Verfasste Beiträge ‘Karneval’

 

Hans Weber schreibt Gedichte in Platt.

Alaaf! Rechtzeitig zum närrischen Treiben hat Hans Weber aus Pier zu Stift und Papier gegriffen und ein nettes Gedichtchen über den “Fastelovend” in der Töpfergemeinde. Und damit sind von uns aus der Redaktion von toepfergemeinde.de auch schon genug der Worte gemacht. Nur soviel noch: Viel Spaß beim Feiern! Und treibt es nicht zu toll!

Fastelovend en Langeweh’

 Die Fastelovendszeck es komme,
överall joh‘n  decke Tromme.
Sujar die allerklenste Kenge
doh‘n  at Karnevalsleeder senge.
Beijebraat  met vell Jescheck
von enem  echte  „Kengejaadejeck“. 

De  Vorstand, – Prinzepaar, – Kapell’,
send stets met jecke Töön’  zur Stell.
Dann triff me sich en Saal on Zelt,
on keene lurt höck ob et Jeld.
Och manches Bierche drenke mir he,
su schnell jeht keene en de Knee.

       Et wird jedanz, sich Freud‘  jemaat,
on jeder es joot objelaat.
Sujar vom Bürjeramt der „Hein“fenk schunkele,
büzze on danze fein.
      Ob Trienche, Fienche, Tant’ on Ühm,
all‘  han  e‘  wunderschön Kostüm.

Verjesse es der Alldaachsstress,
mir losse de Wiessel us de Kess.
Zom Wehter Fastelovendszoch
jeht jeder hen, dat wesse me doch.
Dann fengt üsch pünktlich en am Maat,
e‘  Höötche ob, on metjemaat.

On jitt der Zoch sich dann ob Lapp,
dann es et janze Dörp ob trapp.
Dat Völekche es besonders jeck
bei  „Markus“ an de Schöntaler  Eck.
He hät ene Prinz net Häng jenoch -
Kamelle fleje, on Strüßjere och.

Die Glücksfee us dem Lottolade
deet met Jetränke ons obwade.
Nom Uhles,- jo do jeht me jear,
do  komme de schönste Kösche  her.
Et Dörp eraf, et Dörp erop,
joh‘n  alle Düre on Fenstere ob.

Et Hezz ons hüdere schlare deet,
von su vell echte Freundlichkeet.
On send die jecke Daach verjange,
dann losse mir de Kopp net hange.
Em nächste Johr, dat weeß jeder Klütt,
ene neuje Fastelovend kütt…

Töpfermeister Tünn ist wieder da!

Und? Wart Ihr auch am Samstag beim Orgelbaukarneval im Pfarrheim? Also, echt, Freunde, ich war natürlich vor Ort und was soll ich sagen? So viel Spaß habe ich schon lange nicht mehr gehabt! Echt toll, die Sitzung! Wahnsinn! Vor allem der Vortrag der “Drei Grazien” am Schluss war wie immer wunderbar – gleichzeitig amüsant und trotzdem manchmal auch nachdenklich stimmend. Also, wenn das stimmt, dass der frühere Langerweher Pastor Rüdiger Hagens bei der Sitzung nicht mehr auftreten darf…. Mann, oh, Mann, das wäre schon ein starkes Stück… Aber darüber wollte ich gar nicht reden, aber Ihr wisst ja, was passiert, wenn ich einmal ins Plaudern gerate….

So richtig aus der Seele gesprochen haben mir die “Drei Grazien” in Sachen Karneval und Karnevalsgesellschaften in Langerwehe. Die Karnevalsgesellschaft (KG) “Rot-Weiß Pier” mitgezählt, haben wir in der Töpfergemeinde mittlerweile drei Karnevelsgesellschaften. Und das bedeutet in Langerwehe drei Mal Sessionseröffnung, drei Mal Prunksitzung oder Kappensitzung – und das jedes Mal vor nicht wirklich vollen Sälen. In diesem Jahr war es zu allem Überfluss dann sogar so, dass die “Löstigen Döppesbäckere” und “Rot-Weiß-Pier” ihre großen Sitzung am gleichen Abend gemacht haben. Also wirklich, liebe Karnevalisten: Das muss doch nun echt nicht sein. Und deswegen hatten die “Grazien” absolut Recht, als sie gesagt haben, dass man sich an Karneval doch eigentlich verstehen soll, um miteinander zu feiern. Und auch wenn die “Pannebäckere” sich vor knapp 20 Jahren gegründet hatten, weil es irgendwelchen Knatsch mit den “Döppesbäckeren” gab, sollten die Verantwortlichen von heute sich gemeinsam mit den Karnevalisten aus Pier vielleicht doch vor der kommenden Session an einen Tisch setzen. Einfach, um die nächsten Termine zu planen. Und um zu überlegen, ob es nicht nicht noch mehr gemeinsame Veranstaltungen geben kann. So wie die große Party an Karnevalssamstag beispielsweise. Dann platzt die Kulturhalle nämlich in der Regel aus allen Nähten. Zusammen kann man sich vielleicht auch ein noch attraktiveres Sitzungsprogramm leisten, das viel mehr Wehter Jecken anspricht. Und ich könnte dann auch bis zum Ende mitschunkeln und müsste nicht mittendrin abbrechen, um vom Festzelt in Pier bis zur Kulturhalle zu fahren…

