Verfasste Beiträge ‘Heinz Moll’

Spanischer Besuch in Langerwehe

Nachdem zwanzig Schülerinnen und Schüler des 8. und 9. Jahrgangs der Europaschule Langerwehe im Januar für eine Woche zu Besuch im spanischen Castelldefels bei Barcelona weilten, fand nun der Gegenbesuch in Langerwehe statt. Der auf eine Initiative der Lehrerinnen Fini Vossebürger und Beate Schneider zurückgehende Austausch mit der spanischen Schule aus Katalonien hatte den deutschen Schülern gut gefallen,  und so freute man sich schon auf die Anreise der zuvor mit dem Flugzeug in Düsseldorf gelandeten, neuen spanischen Freunde am Bahnhof in Langerwehe. Nach einer Stärkung in der Mensa und einer kleinen Willkommensfeier mit der Schulband begrüßte auch Schulleiter Heinz Moll die Neuankömmlinge aufs Herzlichste. In den folgenden Tagen standen, nach jeweils ein bis zwei Stunden gemeinsamen Unterrichts, Ausflüge in die Region auf dem Programm. So besuchte man den Tagebau Weisweiler, das Papiermuseum in Düren mit einem Workshopangebot und sogar zweimal die alte Kaiserstadt Aachen, wo man neben dem obligatorischen Dombesuch auch im Schülerlabor „robo-scope“ lernte, Miniaturrobotor zu steuern. Natürlich durfte auch das schöne Köln bei einem Deutschlandaufenthalt nicht fehlen und so suchte man nach einer Stadtführung und Dombesichtigung das Schokoladenmuseum auf und ließ den Tag mit einer ausgedehnten Shoppingtour ausklingen, um das eine oder andere Mitbringsel für die Lieben daheim in Spanien zu finden.

Am Samstag war dann wieder der traurige Tag des Abschieds gekommen und man versprach sich, in Kontakt zu bleiben und eventuell in den Sommerferien wieder vorbeizuschauen. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Zug zum Düsseldorfer Flughafen ging es für die Spanier wieder mit dem Flieger zurück in den sonnigen Süden.

Die stolzen Gewinner des Vorlesewettbewerbs mit Schulleiter Heinz Moll

Devin Karaszkiewiecz (6d) ist Sieger des Lesewettbewerbs der Europaschule Langerwehe und kann sich über eine Siegerurkunde und den Wanderpokal „Leseratte des Jahres“ freuen. Außerdem wird er seine Schule auf Kreisebene vertreten. Mit dem von ihm selbst gewählten Auszug aus Ulrike Roglers und Simone Veenstras „Tatort Fußballclub“ und dem für jeden Teilnehmer obligatorischen Auszug aus „Hier kommt Lola“ von Isabel Abedi erreichte er insgesamt die höchste Punktzahl, dicht gefolgt von Laura Jakobs (6c) und Jannis Hilbig (6a), die mit der Kurzgeschichte „Oma“ von Peter Härtling und „Sherlock Holmes: der Hund von Baskerville“ von Sir Arthur Conan Doyle zusammen auf den zweiten Platz kamen. Den dritten Platz erreichte Michelle Gier (6b), die aus „Ich schenk mir eine Geschichte: Kassandras Geheimnis“ von Michael Borlik vorlas. Den vierten Platz belegte Anna-Lena Uchyla (6e) mit einer Lesung aus der Kurzgeschichte „Die verschlossene Tür“ des Kinderbuchautoren Paul Maar.

Gute Vorleser!

Gute Vorleser!

Die fünf jungen Leseratten der Jahrgangsstufe 6 waren in der Gemeindebücherei angetreten, um sich einer kritischen Jury und dem Publikum aus Mitschülern zu stellen. Dabei mussten sie sich gleich in zwei Disziplinen messen: Zuerst sollten sie aus einem Buch ihrer Wahl eine vorbereitete Seite vorstellen und vorlesen; im zweiten Durchgang hingegen galt es, eine Seite aus einem unbekannten Werk vorzutragen.

Der Jury gehörten dieses Mal nicht nur Deutschlehrer an, sondern auch die Vorjahressiegerin Mia Möbes, die den heißbegehrten Wanderpokal an den neuen, stolzen Besitzer übergab.

Europaabgeordnete Sabine Verheyen und Schulleiter Heinz Moll.

