Verfasste Beiträge ‘Heinrich Göbbels’

In Pier können die Straßen fertig ausgebaut werden.

„Wir haben gut verhandelt, aber wir haben auch Glück gehabt. Das kann man wirklich so sagen.“ Aufatmen in der Gemeindeverwaltung von Langerwehe: Wie Bürgermeister Heinrich Göbbels jetzt mitteilte, hat RWE Power endlich die Kostenübernahme für den Endausbau der Straßen von Pier mit Bescheid vom 7. Juni bewilligt. Zum Hintergrund: 1,4 Millionen Euro kostet der abschließende Ausbau der Straßen des Umsiedlungsortes Pier. Heinrich Göbbels: „Es gibt ein so genanntes Inden-Modell. Das besagt, dass RWE Power 55 Prozent der Kosten übernimmt, das Land 36 Prozent und die Gemeinde neun Prozent.“ Aufgrund der eigenen desolaten Haushaltslage hatte das Land Nordrhein-Westfalen zuletzt seine Kostenübernahme in Frage gestellt. Heinrich Göbbels: „Und es war bis jetzt nicht klar, ob RWE in Vorleistung getreten wäre.“

Für die Bürger von Pier, so Göbbels weiter, wäre das eine echte Katastrophe gewesen. Immerhin sind es mit der Pierer Straße, der Pommenicher Straße, der Scheresgasse, der Straße „Auf dem Berg“ und der Professor-von-Capitaine-Straße gleich fünf Straßen, die noch ausgebaut werden müssen. Und nicht nur das: Auch Gehwege, die Nebenanlagen der Kreisstraße und Grünanlagen sollen noch fertig gestellt werden. „Ohne die Zusage von RWE Power zu haben“, so der Langerweher Bürgermeister weiter, „haben wir trotzdem schon im März den Auftrag an ein Planungsbüro vergeben. Wir haben uns weit aus dem Fenster gelehnt, aber wir haben Glück gehabt.“ Und Bauamtsleiterin Martina Mielke ergänzt: „Es wird noch in diesem Jahr mit dem Endausbau in Pier begonnen, so das 2014 die Maßnahme fertig werden wird. Hier ist ganz im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gehandelt worden.“

Auch Iris Krifft, CDU-Politikerin aus Langerwehe und Bürgerin von Pier, freut sich über den Erfolg der Langerweher Verwaltung. „Damit kann jetzt auch der provisorisch gestaltete Bürgersteig an der K 27 fertiggestellt werden. Der Ortskern von Langerwehe-Pier gewinnt insgesamt deutlich an Attraktivität“, so Krifft. Demnächst wird in Pier übrigens noch ein Kindergarten gebaut. In seiner jüngsten Sitzung hat der Kreisausschuss als Träger der Jugendhilfe den Neubau beschlossen. Die Einrichtung in Pier soll eine Dependance des Kindergartens Jüngersdorf sein.

Und auch der Bau des neuen „Begegnungszentrums Marienkapelle“ in Jüngersdorf, das auch von den Bürgern aus Pier genutzt werden soll, läuft planmäßig. Zum Ende des Jahres soll der Bau, der rund 2,3 Millionen Euro kosten soll, fertig sein. Finanziert wird das Gemeindezentrum aus Entschädigungszahlungen von RWE Power für die abgerissene Kirche im alten Pier. Weder der Gemeinde Langerwehe noch dem Bistum Aachen entstehen Kosten.

Im November 2004 erfolgte im Umsiedlungsstandort Pier der erste Spatenstich, im März sind die ersten Familien im neuen Langerweher Ortsteil eingezogen. Heute leben rund 450 Menschen in Langerwehe-Pier. Der Ort erfreut sich einer quirligen Dorfgemeinschaft mit acht Ortsvereinen.

Die Nikolaus-Kapelle in Geich

„Mit bis zu 20000 Euro Fördermittel unterstützt die Bundesregierung die Bestandssicherung der romanischen Nikolaus-Kapelle Geich in der Gemeinde Langerwehe“, erklärt der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesregierung Thomas Rachel MdB (CDU). Diese gute Nachricht teilte ihm Kulturstaatsminister im Bundeskanzleramt, Bernd Neumann MdB, persönlich mit.

Thomas Rachel (links) und Kulturstaatsminister Bernd Neumann.

