser hätte die Stimmung einfach nicht sein können. Schön auch, dass – wie immer – beide Langerweher Karnevalsgesellschaften, also die KG “Löstige Döppesbäckere” und die “Pannebäckere”, den Jecken beim Orgelbaukarneval einen Besuch abstatteten. Mitsamt Musikkapelle, Funkemariechen, Garden und Schautanzgruppen. Klar, dass auch das Wehter Prinzenpaar, Marlene und Hubert Gasper, bei dem närrischen Treiben nicht fehlen durfte. Und auch Alfred Winges, in der vergangenen Session Karnevalsprinz in Eschweiler und deswegen in Langerwehe nicht mit von der Partie, war wieder da. Als “der Lange” hatte er wieder eine prima Büttenrede im Gepäck.
Höhepunkt des Programms war auch am Samstag wieder der Auftritt der “Drei Grazien”, die wie immer von ihrem Platz auf dem Langerweher Friedhof das Geschehen in Langerwehe bestens im Blick hatten.

Die drei Grazien hatten ihren Giftzahn frisch gefüllt.
Themen hatten Bert Graff, Walter Jordans und Johannes Herten wahrlich genug. Es ging um das leidige Thema Parken auf der Hauptstraße, das neue Begenungszentrum “Marienkapelle”, das derzeit in Jüngersdorf entsteht und ohne Zweifel Tsunami-sicher ist, das rote Haus am Wehebach (das nicht früher einmal in Monschau gestanden hat), den neuen Handyladen an der Hauptstraße. Klar, dass auch das Pfarrleben in St. Martin bei dem Vortrag der “Grazien” eine große Rolle spielte.
Insgesamt war es bei sechseinhalb Stunden Karneval, der ja fast ausschließlich von Laien gestaltet wurde, keine Sekunde langweilig. Im Gegenteil. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Danke für eine tolle Sitzung! Und Danke für den schönen Orden, er hat schon seinen Ehrenplatz in der Redaktion von toepfergemeinde.de gefunden! Bis nächstes Jahr!
Aber genug der Worte: Alle Fotos von der tollen Sitzung gibt es hier – ein Klick genügt. Viel Spaß beim Bildergucken!