Verfasste Beiträge ‘Isabel Elsner’

Isabel Elsner

Isabel Elsner

Etwas mulmig ist ihr schon. Isabel Elsner ist rechtzeitig vor der Kommunalwahl 18 geworden, hat in den letzten Tagen ihr Abitur gebaut und bastelt noch an ihrem Führerschein. Und: Sie ist als Ratsmitglied in Langerwehe die jüngste gewählte Abgeordnete eines Kommunalparlamentes im Kreis Düren. „Ja, ich habe ein bisschen Bammel. Immerhin sitzen im Rat viele Politiker, die etliche Jahre Erfahrung gesammelt haben. Ich hoffe, dass die mich ernst nehmen“, sagt sie in einem Ton, der andeutet, dass sie eine andere Reaktion kaum dulden wird. Die junge Frau weiß, was sie will. „Nur weil ich klein, nett und jung bin, heißt das nicht, dass man mich nicht ernst nehmen darf“, schiebt sie direkt hinterher.

Dabei hat sie ihren ersten Einsatz als frisch gewählte Kommunalpolitikerin schon verpasst. Als sich der Gemeinderat in Langerwehe am Freitag konstituierte, blieb ihr Platz leer. „An dem Tag habe ich mein Abiturzeugnis erhalten und es war die Abifete. Da konnte ich nicht fehlen“, entschuldigt sie sich und man spürt, dass sie sich selbst am meisten darüber ärgert.

Mit 14 war Isabel Elsner schon klar, dass sie sich politisch engagieren wollte. Die Oma war in der SPD, der Vater hat für die Grünen im Gemeinderat gesessen – die 18-Jährige übernimmt quasi jetzt sein Mandat. Erste Erfahrungen in der Kommunalpolitik hat sie als Sprecherin der Jugendorganisation der Grünen im Kreis gesammelt. Flapsig formuliert, wollte sie dann aus dem Kindergarten raus und bei den Erwachsenen mitspielen. Jetzt also kommen sechs Jahre Kommunalpolitik auf sie zu. Entscheidungen über Kanalsanierungen, Zuschüsse an Vereine oder die Frage, wo Behälter mit Hundekotbeuteln aufgestellt werden sollen. Klingt nicht nach den wirklich spannenden Themen für eine lebensfrohe 18-Jährige, die von sich selbst sagt, dass sie gerne feiern geht. „Ich kann nicht direkt die ganze Welt retten. Ich will einfach politische Erfahrung sammeln.“ Möglichst in der vollen Bandbreite: „Ich will mich darüber freuen, wenn wir etwas im Rat durchbekommen haben, und ich will mich auch darüber ärgern, wenn wir andere nicht überzeugen können.“ Warum? Weil es ihr wichtig ist sich da zu engagieren, wo sie lebt. Das hat sie sich für die vollen sechs Jahre sehr ernsthaft vorgenommen. Ein Jahr lang wird sie nach dem Abi bei der Grünen-Landtagsfraktion arbeiten, dann beginnt ihr Studium. Wie sie dann Zeit für die Kommunalpolitik haben will? „Dann gehe ich abends mal nicht feiern“, macht sie deutlich, wie wichtig ihr das Ehrenamt ist. Auch, weil sie nicht nur grüne Interessen im Rat vertreten will, sondern sich als Ansprechpartnerin für Jugendliche versteht. „Ich weiß noch, als ich mich mit 14 für Politik interessiert habe. Damals hatte ich Angst, einfach einen Politiker anzusprechen. Die Angst möchte ich Jugendlichen heute nehmen.“