„Damit können die notwendigen Maßnahmen zur Sanierung des Dachs mit Mitteln des Denkmalschutz-Sonderprogramms der Bunderegierung bald begonnen werden“, freut sich Thomas Rachel. Die Dachkonstruktion ist durch Schädlingsbefall und Ausfaulung erheblich beschädigt, so dass die Kapelle seit September 2012 gesperrt ist.

Die romanische Kapelle im Langerweher Ortsteil Geich aus dem 12 . bis 13. Jahrhundert zählt zu einer der ältesten historischen Baudenkmäler und Sakralbauten im Kreis Düren. „Sie ist Symbol für die prägende Kraft, die das Christentum in unserer Region seit Jahrhunderten hat“, betont Thomas Rachel. Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete des Kreises Düren hatte dem Bürgermeister der Gemeinde Langerwehe Heinrich Göbbels wichtige Hinweise für die Beantragung von Fördermitteln gegeben und den Förderantrag der für die Nikolaus-Kapelle zuständigen Katholischen Kirchengemeinde St. Michael Echtz erfolgreich begleitet. Bürgermeister Göbbels hat die Kirchengemeinde im Antragsverfahren ebenfalls sehr unterstützt.

Mit dem Denkmalschutz-Sonderprogramm will die Bundesregierung dringende Substanzerhaltungsarbeiten an Baudenkmälern, die das nationale und kulturelle Erbe mitprägen, ermöglichen. Thomas Rachel: „Es gibt so viele Baudenkmäler, die dringend einer Sanierung bedürfen, da sie sonst verfallen. Ohne Investitionszuschüsse können diese oft nicht gerettet werden. Schön, dass auch der Kreis Düren davon profitiert. “

Bürgermeister Heinrich Göbbels im Interview.

Der Doppelhaushalt ist verabschiedet, und die finanzielle Lage von Langerwehe sieht alles andere als rosig aus. In diesem Jahr beträgt das Defizit der Kommune im Haushaltssicherheitskonzept rund 3,8 Millionen Euro, 2014 gelingt es den Verantwortlichen von Rat und Verwaltung, dieses Minus um 1,3 Millionen Euro zu senken. Im Gespräch erklärt der Langerweher Bürgermeister Heinrich Göbbels, wie es gelingen kann, das Defizit in nur einem Jahr so stark zu minimieren und wo er seine Gemeinde in 15 Jahren sieht.

Wie konnte es passieren, dass Langerwehe so hoch verschuldet ist?
Heinrich Göbbels:
Man muss da vielleicht etwas zurückgreifen auf die Jahre 2008/2009: Langerwehe musste mit sinkenden Gewerbesteuereinnahmen zurecht kommen, auf der anderen Seite standen immer höhere Abgaben. Ich nenne da nur die zu zahlende Kreisumlage und die Verminderung der Schlüsselzuweisungen.

Wie hoch ist die Kreisumlage, die Langerwehe zahlen muss?
Göbbels:
Die Kreisumlage einschließlich der Jugendamtsumlage beträgt fast neun Millionen Euro.

Der Langerweher Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einen Doppelhaushalt verabschiedet. Und es gelingt, das finanzielle Defizit der Gemeinde in nur einem Jahr um mehr als eine Million zu senken. Wie ist das möglich?
Göbbels:
Wir haben in der Tat im Doppelhaushalt für 2013 einen Schuldenstand von etwa 3,8 Millionen Euro, der sich in 2014 auf etwa 2,5 Millionen Euro reduziert. Möglich wird das vor allen Dingen durch interne Einsparungen. Die Ämter der Verwaltung müssen mit weniger Geld auskommen. Darüber hinaus haben wir dem Kreis ein neues – ich hasse diesen Namen – Personalkostenkonsolidierungskonzept übermittelt. Das hat die Kreisverwaltung akzeptiert. Die Botschaft dieses Konzeptes ist, dass wir versuchen, freiwerdende Stellen in der Verwaltung intern besetzen, wenn es denn geht. Und zum Glück haben wir in der Verwaltung kompetente Leute und können das machen. Der neue Leiter unseres Hauptamtes, Ralf Schröder, und auch die neue Leiterin unseres Bauamtes, Martina Mielke, sind beides Eigengewächse. Die neuen Leute haben in der Regel niedrigere Besoldungsgruppen als ihre Vorgänger.