In diesem Sinne Freunde, drei Mal Langerweher Fastelovend Alaaf!!!

"Alles für die Katz" war das Motto der Orgelbausitzung.

Winfried Maier, Präsident der Langerweher Karnevalsgesellschaft “Pannebäckere” hat es wunderschön auf den Punkt gebracht. “Das hier ist unsere Heimat. Hier kommen wir immer wieder gerne hin”, hat er bei der 14. Karnevalssitzung des Langerweher Orgelbauvereins am Samstag Abend im Pfarrheim der Töpfergemeinde gesagt. Und treffender hätte man es eigentlich überhaupt nicht formulieren können. Die Karnevalssitzung mit dem Orgelbauverein ist wirklich ein Stück zu Hause - weil man mit Menschen feiert, die man kennt und mag, und weil das fast siebenstündige Sitzungsprogramm wieder mit jede Menge Lokalkolorit begeistern konnte. Na ja, und ganz sicher auch, weil der Karneval des Orgelbauvereins irgendwie ursprünglich ist: Lustig, natürlich, aber auch bissig und kritisch. Hier wird der Finger – auch – in die Wunge gelegt. Und machmal eben genau dahin, wo es weh tut. Und das ist ja schon seit jeher auch der Sinn von Fastelovend: Die Obrigkeit gründlich aufs Korn nehmen.

Moderator Kurt Gielgen

Wie immer hatten die Organisatoren jede Menge Helferinnen und Helfer, die für Speisen und Getränke sorgten. Clemens von Scheibler ist hier zu nennen, genau wie Nelly und Friedel Pohl mit ihrem Team. Und für die Besucherinnen und Besucher war wie immer alles kostenlos. “Wir sammeln Spenden”, so Kurt Gielgen. “Die neue Orgel ist noch lange nicht bezahlt.” Über 20000 Euro ist bei den vergangenen 13 Sitzungen des Orgelbauvereins zusammengekommen.

Das Motto der 14. Orgelbausitzung war “Alles für die Katz”, auch deswegen gab es im voll besetzten Saal jede Menge Kätzchen und Mäuse zu sehen, aber auch ein echter Kratzbaum ist gesichtet worden. Kompliment für die vielen originellen Kostüme! Eröffnet wurde der Abend wie immer von Uschi Nieveler und Christel Dick, die “Frauen für alle Fälle”, die mit einem flotten Zwiegespräch, das wieder einmal ziemlich “Langerweherisch” daherkam, dem Publikum gleich zu guter Laune verhalfen. Es ging unter anderem um das Geschäftssterben auf der Langerwehe Hauptstraße, die Ehemänner und die Wehter Tankstelle, weil die schließlich der ”teuerste Ort des Dorfes” sei.

Viel Applaus ernteten auch die “Wehter Vokalisten” mit Walter Jordans, Johannes Herten, Bert Graff und Martin Jung, die einige Hits der Kölner Kultband “Bläck Fööss” im Gepäck hatten, und unübertroffen war ohne Zweifel der Auftritt von Lothar Kurth und Alois Sievers, die sich den berühmten Badewannen-Sketch von Loriot vorgenommen hatten, und als Herr Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner in der Wanne saßen und einen großartigen und sehr erfolgreichen Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums starteten.

