
Lena Ilic, Hannah-Sophie Mundt, Jacqueline Muhr, Jana Bradt, Dominic Juchem, Bürgermeister Heinrich Göbbels, Paula Breuer, Waleria König und Lisa-Marie Schult haben ein interessantes Gespräch miteinander geführt.
Ein bisschen aufgeregt sind Jana Bradt (9), Dominic Juchem (9), Paula Breuer (10), Lisa-Marie Schult (9), Hannah-Sophie Mundt (10), Lena Ilic (9) und Jacqueline Muhr schon. Die Nachwuchs-Reporter der Wehebachschule in Langerwehe haben ihren ersten Interviewtermin. Und das gleich mit Bürgermeister Heinrich Göbbels. Die Kinder haben sich einige Fragen überlegt und den Bürgermeister damit gelöchert. toepfergemeinde.de war dabei.
Dominic: Wie alt sind Sie?
Heinrich Göbbels: Wie alt bin ich? Ich bin Jahrgang 1958, da können wir das direkt mit einer Rechenaufgabe verbinden. Also, im Augenblick bin ich noch 53.
Jana: Was machen Sie als Bürgermeister?
Göbbels: Früher gab es in der Gemeindeverwaltung eine Zweiteilung. Es gab den Bürgermeister und den Gemeindedirektor. Der Gemeindedirektor war der Leiter der Verwaltung, und der Bürgermeister war für repräsentative Aufgaben zuständig. Er hat also Feste wie das Schützenfest und die Kirmes besucht und die Gemeinde da vertreten. Außerdem hatte der Bürgermeister die Aufgabe, die Ratssitzungen zu leiten. Heute sind die Ämter verschmolzen. Es gibt jetzt nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister, das bin ich. Ich bin der Leiter der Gemeindeverwaltung. Und ich bin auch der Leiter der Kindergärten und Schulen von der Gemeinde Langerwehe. Zu den vielen Festen gehe ich auch noch. Und meistens muss ich hier dann auch noch eine Rede halten.
Waleria: Um wie viel Uhr stehen Sie auf?
Göbbels: Ich bin bekennender Spätaufsteher. Zwischen halb acht und acht Uhr stehe ich auf. Ihr seht, ich fange nicht ganz so früh an zu arbeiten, aber ich bin in der Regel der letzte, der abends aus dem Rathaus geht. Und ich habe auch in der Woche sehr viele Abendveranstaltungen. Da wird es oft sehr spät. Man hat als Bürgermeister schon einen ziemlich langen Arbeitstag, Aber das weiß man ja, bevor man so ein Amt antritt. Bürgermeister zu sein ist kein Zuckerschlecken. Man muss sich gut überlegen, ob man das wirklich machen möchte.
Jana: Wo wohnen Sie eigentlich?
Göbbels: Ich wohne in D`horn. Kennt ihr D`horn?
Sophie: Wir haben das in Sachunterricht gehabt, das ist doch ein Ortsteil von Langerwehe.
Göbbels: Genau. Ich wohne schon seit meiner Geburt da und bin auch nie umgezogen.
Dominic: Welche Telefonnummer haben Sie?
Göbbels: Die kann ich euch sagen. Ich stehe nämlich auch im Telefonbuch. Also meine Nummer ist 02423/ 901867. Das hat übrigens auch Nachteile, dass alle Bürger aus Langerwehe meine Telefonnummer herausbekommen können. Ich bekomme nämliche viele Anrufe, auch abends oder am Wochenende, wo Leute sich bei mir beschweren, wenn irgendwo in Langerwehe etwas nicht in Ordnung ist. Oder die Bürger kommen sogar persönlich bei mir vorbei und erzählen mir das. Ich soll das dann reparieren. Als Bürgermeister ist man einfach immer im Dienst. Das ist nicht immer so schön. Ich versuche aber, immer nett zu den Leuten zu sein.
Jana: Was essen Sie am liebsten?
Göbbels: Soll ich euch das wirklich sagen? Ich habe schon als Kind sehr gerne Fischstäbchen gemocht. Und die esse ich auch heute immer noch gerne. Fischstäbchen mit Kartoffelpüree. Manche sagen ja, dass Fischstäbchen nicht gesund sind, aber das ignoriere ich seit 53 Jahren erfolgreich.
Dominic: Haben Sie Haustiere?
Göbbels: Ja, ich habe einen Hund. Der heißt Paul.
Jana: Wie lange sind Sie schon Bürgermeister?
Göbbels: Ich bin am 30. August 2009 gewählt worden. Und die Amtszeit dauert immer sechs Jahre.
Hannah: Warum wollten Sie Bürgermeister werden?
Göbbels: Ich bin gelernter Politologe, das heißt ich habe nach der Schule Politik studiert. Und da war der Weg natürlich schon ein bisschen vorgezeichnet, dass ich in die Politik gehe. Lange Jahre war ich Ratsmitglied in Langerwehe und von 1999 bis 2009 sogar auch stellvertretender Bürgermeister. Politische Zusammenhänge haben mich einfach immer interessiert. Und es hat zum Glück auch geklappt, dass ich zum Bürgermeister gewählt worden bin.
Lisa: Mussten Sie etwas Besonderes lernen?
Göbbels: Man braucht eigentlich für das Amt des Bürgermeisters keine besondere Ausbildung. Das kann jeder werden. Man muss nur unbescholten sein und ein gewisses Alter haben.
Jacqueline: Was tun Sie für Kinder in Langerwehe?
Göbbels: Ich finde, in Langerwehe gibt es für Kinder ein sehr gutes Angebot. Die Sportvereine haben Aktionen für Kinder, dann gibt es noch den Verein „Jugend in Langerwehe“. Und auch bei den Kirchen können Kinder und Jugendliche aktiv werden. Ich glaube, dass in dieser Hinsicht in Langerwehe sehr viel passiert.
Lena: Würden Sie uns einen Wunsch erfüllen und in Langerwehe ein kleines Kino eröffnen?
Göbbels: Ein richtiges Kino hättet ihr gerne? Das wird schwierig. Da müsste man einen Betreiber finden, der dieses Kino eröffnet. Die Gemeinde kann so etwas nicht machen. Es hat früher in Langerwehe zwei Kinos gegeben. Die mussten dann aber schließen, weil einfach nicht mehr genug Besucher gekommen sind. Ich fürchte, wenn ihr ins Kino möchtet, müsst ihr auch weiterhin nach Düren fahren.