Verfasste Beiträge ‘Heinrich Göbbels’

Die Haushaltslage von Langerwehe ist alles andere als rosig.

„Die Zahlen sind nicht nur nüchtern, sie sind sogar ernüchternd.“ Dr. Jürgen Breitenstein von der SPD bringt es auf den Punkt. Der Rat der Gemeinde Langerwehe hat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend den Doppelhaushalt 2013/2014 verabschiedet. Auf ausführliche Haushaltsreden wurde dabei verzichtet. Im Jahr 2013 hat die Gemeinde Langerwehe Einnahmen in Höhe von rund 22,7 Millionen Euro, dem gegenüber stehen Ausgaben von etwa 26,3 Millionen Euro. Es ergibt sich ein Defizit von mehr als 3,5 Millionen Euro. Im kommenden Jahr gelingt es immerhin, dieses Defizit auf 2,5 Millionen Euro zu senken. „So wie es heute aussieht“, sagte Bürgermeister Heinrich Göbbels, „schaffen wir bis 2021 den perspektivischen Haushaltsausgleich. Das bedeutet, dass dann unsere Ausgaben nicht mehr höher sind als unsere Ausgaben.“ Möglich wird dieser perspektivische Haushaltsausgleich unter anderm Dank einer intelligenten Personalpolitik. Göbbels: „Wir versuchen, frei werdende Stellen wenn möglich, intern zu besetzen. Dadurch können wir Geld einsparen.“ Der Bürgermeister betont aber auch, dass in der Gemeinde Langerwehe kein Personal mehr abgebaut werden kann. „Mehr sparen können wir nicht.“ Gelingt der perspektivische Haushaltsausgleich im Jahr 2021, heißt das aber noch lange nicht, dass Langerwehe dann schuldenfrei ist. Schon heute belaufen sich die Schulden der Gemeinde auf rund 27,4 Millionen Euro. Und diese Summe wird bis 2021 weiter ansteigen, wenn man bedenkt, dass die zwar geringer werdenden, aber immer noch vorhandenen Defizite der nächsten acht Jahre zu diesen 27,4 Millionen Euro noch hinzukommen.
Neben der Kreis- und der Jugendamtsumlage sind vor allen Dingen die sinkenden Schlüsselzuweisungen für Langerwehe ein Problem. Hat die Gemeinde 2010 noch über fünf Millionen Euro bekommen, sind es 2013 nur 3,5 Millionen Euro. Göbbels: „Schuld ist das Gemeindefinanzierungskonzept.“ Es sei einfach ungerecht, dass 55 Prozent der Schlüsselzuweisungen in die kreisfreien Städte und Kommunen gezahlt würde. „Die kreisangehörigen Kommunen bekommen nur 45 Prozent, obwohl hier 58,6 Prozent aller Bürger leben. Das ist eine große Schieflage, die hier vom Gesetzgeber geschaffen wurde.“

Bei der jüngsten Ratssitzung wurden Blutspender ausgezeichnet.

Bei der jüngsten Ratssitzung in der Gemeinde Langerwehe sind auch langjährige Blutspender ausgezeichnet worden. Bürgermeister Heinrich Göbbels lobte das soziale Engagement der Blutspender. „Ihre gute Tat hilft Verletzten und rettet Leben. Soziales Engagement und Sorge für den Mitmenschen sind für Sie selbstverständlich.“ Dieser Einsatz, betonte der Langerweher Bürgermeister, sollte Ansporn und Vorbild für die ganze Gesellschaft sein. Für 25-maliges Blutspenden wurden Günter Breuer, Annemarie Ernst, Petra und Karsten Köhnen, Josefine Meisenberg, Inga Pohl, Frank Rensinghoff, Sabine Schain und Franz Walter Schwarz ausgezeichnet. Sogar schon 50 Mal Blut gespendet haben Lutz Becker, Heinz Josef Bröcker, Astrid Lehmann, Albert Neumann, Richard Reinartz und Robert Simons. Günter Peters und Friedel Pohl wurden mit der Ehrennadel in Gold mit Eichenkranz bedacht, weil sie bereits 75 Mal Blut gespendet haben. Georg Esser aus Jüngersdorf hat bereits 100 Mal Blut gespendet, und Heinz-Albert Kuckertz, der ebenfalls in Jüngersdorf wohnt, hat bereits 125 Mal seinen Lebenssaft zur Verfügung gestellt.

Alois Herbst,. Heinrich Göbbels, Ulrich Schuster und Dirk Huizng (von links) freuen sich über die erfolgreiche Umsiedlung.

