Verfasste Beiträge ‘Jakob Kuckertz’

Wollen weicheres Wasser für Langerwehe: Jakob Kuckertz, Heinrich Göbbels, Rolf Kurth und Heinrich Schumacher (von links)

In der Töpfergemeinde wird das Wasser weicher, aber auch teurer. Das teilte Heinrich Schumacher, Betriebsleiter vom Wasserwerk Langerwehe, mit. Auch BürgermeisterHeinrich Göbbels informierte über Wasser und Preise und betonte, die Entscheidung, jetzt aktiv zu werden, sei in der Verbandsversammlung einstimmig getroffen worden.

Schon seit langem ist das Trinkwasser ist Langerwehe zwar sehr bekömmlich und gesund, aber auch außergewöhnlich hart. Härtegrad 17 hatte es schon 2003, derzeit ist man bei Härtegrad 21 angekommen. Einige Langerweher Haushalte haben sich bereits selbst Entkalkungsanlagen angeschafft. Dies war immer mit erheblichen Kosten und nicht immer mit dem gewünschten Erfolg verbunden. „Eigene Anlagen zu finanzieren, das wird nun nicht mehr nötig sein“, sagt Jakob Kuckertz, Vorsitzender der Verbandsversammlung. Der Verbands wird 1,6 Millionen Euro in eine Anlage investieren, die das Wasser deutlich weicher machen wird. „Ziel ist es, auf einen Härtegrad von 9,5 bis 10 zu kommen“, erklärt Rolf Kurth, Vorsitzender des Betriebsausschusses. Die jährlichen Aufwendungen wie Betriebskosten, Abschreibungen und Zinsaufwand werden mit 207 000 Euro beziffert.

Mit dem Bau der Enthärtungsanlage soll Anfang kommenden Jahres begonnen werden. Mitte des Jahres wird der Kubikmeter Wasser um 20 Cent teurer (Wasserpreis derzeit: 1,04 Euro pro Kubikmeter). Die Membranfiltration wird im Januar/Februar 2014 in Betrieb genommen. Die Vorgehensweise ist mit der Bezirksregierung in Köln und dem Gesundheitsamt des Kreises abgestimmt.

Normalerweise braucht eine Person im Jahr durchschnittlich 35 Kubikmeter Wasser. Bei 20 Cent mehr pro Kubikmeter kann man die Erhöhung noch moderat nennen. Hinzu kommt, „dass die Kunden Wasser sparen und auch sparsame Geräte kaufen“, so Schumacher. Er verzeichnet im Wasserwerk einen sinkenden Verbrauch.

Wollen eine Enthärtungsanlage für Langerwehe: Jakob Kuckertz, Rolf Kurth, Heinrich Göbbels und Heinrich Schumacher.

„Wir wollen etwas für die Bürger tun“, sagt Bürgermeister Heinrich Göbbels. „Das Langerweher Wasser soll weicher werden.“ Derzeit hat das Wasser der Töpfergemeinde einen Härtegrad von 21,4 Grad deutsche Härte (zum Vergleich: das Dürenern Wasser hat 10 Grad). Die Folge: Das „Wasser ist äußerst kalkhaltig. Heinrich Schumacher. Betriebsleiter des Wasserleitungszweckverbandes (WZV) in Langerwehe: „Der Härtegrad unseres Wassers hat in den vergangenen Jahren noch zugenommen. Dagegen wollen wir etwas tun.“ Eine Enthärtungsanlage die an der Gewinnungsanlage in Wenau eingebaut werden soll, soll dafür sorgen, dass sich der Härtegrad des Langerweher Wassers halbiert.

Erste Gespräche mit dem Gesundheitsamt des Kreises Düren und der Bezirksregierung Köln seien sehr positiv verlaufen, so Schumacher. „Jetzt muss nur noch die Verbandsversammlung über die Anschaffung der Membranfiltration entscheiden.“ Schumacher ist genau wie Bürgermeister Göbbels, Rolf Kurth, Vorsitzender des Betriebsausschusses und Jakob Kuckertz, Vorsitzender der verbandsversammlung, zuversichtlich, dass die Verantwortlichen sich für die Investition in Höhe von etwa zwei Millionen Euro entscheiden. „Wenn alles klappt“, so Schumacher, „können wir die Anlage schon Ende 2013 in Betrieb nehmen.“ Ein Ingenierubüro ist bereits jetzt mit vorläufigen Planungsarbeiten betraut. Geprüft werden muss unter anderem, wie sich das enthärtete Wasser auf das bisherige Rohrnetz auswirkt.

