Verfasste Beiträge ‘Europaschule’

Nächste Woche geht es los: Thomas Frings, Franziska Küpper, Anna Graff, Tamara Zuraszek und Tobias Frings (von links) schreiben ihre ersten Abiturklausuren. Sie gehören zum stärksten Abiturjahrgang der Europaschule Langerwehe.

Nächste Woche geht es los: Thomas Frings, Franziska Küpper, Anna Graff, Tamara Zuraszek und Tobias Frings (von links) schreiben ihre ersten Abiturklausuren. Sie gehören zum stärksten Abiturjahrgang der Europaschule Langerwehe.

Am Dienstag geht es los. Mit Deutsch. Rund 600 junge Leute machen im Kreis Düren in diesem Jahr ihr Abitur, Thomas Frings, Franziska Küpper, Anna Graff, Tamara Zuraszek und Tobias Frings sind Abiturienten der Europaschule Langerwehe. Zum 19. Mal können Jugendliche in diesem Jahr hier Abi machen, mit 73 Schülern ist der Abiturjahrgang so groß wie noch nie. „Beim ersten Mal“, erzählt Anna Graff, „haben nur 13 Leute hier ihr Abitur gemacht.“

Für Anna Graff und ihre Mitschüler ist das Abitur ein wichtiger Schritt, auch wenn einige noch nicht wissen, was sie danach machen möchten. Anna Graff hat sich um ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege beworben, Franziska Küpper möchte noch ein Jahr zur Höheren Handelsschule gehen, um danach eine Ausbildung anzufangen. „Während der Schulzeit“, sagt Anna Graff, „ist man schon immer ziemlich mit sich selbst beschäftigt. Und ein Praktikum in der neunten Klasse reicht nicht wirklich aus, um herauszufinden, was man später machen will. Deswegen möchte ich noch das Freiwillige Soziale Jahr machen. Und ich hoffe, dabei herauszufinden, ob Kulturpädagogik für mich das Richtig ist.“

Tobias Frings glaubt, dass das Abitur heute weniger wert ist als früher. „Man braucht mittlerweile für sehr viele Ausbildungen das Abitur. Und deswegen machen auch ja auch so viele Leute Abi.“

In der letzten Schulwoche gab es auch an der Europaschule, beim Abi-Gag am allerletzten Schultag haben die Langerweher Schüler 3000 Luftballons im Schulgebäude verteilt und so normalen Schulunterricht unmöglich gemacht. Die Osterferien haben Thomas Frings, Franziska Küpper, Anna Graff, Tamara Zuraszek und Tobias Frings genutzt, um sich intensiv auf die Prüfungen vorzubereiten. „Ich habe schon jeden Tag mindestens zwei Stunden gelernt“, sagt Anna Graff, deren Leistungskurse Deutsch und Kunst sind. „Nervös bin ich heute noch nicht“, sagt Anna Graff. „Und ich denke auch nicht darüber nach, dass bei den Prüfungen etwas schief gehen könnte. Zum Beispiel weil die Aufgaben falsch gestellt sind. Ich glaube, es ist schlecht, mit solchen Gedanken in die Klausuren zu gehen.“

Die fünf Abiturienten aus Langerwehe sind sich eigentlich sicher, dass sie die Prüfungen bestehen. „Aber es kommt natürlich auf die Note an“, sagt Tobias Frings, der „irgendetwas mit Physik“ studieren möchte. „Für fast alle Studiengänge braucht man mittlerweile einen Numerus Clausus.“ Tobias Frings und seine Schulkollegen fühlen sich mit dem Abitur auch ein Stück erwachsener als zum Beispiel nach der zehnten Klasse. Anna Graff: „Plötzlich muss man Vieles selbst entscheiden und einen Plan haben. Das ist gar nicht so einfach.“ Je nachdem, wo sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr macht, muss Anna Graff zu Hauses ausziehen. Sie hätte aber auch kein Problem damit, bei den Eltern wohnen zu bleiben. „Meine Eltern wollen mich zwar unterstützen“, sagt Anna Graff. „Aber es ist ja schon ohne Miete alles sehr teuer. Das will ich denen eigentlich gar nicht zumuten.“ Ähnlich sieht das auch Thomas Frings. „Mir wäre am liebsten, ich könnte hier in der Nähe studieren.“