Informationen aus erster Hand über Politik und Arbeit einer Europaparlamentarierin erhielten Schülerinnen und Schüler der Europaschule Langerwehe von der CDU-Europaabgeordneten Sabine Verheyen. Bei ihrem Besuch an der Schule beantwortete sie nach einer kurzen persönlichen Vorstellung bereitwillig und ausführlich die Fragen des Grundkurses Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 12.

Das Themenspektrum reichte dabei von der aktuellen Situation in Griechenland und dem europäischen Rettungsschirm, über das umstrittene EU-Urheberrechtsabkommen ACTA, dem möglichen EU-Beitritt der Türkei bis zu den europäischen Jugend- und Bildungsprogrammen. Bei Letzterem wurde besonders interessiert zugehört, als Frau Verheyen über den umstrittenen Fortbestand des Comenius-Programms berichtete, da einige der anwesenden SchülerInnen in diesem Schuljahr an einem Comenius-Projekt der Europaschule Langerwehe mit Spanien, Frankreich, Polen und der Türkei teilnehmen. Erfreut wurde dabei aufgenommen, dass sich die Besucherin grundsätzlich für eine Weiterführung des Programms aussprach.

Insgesamt machte Sabine Verheyen als überzeugte Europäerin den Schülerinnen und Schülern anschaulich deutlich, dass es zwar bei der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der EU-Mitgliedstaaten einerseits eine komplizierte Aufgabe sei, für alle befriedigende Regelungen und Gesetze zu finden, es aber andererseits für sie keine Alternative zur EU und damit einem gemeinsamen und friedlichen Europa gebe. Wenn sie auch zur Zeit davon ausgehe, dass man das Fundament des europäischen Hauses verstärken müsse, bevor man zu weiteren Auf- und Ausbauten komme, so sehe sie die Vereinigten Staaten von Europa als Zukunftsmodell der EU.

Dr. Alexander Mauckner

Einen interessanten Vortragsabend erlebten die Zuhörer jetzt im Forum der Europaschule Langerwehe. Dr. med. Alexander Mauckner,  Facharzt für Innere Medizin, Präventions- und Ernährungsmedizin, außerdem Mannschaftsarzt des Bundesligisten Alemannia Aachen, sprach im Rahmen der Vortragsreihe „Schule im Dialog“ über bewusste Ernährung und die Tücken der modernen Essenskultur.

Bei einem ersten Ausflug in die bunte Welt der Werbung erfuhr das Publikum, dass als Risikofaktoren für frühkindliches Übergewicht vor allem die Berufstätigkeit der Mutter und der Tabakkonsum des Vaters eine Rolle spielen. Je mehr Stunden ein Kind vor dem Fernsehen verbringe, desto dicker sei es in der Regel auch. Zur besten Kinder- und Vorabendprogrammzeit liefen bis zu 20 Food-Werbespots pro Stunde, von denen ein Grundschulkind bereits durchschnittlich 700 – zum Teil  auswendig – kenne.

Aber auch vor den älteren Konsumenten mache die Maschinerie der Werbeindustrie und der Nahrungsmittelhersteller nicht halt. Seien etwa 2007 bundesweit allein für – aus medizinischer Sicht weitgehend sinnlose und teilweise sogar schädliche – Vitaminpäparate 1,3 Milliarden Euro ausgegeben worden, betrage der Spendenanteil für die Welthungerhilfe demgegenüber nur 26 Millionen Euro. Auch so genannte Fitnessdrinks versprächen mehr und lieferten weit weniger als eine natürliche Apfelschorle dem ambitionierten Sportler bieten könne. Für eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse seien solche Designerlebensmittel kein Ersatz – im Gegenteil, sie schadeten viel mehr, als sie Vorteile brächten. Wer etwa täglich etwas für seinen Kreislauf tun wolle, der sei zumindest ernährungsphysiologisch mit einer „Gefäßdiät“ aus 150 Milliliter Rotwein (nicht mehr!), 10 Gramm dunkler Schokolade, 400 Gramm Obst und Gemüse, 2,7 Gramm Knoblauch, 68 Gramm Mandeln und viermal wöchentlich etwas Fisch bestens vor einem Herzinfarkt und Hirnschlag geschützt.