470 Einwohner, acht Orstvereine – auch das neue Pier, das nach der Umsiedlung Ortsteil von Langerwehe geworden ist, hat eine gute Dorfgemeinschaft, die zusammenhält. Das haben die Pierer auch beim Abschlussfest der Umsiedlung am Samstag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Über 50 selbst gebackene Kuchen warteten beim riesigen Kuchenbuffet darauf, verspeist zu werden und unzählige helfende Hände sorgten dafür, dass der Tag für alle zu einem schönen Erlebnis wurde. Bevor im Festzelt aber gefeiert wurde, stellte Historiker Dr. Peter Staatz im Pierer Bürgerhaus seine 350 Seiten starke Dorfchronik „Geschichte zwischen Rur und Inde – Der Raum Pier/Vilvenich von den Anfängen bis zur Umsiedlung“ herausgebracht. Das Buch ist ab sofort in den Rathäusern von Inden und Langerwehe für 15 Euro erhältlich. Das Werk geht weit in die Geschichte zurück. Die ältesten Funde, die die Anwesenheit von Menschen im Raum Pier/Vilvenich belegen, stammen aus der Altsteinzeit. Und auch die Römer haben später hier eine Fülle von Spuren hinterlassen. In der Chronik von Dr. Peter Staatz geht es aber natürlich auch um die neuere Ortsgeschichte. Das 18. Jahrhundert und die Herrschaft Napoleons, Preußenzeit und Kaisertzeit, der Zweite Weltkrieg und natürlich auch die Zeit des Wiederaufbaus werden ausführlich beleuchtet. Schön auch, das viele Fotos von Alt-Pier in der Chronik zu finden sind. 
Die Umsiedlung von Pier, das ja bekanntermaßen dem Bergbau zum Opfer gefallen ist, begann um März 2005. Rund 1400 Menschen, die in 500 Anwesen zu Hause waren, siedelten an neue Standorte um.  

Zum ersten Mal in der 50-jährigen Geschichte der Umsiedlung entschieden sich hier die Bewohner mehrheitlich für einen Ort, nämlich Neu-Pier in der Gemeinde Langerwehe. Hier haben knapp 500 Leute ein neues Zuhause gefunden. Die anderen „Alt-Pierer“ haben sich für einen neue Heimat innerhalb der Gemeinde Inden entschieden. Viele von ihnen waren zum Umsiedlungsfest nach Neu-Pier gekommen. 
„Ich danke allen“, so Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels, „die das Wagnis eingegangen sind, hier bei uns in Langerwehe eine neue Heimat zu suchen.“ Er habe es immer als seine Aufgabe gesehen, so Göbbels, alles zu tun, damit die Pierer sich in Langerwehe wohlfühlen würden. Nach dem offiziellen Teil des Umsiedlungsfestes sorgten die Ortsvereine für jede Menge Spaß und Unterhaltung. Abends spielte die Band „Sound Express“.

Die Verantwortlichen des Eifelmarkts um Museumsleiterin Dr. Kirsten Maaß (3. v.l.) freuen sich auf die Vernstaltung am 8. September.

Wer gerne Köstlichkeiten aus Eifel und Ardennen mag, der sollte sich am Sonntag, 8. September, am besten nichts vornehmen. Dann findet nämlich im Töpfereimuseum Langerwehe bereits zum 26. Mal der beliebte Eifelmarkt statt, und Museumsleiterin Dr. Kirsten Ulrike Maaß und ihrer Mitarbeiterin Sandra Schröteler ist es gelungen, tolle Ausstellerinnen und Aussteller in die Töpfergemeinde zu locken. Zehn Eifelmarkt-Beschicker sind in diesem Jahr sogar zum ersten Mal dabei. Dr. Kirsten Maaß: „Wir versuchen auch in diesem Jahr wieder einen Markt für die ganze Familie zu schaffen und eine gute Kombination aus Altem und Neuen herzustellen.“ Wie immer gibt es auch in diesem Jahr beim Langerweher Eifelmarkt wieder belgisches Starkbier aus Achouffe, Kürbisse aus Langerwehe und edle Ziegenkäsepralinen. Es gibt Kartoffelblutwurst aus Monschau, Steinofenbrot, gebrannte Mandeln und Popcorn. Zum ersten Mal mit dabei sind unter anderem Peter Gillessen aus Langerwehe, der selbst gemachte Wildsalami und Wildmettwurst im Gepäck hat, und Sarah Simons, die verschiedene Sorten Biokäse auf dem Eifelmarkt präsentiert. 
Kleine Eifelmarktbesucher können Kutschfahrten unternehmen, Traktoren bestaunen oder erste Versuche an der Töpferscheibe in der Museumswerkstatt unternehmen. Mit Mitgliedern der Langerweher Umwelt- und Naturschutzaktion können Nistkästen gebaut werden, erstmals wird es zudem ein Eifelmarktquiz geben. Außerdem wird „Miss Ballona“ aus Neuss nette Luftballontierchen formen.
Dr. Kisten Maaß: „Uns ist es natürlich auch immer ein besonderes Anliegen, dass der Eifelmarkt eine Veranstaltung mit ganz viel Flair ist. Dafür sorgt zum Beispiel die Mittelaltergruppe ‚Wehter Kumpaney‘, die unsere Besucher unter anderem mit Bänkelgesang und Tanz unterhalten möchte.“ Wie immer wird es ein Konzert des Jugendorchesters der Bläservereinigung Merode geben, auch die Kinder der Blockflötenklasse der Musikschule unter der Leitung von Regina Maerz werden ihr Können unter Beweis stellen.