Zunächst kommen aber jetzt die Prüfungen. Und die große Abiturfeier am 27. Juni in der Langerweher Kulturhalle. „Wir sind so viele“, lacht Anna, „das Forum unserer Schule reicht nicht mehr.“

Schüler der Europaschule zu Gast in Tarsus

Schüler der Europaschule zu Gast in Tarsus

“Natural Wonders in Europe” ist der Titel des dritten Comeniusprojektes der Europaschule Langerwehe. Und wenn das Wort ‘Naturwunder’ auf einen Nationalpark besonders zutrifft, dann ist es Kappadokien in Zentralanatolien – der Nationalpark, der  gleichzeitig Unesco-Weltkultur-und-Naturerbestätte ist.

Dass ihr Reiseziel etwas Besonderes war, das wurde den fünf Langerweher Schülerinnen und Schülern, ihren begleitenden Lehrer Frau Kuck und Frau Nehls Bhayani und auch den anderen Projektteilnehmern aus Polen, Spanien, Portugal, Irland, Frankreich, Lettland, Dänemark und Zypern schnell klar: Bereits der strahlend blaue Himmel bei der Ankunft, die überwältigende Herzlichkeit und Gastfreundschaft der türkischen Gastgeber, die köstliche Mittelmeerküche und nicht zuletzt die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten im Süden der Türkei nahmen die Gäste sofort für das Ziel des dritten Treffens des zweijährigen europäischen Schulprojektes ein.

Nach und nach erkannten die Gäste aus Deutschland, dass sie an einem sehr geschichtsträchtigen Fleckchen Erde angekommen waren: Tarsus, wo die türkische Austauschschule steht, wird sowohl mit dem Apostel Paulus in Verbindung gebracht, der hier geboren wurde, als auch mit dem Propheten Daniel, der hier seine letzte Ruhestätte hat.

Kappadokien. wo die Gruppe zwei Tage verbringen durfte, war aufgrund seiner geographischen Lage Jahrhunderte lang Durchgangsgebiet für viele Völker. Die einzigartigen durch Erosion entstandenen Felsformationen prägen das Bild dieser beeindruckenden Landschaft. Vielerorts findet man von byzantinischen Mönchen in Stein geschlagene, ausgemalte Kirchen. Um sich vor den vielen unterschiedlichen Aggressoren zu verstecken, entstanden ganze unterirdische Städte. An anderen Stellen sind bis zu 30 Meter hohe Erdpyramiden entstanden, die Feenkamine genannt werden.

Ein Highlight eines jeden Besuchers Zentralanatoliens ist es, diese atemberaubende Landschaft per Ballonflug zu betrachten und zu bestaunen. Ein in der Tat unvergessliches Ergebnis – wie auch die Langerweher Gruppe herausfand.

Känguru-Tag an der Europaschule

Känguru-Tag an der Europaschule

In ganz Europa gingen am „Kängurutag“ gleichzeitig Schülerinnen und Schüler der  dritten bis 13. Klasse an den Start und versuchten, bei 30 (bzw. in der Klassenstufe 3/4 und 5/6 bei 24) mathematischen Aufgaben aus fünf vorgegebenen Lösungsmöglichkeiten die eine, einzig richtige herauszufinden. Auch die Europaschule Langerwehe nimmt jährlich an diesem Wettbewerb teil. Die Kulturhalle der Gemeinde war mit mehr als 280 Schülerinnen und Schüler fast voll besetzt, die in langen Reihen an ihren Tischen saßen und die Aufgaben lösten.

Das Ziel des Känguru-Wettbewerbs ist in allererster Linie die Popularisierung der Mathematik: Es soll durch die Bewältigung der Aufgaben Freude an mathematischem Denken und Arbeiten geweckt werden. Die Aufgaben sind darum fast durchweg sehr anregend, heiter und ein wenig unerwartet. Die bei Schülerinnen und Schülern häufig vorhandene Furcht vor dem Ernsthaften, Strengen, Trockenen der Mathematik soll aufgebrochen werden – und, wie die Resonanz zeigt, gelingt dies sehr gut. Der Wettbewerb wird zentral durch den Verein Mathematikwettbewerb Känguru mit Sitz an der Humboldt-Universität zu Berlin) vorbereitet und ausgewertet. Durchgeführt wird der Wettbewerb jedoch dezentral an den Schulen.  