Viel Spaß mit dem "Chor vom Jung"

Heinrich Dohmen war wie immer als “Doof Nuss” mit dabei, und erstmalig wagte auch Moderator Kurt Gielgen einen Ausflug in die Bütt. Er hatte sich das Motto des Abends zum Thema gemacht und erntete viele Lacher. Die Sängerinnen und Sänger des “Jungen Chores”, der seit Samstag allerdings der “Chor vom Jung” heißt (Kurt Gielgen: “Früher waren die Sängerinnen jung und schön, heute sind sie nur noch schön!”) präsentierten alte Schlager und spätestens als die Eschweiler “Inde-Rebellen” die Bühne im Pfarrheim enterten war der Raum ein echter Hexenkessel. Besser hätte die Stimmung einfach nicht sein können. Schön auch, dass  – wie immer – beide Langerweher Karnevalsgesellschaften, also die KG “Löstige Döppesbäckere” und die “Pannebäckere”, den Jecken beim Orgelbaukarneval einen Besuch abstatteten. Mitsamt Musikkapelle, Funkemariechen, Garden und Schautanzgruppen. Klar, dass auch das Wehter Prinzenpaar, Marlene und Hubert Gasper, bei dem närrischen Treiben nicht fehlen durfte. Und auch Alfred Winges, in der vergangenen Session Karnevalsprinz in Eschweiler und deswegen in Langerwehe nicht mit von der Partie, war wieder da. Als “der Lange” hatte er wieder eine prima Büttenrede im Gepäck.

Höhepunkt des Programms war auch am Samstag wieder der Auftritt der “Drei Grazien”, die wie immer von ihrem Platz auf dem Langerweher Friedhof das Geschehen in Langerwehe bestens im Blick hatten.

Die drei Grazien hatten ihren Giftzahn frisch gefüllt.

Themen hatten Bert Graff, Walter Jordans und Johannes Herten wahrlich genug. Es ging um das leidige Thema Parken auf der Hauptstraße, das neue Begenungszentrum “Marienkapelle”, das derzeit in Jüngersdorf entsteht und ohne Zweifel Tsunami-sicher ist, das rote Haus am Wehebach (das nicht früher einmal in Monschau gestanden hat), den neuen Handyladen an der Hauptstraße. Klar, dass auch das Pfarrleben in St. Martin bei dem Vortrag der “Grazien” eine große Rolle spielte. 
Insgesamt war es bei sechseinhalb Stunden Karneval, der ja fast ausschließlich von Laien gestaltet wurde, keine Sekunde langweilig. Im Gegenteil. Die Zeit ist wie im Flug vergangen.  Danke für eine tolle Sitzung! Und Danke für den schönen Orden, er hat schon seinen Ehrenplatz in der Redaktion von toepfergemeinde.de gefunden! Bis nächstes Jahr!

Aber genug der Worte: Alle Fotos von der tollen Sitzung gibt es hier – ein Klick genügt. Viel Spaß beim Bildergucken!

Kleine Mariechen bei der Kappensitzung der "Löstige Döppesbäckere".

 „Die Sitzung ist einfach Spitze. Ich bin total begeistert.“ Es ist Samstag Abend, kurz nach 21 Uhr, und die Kulturhalle Langerwehe kocht. Die traditionsreiche Langerweher Karnevalsgesellschaft (KG) „Löstige Döppesbäckere“ hat zu ihrer Kappensitzung eingeladen, und die ist in dieser Session wirklich etwas Besonderes. Zum einen, weil die Wehter „Döppesbäckere“ ihr 66-jähriges Jubiläum feiern und zum anderen, weil die Gesellschaft mit Hubert und Marlene Gasper in diesem Jahr zum ersten Mal das Prinzenpaar der Töpfergemeinde stellt. Ein überaus sympathisches Prinzenpaar noch dazu. 

Wieder führte „Döppesbäckere“-Präsident Jürgen Frings gekonnt durch ein Sitzungsprogramm, das mit eigenen und fremden Kräften für jede Menge Spaß und Unterhaltung sorgte. Zu Beginn des rund fünf Stunden dauernden Programms durften die kleinen Tänzerinnen der KG „Löstige Döppesbäckere“ ihr Können unter Beweis stellen. Mit dabei waren unter anderem die Bambini-, Jugend- und Juniorengarde. Für viel Applaus und gute Laune sorgten dann im weiteren Verlauf der Sitzung Stimmungssänger Rolf Weber, Redner Jonas Wintz, vielen besser bekannt als „Stadtstreicher“, die Musikgruppe „Mennekrather“ und das närrische Duo „Botz un Bötzje“.