Wie viel Geld kann Langerwehe im Bereich Personalkosten sparen?
Göbbels
: Wir sparen im Bereich Personalkosten in den nächsten Jahren eine Summe im siebenstelligen Bereich. Wir haben ein genehmigtes Haushaltssicherungskonzept mit Darstellung des perspektivischen Haushaltsausgleichs bis zum Jahr 2021. Und dieses Personalkonzept ist da integrativer und wichtiger Bestandteil.

Wie viele Mitarbeiter hat die Gemeindeverwaltung in Langerwehe?
Göbbels: In der Verwaltung arbeiten 42 Männer und Frauen, insgesamt, also mit allen Außenstellen wie zum Beispiel den Kindertagesstätten, haben wir aktuell 134 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wird die Zahl der Verwaltungsmitarbeiter reduziert?
Göbbels: In Langerwehe kommen auf einen Bediensteten der Gemeindeverwaltung 326 Einwohner. Das ist ein absoluter Spitzenwert im Kreis Düren. Bei uns wird sehr effizient gearbeitet. Noch mehr Personal einsparen, das sagt übrigens selbst die Gemeindeprüfungsanstalt, können wir nicht.

Sind die Einsparungen im Personalbereich der wichtigste Bereich, wo die Verwaltung spart?
Göbbels: Die Einsparungen bei den Personalkosten sind schon ein sehr wichtiger Bereich. Darüber hinaus haben wir aber auch unser gesamtes Kreditsystem umgestellt. Wir haben im Bereich unserer langfristigen Darlehen den Bestand um 3,4 Millionen Euro gesenkt. Und zwar bei einem Gesamtvolumen von insgesamt 26 Millionen Euro inklusive der Kredite zur Liquiditätssicherung. Das heißt, hier sind Kredite ausgelaufen, die neu bewertet werden konnten. Da war es sehr günstig, dass die Zinssätze gesunken sind. Wir haben teilweise Zinssätze von unter einem Prozent. Und wir fahren die Kassenkredite, also die Kredite zur Liquiditätssicherung, zur Zeit mit 0,69 Prozent. Das ist auch Bestandteil unseres Sparkonzeptes. Wir haben keine langfristigen Kredite mehr, sondern die Kredite beziehen sich auf einen Monat oder höchstens drei Monate. Danach wird wieder neu verhandelt. Das ist die richtige Lösung im Augenblick, weil wir so auch kurzfristig darauf reagieren können, wenn sich die Zinslage verändert.

Ist für Langerwehe das Ende der Fahnenstange in Sachen Sparen erreicht?
Göbbels:
Ja, schauen Sie sich nur mal unsere freiwilligen Leistungen an. Wir haben das Töpfereimuseum, die Kulturhalle und die Gemeindebücherei. Wenn wir da die Summen zusammenzählen, haben wir schon das Ende der Fahnenstange bei den freiwilligen Leistungen reicht. Wir stemmen unsere Gesamtschule mit 1167 Schülerinnen und Schülern als Kommune ganz alleine. Mehr Sparen geht nicht.

Wo merkt der Bürger, dass so massiv gespart wird?
Göbbels: Wir bemühen uns, dass der Bürger das nicht merkt. Aber natürlich spürt man es daran, dass Sanierungsarbeiten oder Straßenbauarbeiten schon einmal verschoben werden. Wir haben für unser Sanierungsprogramm nur einen gewissen Betrag zur Verfügung. Das Geld wird so verteilt, wo es am nötigsten ist.

Wie viel Geld kann Langerwehe im Jahr für Straßensanierungen ausgeben?
Göbbels: Rund 70 000 Euro. Davon kann man wirklich nur das Nötigste machen. Es gibt aber ein sehr großes bürgerschaftliches Engagement, zum Beispiel durch die Dorfwerkstätten. In Obergeich läuft gerade eine Maßnahme, wo die Bürger selbst anpacken und durch Spenden eine Maßnahme zur Verkehrsberuhigung durchführen. Das ist aller Ehren wert.

Sie sagen, das Gemeindefinanzierungsgesetz ist (auch) Schuld an der Misere.
Göbbels: Ja. 80 Kommunen in Nordrhein-Westfalen klagen ja nicht umsonst gegen das neue Gemeindefinanzierungsgesetz. Die Botschaft des Gesetzes ist, dass rund 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in kreisangehörigen Städten und Kommunen wohnen und nur 40 Prozent in kreisfreien. Der weitaus größte Teil der Schlüsselzuweisungen geht aber an die kreisfreien Städte und Kommunen. Deswegen haben sich die Schlüsselzuweisungen des Landes Nordrhein-Westfalen an die Gemeinde Langerwehe in den vergangenen drei Jahren um dreieinhalb Millionen Euro vermindert. Geld, das wir dringend gebrauchen könnten.