Die freiwillige Teilnahme am Wettbewerb ist für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 13 aller Schularten möglich – lediglich die Zustimmung der Teilnehmer oder ihrer Eltern muss an der Schule vorliegen. Jede Klassenstufe erhielt altersgerechte Aufgaben, die am Kängurutag in 75 Minuten zu bearbeiten waren. Die Aufgaben sind stets so aufgebaut, dass für einen Teil der Lösungen bereits Grundkenntnisse aus dem Schulunterricht ausreichend sind. Bei einem weiteren Teil wird schon ein tieferes Verständnis des in der Schule Gelernten und der kreative Umgang damit benötigt. Hinzu kommen eine Reihe von Aufgaben, die mit etwas Pfiffigkeit oder gesundem Menschenverstand allein zu bewältigen sind und die sich sehr gut eignen, mathematische Arbeitsweisen unterhaltsam zu trainieren.

 

Falkner Wolfgang Reuter und sein Vogel begeisterten die Schüler.

Falkner Wolfgang Reuter und sein Vogel begeisterten die Schüler.

Einen besonderen Besucher hatte der Projektkurs „Vogelkunde“ der Jahrgangsstufe 13 der Europaschule Langerwehe: Wolfgang Reuter, Falkner aus der Region, hatte seinen Jagdfalken „Till“ mit in die Schule gebracht, wo ihn die begeisterten Schüler nicht nur bestaunen, sondern sogar einmal auf die Hand nehmen durften.

In seinem Vortrag erklärte Reuter viele interessante Details über die „Falknerei“ an sich und das Jagen mit Vögeln. So erfuhren sie, dass man mit einem geübten Greifvogel einen großen Bereich, wie den eines Flugplatzes oder Industriegeländes, von Tauben freihalten kann.

Falke Till verhielt sich während des Vortrages ruhig. Erst als die Jungen und Mädchen ihn dann auch einmal anfassen durften, wurde Till etwas aktiver und präsentierte seine schönen und glänzenden Federn. Die Schüler hatten große Freude an dem stolzen und prachtvollen Tier, wie Projektkursleiterin Nicole Kall zufrieden feststellen konnte.

 

Die Kinder aus Langerwehe waren von ihrem Aufenthalt in Polen total begeistert.

Die Kinder aus Langerwehe waren von ihrem Aufenthalt in Polen total begeistert.

Die Europaschule Langerwehe führte in diesem Jahr zum ersten Mal einen Schüleraustausch mit einer polnischen Partnerschule in der Nähe von Krakau durch. Der Kontakt zur polnischen Partnerschule wurde bereits durch das Comenius-Projekt „Rocks Around Europe“ geknüpft. Neben sechs Schülerinnen und Schülern machten sich auch die zwei begleitenden Lehrkräfte Theres Pluppins  und Elena Krosch auf den Weg nach Zawiercie. Unter dem Motto „Verständnis füreinander zeigen“ sollten dabei insbesondere Vorurteile abgebaut und das kulturelle Verständnis der Schülerinnen und Schüler erhöht werden.

Dass diese Ziele erreicht wurden, zeigt die Reaktion der deutschen Schülerinnen und Schüler während des Austausches: „Wir fühlen uns hier so wohl, wir wollen nicht mehr zurück!“ Ausschlaggebend für diese Aussage waren der herzliche Empfang und die familiäre Betreuung in den Gastfamilien, aber auch das überaus gut vorbereitete Programm der polnischen Austauschkollegen, das neben der Besichtigung von Krakau und Auschwitz auch andere Höhepunkte wie das gemeinsame Speisen von polnischen Spezialitäten und eine Planwagenfahrt durch Zawiercie und Umgebung beinhaltete.

Als nächster Schritt ist derzeit der Gegenbesuch der polnischen Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Begleiter nach Deutschland in Planung, der im Juni dieses Jahres umgesetzt wird. Doch aufgrund der vielen positiven Erfahrungen der deutschen Schülerinnen und Schüler kann man jetzt schon von einem „vollen Erfolg“ sprechen.