Karnevalsorden aus Ton

Ein tolles Bild auf der Bühne in der Langerweher Kulturhalle boten die Mitglieder der Aachener Karnevalsgesellschaft „Oecher Penn“ und des Tanzcorps „Sandhasen Oberlahr“. Klar, dass Sängerin Wicky Junggeburth und Stimmungsband „Botzedresse“ den Närrinnen und Narren in Langerwehe ebenfalls tüchtig einheizten. Für den passenden musikalischen Rahmen der Sitzung sorgte die Feuerwehrkapelle aus Luchem. 
Übrigens ist der Name „Löstige Döppesbäckere“ bei den Wehter Karnevalisten ja wirklich Programm. Der Orden der Gesellschaft ist auch in dieser Session wieder aus Ton gefertigt, für das schöne Motiv sind wie immer „Döppesbäckerre“-Ehrenpräsident Robert Wamig und seine Frau verantwortlich.  Der Orden zeigt in diesem Jahr ein typisches Tongefäß, die „Langerweher Baare“, die früher unter anderem zum Einmachen von Weißkohl gebraucht wurde.
Auch am Tag nach der Kappensitzung wurde in Langerwehe tüchtig weitergefeiert. Dann hatten die Jungen und Mädchen in der Töpfergemeinde das Sagen und erlebten eine tolle Kindersitzung in der Kulturhalle.

Kleine Mariechen ganz groß in Pier.

Heinrich Mons (links) wurde von Heribert Kaptain mit der höchsten Ehrung des Bundes deutscher Karneval ausgezeichnet. Er bekam für seine langjährige Vorstandsarbeit den goldenen Verdienstorden mit Brillanten verliehen.

Für Heinrich Mons war die Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß Pier” ganz sicher ein besonderer Abend. Der Vollblut-Karnevalist, der über 40 Jahre im Vorstand der Pierer Karnevalsgesellschaft aktiv war, bekam von Heribert Kaptain vom Bund Deutscher Karneval (BDK) den höchsten Orden, den dieser Verband zu vergeben hat. Mons wurde mit dem goldenen Verdienstorden mit Brillanten ausgezeichnet. 
Aber auch sonst hatte die Sitzung im Festzelt im Langerweher Ortsteil Pier viele Überraschungen parat. Helmut Löwenkamp, der die Pierer Karnevalisten seit langem mit Rat und Tat unterstützt, wurde neuer Ehrensenator der Gesellschaft, Heinz-Peter Krebs und Gemma Krebs-Hergarden, Prinzenpaar der vergangenen Session wurde mit einem schmucken roten Zylinder aus ihrem aktiven Dienst als Narrenherrscher verabschiedet. 

Rund 500 bunt kostümierte Jecken hatten den Weg ins Festzelt an der Bonsdorfer Straße gefunden, Gott sei Dank möchte man sagen, denn Literat Karl-Heinz Schmidt hatte ein wirklich tolles Programm auf die Beine gestellt, durch das Präsident Hans-Winand Hamacher, vielen besser bekannt als „Wiemel” gewohnt charmant und schwungvoll führte. 

Mit von der Partie war die Tanzgruppe „Teichmäuse reloaded” aus Jülich mit Trainerin Natalie Kehren, das Männerballett „Bier- und Wurstverein Drove” und die „Grün-Weißen Funken vom Zippchen” aus Köln-Büllesbach.  Flotte karnevalistische Rhythmen gab es in Pier natürlich von der Bläsergruppe Ellen unter der Leitung von Willi Felder, die als Sitzungskappelle engagiert war, für Musik sorgten aber auch die Dürener Musikgruppe „De Bremsklötz”, das Spielercorps „1922 Pier” mit Tambourmajor Bert Hannes, die „Inde-Rebellen” aus Eschweiler und „De Stroßeräuber”, eine Truppe aus Mönchengladbach. 

Viel Applaus gab es bei der Sitzung der KG „Rot-Weiß Pier” auch für die Büttenredner, die tolle Witze und Anekdoten hatten. Die weiteste Anreise hatte wohl der „urige Bayer”, der eigens von Sonthofen nach Pier gekommen war. Aber auch Robert Reinartz von der Heisterner Karnevalsgesellschaft „KA-Ge-Hei”, und das Münsteraner Urgestein Rudi Grevsmühl hatten das Publikum sehr schnell auf ihrer Seite.