Trotz allem dürfe allerdings die tägliche Bewegung nicht fehlen. Auch hier rät Mauckner, nicht den Versprechungen der Werbeindustrie auf den Leim zu gehen und viel Geld für Sportgeräte wie etwa teure Nordic-Walking-Stöcke auszugeben, die so manchen allzu eifrigen Rentner bereits Gelenk- und Muskelschmerzen eingebracht hätten. Sinnvoller sei es, klein anzufangen und häufiger mal Erledigungen mit dem Rad zu besorgen oder dem Treppensteigen gegenüber dem Fahrstuhl den Vorzug zu geben.

Dass das Thema bei den Anwesenden auf reges Interesse stieß, äußerte sich in den zahlreichen Nachfragen nach dem eigentlichen Vortrag. Am Ende bedankte sich das Publikum bei dem Mediziner mit lang anhaltendem Beifall.

Die ganze Gruppe bei den Kletterfelsen in Nideggen.

„Rocks around Europe“, unter diesem Projekt-Titel empfingen die 20 SchülerInnen und vier Lehrer der Europaschule Langerwehe jetzt Gäste aus Spanien, Polen, der Türkei und Frankreich. Und mit „Rock“ war in dem Fall nicht Musik, sondern die ursprüngliche Übersetzung „Fels“ gemeint, denn nach dem Videoclip-Projekt „Songs, Love & Video clips“, das die Europaschule als ihr erstes Comenius-Projekt durchführte, steht diesmal die Sportart Klettern im Mittelpunkt der gemeinsamen Aktivitäten für die nächsten beiden Jahre.

Die beiden Langerweher Initiatoren und Koordinatoren Susanne Nehls-Bhayani und Klaus Dauven suchten in der Vorbereitung Partner, die sich neben dem Sportklettern in Hallen, das auch an Schulen mittlerweile immer populärer geworden ist (auch die Europaschule besitzt eine eigene Kletterwand!), auf das Abenteuer Outdoor-Klettern mit Schülern einlassen wollten. Sie fanden interessierte Schulpartner aus Granada, aus der Nähe von Krakau, aus Istanbul und von der französischen Insel La Réunion, die sich östlich von Madagaskar im Indischen Ozean befindet! So reisten neun Lehrer mit ihren insgesamt 20 Schülern, die alle bei ihren Korrespondenten untergebracht wurden, an, um im Laufe der Woche gemeinsam mit den deutschen Partnern in der „Kletterfabrik“ in Köln-Ehrenfeld und dann am nächsten Tag  in den Felsen des Klettergebiets „Effels“ bei Nideggen „die Wände hoch zu gehen“. Dabei wurden von der klettertechnisch recht heterogenen Gruppe sowohl Grundkenntnisse erarbeitet, als auch schon anspruchsvollere Routen ausprobiert. Das Programm an den Naturfelsen wurde durch geologische Untersuchungen, die von der Langerweher Lehrerin Anke Brennecke geleitet wurden, abgerundet.

Klettern macht Spaß, ist aber auch ganz schön anstrengend.

Es stellte sich heraus, dass die Bedingungen für das Klettern als Schulsport in den allen beteiligten Ländern sehr unterschiedlich sind. Während dieser Sport zum Beispiel in der Türkei noch in den Kinderschuhen steckt, verfügt in Frankreich fast jede Schule über eine eigene Wand und man kann sogar Klettern im Abitur nehmen. So war auch das Erstaunen der Partner sehr groß, als sie erfuhren, dass die Stadt Nideggen das Klettern, dessen hoher pädagogischer Wert für die Entwicklung von Schülern unbestritten ist, für diese kostenpflichtig gemacht hat – übrigens als einziges Gebiet weltweit!

Neben den sportlichen Aktivitäten kamen natürlich auch die touristischen Höhepunkte Aachen, Köln und Monschau nicht zu kurz und als dann am Ende der gemeinsamen Zeit bei der Comenius-Gala mit Filmen und Vorträgen alles noch einmal Revue passierte, wurden allen Teilnehmern bewusst, wie intensiv die gemeinsamen Erfahrungen gewesen waren. Dass dann die musikalische Bedeutung von „Rock“ bei dem anschließenden Fest ausgiebig zum Tragen kam, führte die Gruppe nur noch näher zusammen und machte große Vorfreude auf das nächste Treffen in Granada im April 2012.