 Zudem werden auf dem Langerweher Eifelmarkt auch Lose verkauft. „Und diesmal“, so Dr. Maaß, „haben wir wirklich einen besonders tollen Hauptpreis. Einer unserer Aussteller hat einen Rundflug über Langerwehe gesponsort.“ Auch Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels freut sich auf den 26. Eifelmarkt in der Töpfergemeinde. „Mir gefällt ganz besonders“, so Göbbels, „dass wir mit dem Eifelmarkt wirklich alle ansprechen und für alle etwas bieten: Alte und Junge, Einzelpersonen und Familien.“

Der Eifelmarkt Langerwehe findet am Sonntag, 8. September, von 10 bis 18 Uhr im Töpfereimuseum Langerwehe, Pastoratsweg 1, statt. Der Eintritt ist frei.

Thomas Rachel (Mitte) überbrachte einen Förerbescheid.

„Mit bis zu 20000 Euro Fördermittel unterstützt die Bundesregierung die Bestandssicherung der romanischen Nikolaus-Kapelle Geich in der Gemeinde Langerwehe“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesregierung Thomas Rachel MdB (CDU) bei seinem Besuch der Kapelle. Vor Ort informierte sich der Christdemokrat beim Vorsitzenden des Kapellenbauvereins Geich, Theo Koch über die anstehenden Sanierungsmaßnahmen.

„Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert ist Symbol für die prägende Kraft, die das Christentum in unserer Region seit Jahrhunderten hat“, betonte Thomas Rachel. Der  Bundestagsabgeordnete des Kreises Düren hatte dem Bürgermeister der Gemeinde Langerwehe Heinrich Göbbels wichtige Hinweise für die Beantragung von Fördermitteln gegeben und den Förderantrag der für die Nikolaus-Kapelle zuständigen Katholischen Kirchengemeinde St. Michael Echtz erfolgreich begleitet. Bürgermeister Göbbels unterstützte ebenfalls die Kirchengemeinde im Antragsverfahren mit hohem Einsatz. Er bedankte sich bei Thomas Rachel für dessen Initiative.

„Wegen des Förderbescheids der Bundesregierung haben wir jetzt die Möglichkeit ebenfalls in die Sanierung der Nikolauskapelle zu investieren,“ kündigte Elmar von Reth, Bau- und Kunstreferent des Bistums Aachen, zur Überraschung aller Anwesenden an. 60% der nicht durch die Fördermittel des Bundes gedeckten Kosten werde das Bistum übernehmen, versicherte der Fachmann und wies zugleich auf die kirchenhistorische Bedeutung des Bauwerks hin.

Was die Förderung durch die Bundesregierung für die Menschen in Geich bedeutet, erklärte der katholische Pfarrer Norbert Glasmacher. „Mit dem Förderbescheid bringen sie den Menschen Mut und Ansporn, sich weiter für ihre Kapelle und die Dorfgemeinschaft zu engagieren,“ wandte er sich dankbar an Thomas Rachel. „Die Kapelle gehört zu den Menschen wie die Menschen zu der Kapelle“, betonte Pfarrer Glasmacher die Bedeutung der Kapelle als Erinnerungsort und Lebensmittelpunkt für die Dorfgemeinschaft in Geich. Gerd Clemens aus dem Kirchenvorstand St.Michael und Kreistagsabgeordnete Astrid Natus Can freuten sich über die positive Perspektive für die Kapelle in Geich.