Verfasste Beiträge ‘Autohaus Gerhards’

Fabian Schell (links) und Maik Eßer.

„Ich habe nur zwei Bewerbungen geschrieben“, erzählt Fabian Schell. „Einen Ausbildungsplatz zu finden, ging eigentlich sehr schnell.“ Fabian (16) hat Glück gehabt. Und gute Noten. Er macht im Langerweher Autohaus Gerhards eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker, und das ist bei Jugendlichen ein sehr begehrter Beruf. Maik Eßer (17), Fabians Azubi-Kollege, hat da schon ganz andere Erfahrungen gemacht. „Ich habe 25 Bewerbungen geschrieben. Und das auch für andere Berufe.“ Andere Auszubildende, die in Langerwehe gelernt haben, hatten sogar über 100 Bewerbungen geschrieben.

Beiden Lehrlingen war wichtig, einen Handwerksberuf zu erlernen, beide lieben es, an Autos zu schrauben. Deswegen wollen sie auch Kfz-Mechatroniker werden.

Fabian und Maik haben die Mittlere Reife gemacht, beide haben am 1. August mit der Lehre angefangen und müssen seitdem jeden Tag von 8 bis 17 Uhr in der Werkstatt arbeiten. „Das ist schon ein langer Tag“, sagt Fabian. „Daran musste ich mich erst gewöhnen. Aber ich bin sicher, dass es die richtige Entscheidung war, mit der Lehre angefangen zu haben.“

In den ersten Wochen ihrer Ausbildung haben Fabian und Maik schon gelernt, Luft- und Innenraumfilter in einem Auto zu wechseln, Glühlampen auszutauschen oder einen Ölwechsel zu machen. Sie können Reifen wechseln und eine Bremstrommel reinigen. „Der Monteur oder unser Meister guckt natürlich immer noch nach“, sagt Fabian. „Aber wir können schon selbst Sachen machen.“

In der kommenden Woche beginnt für die beiden Azubis die Berufsschule. Im ersten Jahr der insgesamt dreieinhalb Jahre dauernden Ausbildung müssen die beiden einmal in der Woche zur Schule nach Jülich, im zweiten Lehrjahr sogar zwei Mal. „Die Berufsschule ist wichtig“, sagt Maik. „Wir müssen nach zwei Jahren unsere Zwischenprüfung machen und dann natürlich unsere Abschlussprüfung.“ Und dass die besonders gut ausfällt, ist das Ziel der beiden Lehrlinge. Fabian Schell: „Ich mache mir jetzt noch keine großen Sorgen darum, ob ich nach der Lehre eine Stelle finde. Ich gucke jetzt zuerst, dass ich die Ausbildung so gut wie möglich abschließe.“

Beide angehenden Kfz-Mechatroniker wohnen noch bei ihren Eltern, und das wird sich so schnell vermutlich auch nicht ändern. „Wir verdienen jetzt um die 600 Euro brutto im Monat“, erzählt Maik. „Unser erstes Gehalt muss in den nächsten Tagen auf dem Konto sein. Das ist dann für uns auch etwas Besonderes.“ Um eine eigene Wohnung zu finanzieren, sind 600 Euro aber natürlich zu wenig.

Fabian und Maik haben 24 Tage Urlaub im Jahr, auch das ist deutlich weniger als die Schulferien, die sie bisher hatten. „Ich habe früher im Verein Fußball gespielt“, erzählt Fabian. „Aber dafür habe ich jetzt keine Zeit mehr. Die Ausbildung geht einfach vor.“ Fabian ist übrigens derzeit in der Karosserieabteilung seines Ausbildungsbetriebes eingesetzt. Die ist bei den Lehrlingen nicht besonders beliebt, weil sie anfangs noch nicht so viel selbst machen können. „Es geht aber“, sagt Fabian. „Und man muss eben manchmal auch Sachen machen, die nicht so viel Spaß machen.“