Rolf Kurth rät daher auch allen Kunden des WZV, mit der Anschaffung einer privaten Wasserenthärtungsnalage zu warten. Die neue Membranfiltration wirkt sich auch auf den Wasserpreis in Langerwehe aus. „Voraussichtlich“, so Heinrich Schumacher, „wird der Wasserpreis um 20 bis 30 Cents pro Kubikmeter erhöhen.“ Bislang kostetder Kubikmeter Frischmasser 1,04 Euro.

Der WZV versorgt 5680 Hausanschlüsse (18 000 Menschen) mit Wasser. Die Kunden kommen aus Langerwehe, Lucherberg sowie Echtz und Konzendorf. Pro Jahr fließen 755 000 Kubikmeter Wasser. Ist die Anlage gebaut, soll sie auch über den Verkauf von Wasser an die Stadtwerke Düren refinanziert werden. 120 000 Kubikmeter kann der WZV abgeben. Darüber hinaus werden ie 1976 errichteten Behälterkammern am Hochbehälter Schönthal saniert. Die Kosten dafür liegen bei rund 500 000 Euro.

Tag der offenen Tür beim Wasserleitungszweckverband: Jakob Kuckertz, Heinrich Goebbels, Rolf Kurth und Heinrich Schumacher freuen sich drauf.

Der Wasserleitungszweckverband Langerwehe wird 100 Jahre alt. Das wird mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 17. September, von 10 bis 16 Uhr gefeiert. Betriebsleiter Heinrich Schumacher: „Der Wasserleitungszweckverband versorgt 5700 Haushalte, das sind 18 000 Menschen aus Langerwehe, Echtz, Konzendorf und Lucherberg, mit Wasser. Und ich glaube schon, dass sich viele Bürger begeistern lassen, zum Tag der offenen Tür zu kommen.“

Angeboten werden Führungen im Wasserleitungszweckverband in Jüngersdorf, Im Gewerbegebiet 3, in der Wassergewinnungsanlage Wenau und im Hochbehälter Schönthal. Es wird ein Busdienst eingerichtet, der die Menschen von einer Station zu anderen fährt.

Der Wasserleitungszweckverband hat sich 1911 gegründet, zunächst nur für die Ortschaften Lucherberg, Luchem, Jüngersdorf, Stütgerloch und Konzendorf. Erst Jahre später kamen auch die restlichen Langerweher Ortsteile dazu. Die eigentliche Wassergewinnungsanlage steht in Wenau, die Pumpstation, so der Betriebsleiter, befinde sich technisch auf dem neuesten Stand.

Heinrich Schumacher: „Wir haben aber Leitungen, die über 100 Jahre alt sind. Daran müssen wir etwas tun.“ Die Arbeiten laufen schon. Vor zwei Jahren hat die Verbandsversammlung nämlich beschlossen, rund vier Millionen Euro in das Rohrnetz zu investieren. Auch darüber wird beim Tag der offenen Tür selbstverständlich ausführlich informiert.

Heinrich Schumacher erklärt, der Tag der offenen Tür soll ein abwechslungsreiches Fest für die ganze Familie werden. Das genaue Programm steht noch nicht fest. Sicher sei aber, so Heinrich Schumacher gestern, „dass das Orchester der Bläservereinigung Merode bei unserem Jubiläumstag spielen wird.“Außerdem werde es natürlich auch besonders viele Attraktionen für die Kinder und Jugendlichen geben.

Darüber hinaus hat das Dach des Gebäudes des Wasserleitungszweckverbandes seit einiger Zeit eine Photovoltaikanlage. Bürgermeister Heinrich Göbbels: „Das Dach musste saniert werden, bei der Gelegenheit haben wir diese Anlage angeschafft.“ Der Wasserleitungszweckverband, so Göbbels, sei ein gesunder, florierender Betrieb, der sich diese Sanierung leisten könne. Die Anlage hat knapp 90 000 Euro gekostet und erzeugt 28 000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Damit kann der Wasserleitungszweckverband sich selbst versorgen, der überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist. Rolf Kurth, Vorsitzender des Betriebsausschusses: „Diese Maßnahme haben wir übrigens schon ziemlich lange vor Fukushima beschlossen.“