Verfasste Beiträge ‘Champions League-Finale’

Zwei Langerweher in Wembley: Timo Löfgen (links) und Markus Kuckertz.

„Ich bin eigentlich schon seit zwei Wochen ein bisschen nervös. Jedenfalls denke ich fast jeden Tag an Samstag.“ Timo Löfgen ist 38 Jahre alt und eingefleischter Bayern München-Fan. Die Liebe zum FC Bayern teilt er mit Markus Kuckertz (41). Kuckertz ist seit 24 Jahren Bayern-Mitglied, Löfgen immerhin schon seit 16 Jahren. Heute Abend sitzen die beiden im Londoner Wembley-Stadion und drücken Philipp Lahm und Co. die Daumen. Die zwei Langerweher haben Tickets für das Champions-League-Finale Bayern München gegen Borussia Dortmund.

Die deutsch-deutsche Partie ist nicht Timo Löfgens und Markus Kuckertz‘ erstes Champions-League-Finale mit Münchener Beteiligung. 1999 haben sie sich zum ersten Mal für Eintrittskarten beworben, damals spielte Bayern gegen Manchester United in Barcelona. Zwei Jahre später hatten die beiden Langerweher Karten für die Partie gegen den FC Valencia in Mailand und 2010 für das Finale gegen Inter Mailand in Madrid. Markus Kuckertz: „Von fünf Champions League-Finals mit Münchener Beteiligung haben wir für vier Karten bekommen. Das ist fast wie ein Sechser im Lotto.“ Da hat Kuckertz Recht. Für das Spiel am Samstag in London haben sich rund eine Viertelmillion Bayern-Fans um Karten beworben. Kuckertz: „Knapp 25 000 Tickets wurden verteilt. Da muss man schon wirklich Glück haben.“

Irgendwie müssen Timo Löfgen und Markus Kuckertz, die sich übrigens beide um je zwei der 170 Euro teuren Karten beworben haben, ihr Glück aber geahnt haben, die Hinflüge nach London hatte Löfgen nämlich schon gebucht, als sie noch gar keine Karten für das Finale hatten. Markus Kuckertz: „Wir haben uns beide bei Bayern München um Karten beworben. Und ich habe gewonnen. Dienstags hat die Verlosung angefangen, mittwochs kam die E-Mail von Bayern München. Und zehn Minuten später hatte Timo auch die Rückflüge für uns gebucht.“

Klar, dass man für so ein Finale auch optimal ausgerüstet sein muss. Übers Internet haben die beiden Fußball-Fans sich Final-Schals bestellt. Timo Löfgen einen, wo beide Mannschaften, also Bayern München und Borussia Dortmund verewigt sind, Markus Kuckertz den, der nur den Bayern-Aufdruck hat. „Ich will von Dortmund nichts haben“, schmunzelt Kuckertz. „Das würde ich gar nicht anfassen.“ Außer den Schals tragen die beiden noch rote Polohemden, auch hier steht „Champions-League-Finale 2013 Wembley“ drauf. „Man muss sich von Anfang an zu erkennen geben“, lacht Timo Löfgen. „Wir fliegen von Amsterdam, da ist vermutlich auch der ein oder andere Dortmund-Anhänger im Flieger.“

Die beiden Langerweher landen heute um 10.20 Uhr in der britischen Hauptstadt, genau gesagt am Flughafen Gatwick. „Es gibt in der Nähe des Wembley-Stadions einen Park, wo sich am Samstag Bayern München-Fans treffen werden. Ich denke mal, dass wir da dann auch hingehen werden.“

Übrigens hat Timo Löfgen beste Erinnerungen an Wembley, wenn auch noch an das alte Stadion. Hier hat er nämlich 1996 beim EM-Finale gesessen, als Oliver Bierhoff die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit dem „Golden Goal“ zum Europameistertitel geschossen hat. „Ich sehe noch heute, wie der Ball langsam ins Tor rollt. Das war ein einmaliges Erlebnis.“

Dass Löfgen und Kuckertz felsenfest davon überzeugt sind, dass Bayern heute gewinnt, braucht an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnt zu werden. Aber die beiden können diese Überzeugung auch belegen. Kuckertz: „Das ist einfach das Gesetz der Serie. Bei unserem ersten Champions-League-Finale in Barcelona hat Bayern verloren, das zweite gewonnen, das dritte wieder verloren. Logisch, dass jetzt wieder ein Sieg kommen muss.“ Ein Satz, den Timo Löfgen sofort unterschreiben würde. „Bayern hat aber auch eine überragende Saison gespielt“, ergänzt er. „Die Mannschaft hat es verdient, Champions League-Gewinner zu werden.“ Aber egal, wie das Spiel ausgeht, ist Timo Löfgen überzeugt, wird die Fußball-Reise nach London zu einem unvergessenen Erlebnis. „Das ist fast wie ein Weltmeisterschafts-Finale“, sagt er. „Und das im Stadion zu erleben, ist einfach Klasse.“ Kein Wunder, dass der Fachinformatiker schon heute nervös ist. Und auch bei Markus Kuckertz steigt die Spannung.