Klagt Langerwehe auch?
Göbbels: Nein. Wenn 80 Kommunen klagen, ist das zunächst genug. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie sich diese Sache entwickelt.

Wo sehen Sie Langerwehe in 15 Jahren?
Göbbels: Wir werden im Rahmen unseres genehmigten Haushaltssicherungskonzeptes mit Darstellung des perspektivischen Haushaltsausgleichs die Auflagen erfüllen. Wir hoffen, dass sich unsere vorsichtig kalkulierte Gewerbesteuer – im Augenblick 2,9 Millionen Euro – erhöht, außerdem ist unsere Finanzlage abhängig davon, wie sich die Zinsmärkte entwickeln. Ich denke, dass ich in 15 Jahren an meinen Nachfolger einen soliden Haushalt übergeben kann. Alles in allem ist die Gemeinde Langerwehe aufgrund hervorragender Infrastruktur-Bedingungen gut aufgestellt – jetzt und auch in Zukunft.

An der Wehebachschule haben 84 Eltern ihr Kind angemeldet.

„Wir brauchen uns um den Schulstandort Langerwehe keine Sorgen zu machen“, sagt Bürgermeister Heinrich Göbbels und spielt damit auf die Anmeldezahlen der Grundschulen der Töpfergemeinde an. An der Martinus-Schule in Schlich sind für das kommende Schuljahr 54 Kinder angemeldet, an der Wehebachschule in Langerwehe sogar 84 Schülerinnen und Schüler. Wie bereits in den Vorjahren konnte die Europaschule mit insgesamt 1167 Schülern nicht alle Anmeldungen berücksichtigen.

Der Vorstand des CDU-Ortsverbandes

In Langerwehe fand jetzt die turnusmäßige Hauptversammlung des CDU Ortsverbandes Schlich-Merode-D´horn-Geich-Obergeich statt. Zahlreiche Mitglieder fanden den Weg in die Gaststätte Müller/Göbbels in D´horn. Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder ging es nahtlos in die Versammlung über. Der Vorsitzende berichtete über die Aktivitäten in den vergangenen zwei Jahren.

Auf drei Bürgerversammlungen kam der Ortsverband mit den Bürgern themenbezogen ins Gespräch. Man setzte sich für die Neuausstattung der Spielplätze ein, ebenso für eine bessere Umsetzung des Ordnungsrechtes. Verschmutzung durch Hunde und Pferde, wildes Parken und Plakatieren, unsaubere Glascontainerstandorte sind einige der Probleme, die es zu beheben gilt.

Besonders lag dem Ortsverband das Thema “Unterstützung zu bürgerschaftlichem Engagement” am Herzen. Alle Dörfer haben am Dorfwettbewerb mitgemacht, in drei Dörfern fanden Dorfwerkstätten statt und in den meisten Dörfern haben sich, oft angeführt von den Ortsvorstehern, Bürgerinitiativen gebildet.

Um dieses Engagement politisch zu Unterstützung, setzt sich der Ortsverband in Zukunft dafür ein die Gemeinde in die Lage zu versetzen, dass sie die Bürgerprojekte auch umsetzen kann. Ein Beitritt der Gemeinde zur Grünmetropole und zur Leader Region Eifel werden dabei thematisiert.

Außerdem wird sich der Ortsverband des Themas Windenergie annehmen, da derzeit drei Windenergieparks im Bereich der Herrschaft zur Rede stehen.

Die gut besuchte Versammlung bestätigte den alten Vorstand vollständig. Da der Ortsverband entgegen des allgemeinen Trends in den vergangenen Jahren gewachsen ist, wurde der Vorstand um drei Beisitzer erweitert. Der Vorstand besteht nun aus Philipp Schmitz-Schunken (1. Vorsitzender), Andreas Reinartz (2. Vorsitzender) und den Beisitzern Markus Dahmen, Helmut Pütz, Heinrich Göbbels, Peter Weber, Stephan Schlaak, Heinz Stüttgen und Dieter Zietz.

Zum Abschluss der Versammlung referierte der Bürgermeister, Heinrich Göbbels, über den Stand und die Aussichten der Gemeinde Langerwehe.