Archiv für die ‘Nachgedacht’ Kategorie

Die Langerweher Pfarrgemeinde liegt scheinbar vielen Menschen am Herzen.

Die Karnevalssitzung des Orgelbauvereins vor jetzt fast drei Wochen hat hohe Wellen geschlagen. Viele Menschen haben sich mit einem Kommentar zum kritischen Auftritt der “Drei Grazien” hier auf toepfergemeinde.de beteiligt. 34 Kommentare haben wir veröffentlicht, etwa genau so viele haben wir dagegen nicht zugelassen, weil sie einfach falsch, verletztend oder beleidigend waren. Trotzdem möchten wir uns hier an dieser Stelle ausdrücklich für die rege, engagierte Diskussion bedanken. Weil es nämlich genau das ist, was ein Blog ausmacht: Diskussion, Kommunikation. Also: Herzlichen Dank!

Wir sind allerdings hier bei toepfergemeinde.de auch zu dem Schluss gekommen, dass für den Moment alle Argumente ausgetauscht sind, und haben uns deswegen entschieden, an dieser Stelle einen Schlussstrich zu ziehen und keine weiteren Kommentare mehr zu dem Blogeintrag “Nachgedacht: Karneval mit dem Orgelbauverein die zweite” vom 21. Februar zu veröffentlichen.

Gleichzeitig sei an dieser Stelle noch einmal auf die Pfarrversammlung am kommenden Mittwoch, 16. März, um 19 Uhr im Langerweher Pfarr- und Jugendheim hingewiesen, mit der Bitte an alle, die hier bei toepfergemeinde.de mitdiskutiert haben, auch dort ihre Meinung zu sagen. Denn eins ist doch allemal deutlich geworden: Die Pfarrgemeinde St. Martin in Langerwehe liegt scheinbar vielen Menschen sehr am Herzen.

Sandra Kinkel

Zum Schluss noch einmal ein Hinweis in eigener Sache: In der Rubrik “Nachgedacht” wird immer die persönliche Meinung der Bloggerin wieder gegeben. Nicht mehr und nicht weniger.

Ach ja, zu allen anderen Blogeinträgen und Themen freuen wir uns natürlich nach wie vor über jede Menge produktive Kommentare!
Bis dahin,

Ihre Sandra Kinkel

Sorgten für viel Nachdenklichkeit: die "Wehter Vokalisten".

Es ist die letzte Nummer der tollen Karnevalssitzung des Langerweher Orgelbauvereins, und zwar die, auf die die meisten der rund 150 Närrinnen und Narren der beliebten Sitzung (toepfergemeinde.de berichtete ausführlich) vermutlich den ganzen Abend gewartet hatten: Die “Wehter Vokalisten” mit Bert Graff, Walter Jordans und Johannes Herten (am Klavier begleitet von Martin Jung) kamen gemeinsam mit Werner Gossel auf die Bühne und nahmen ihre geliebte Heimatgemeinde so richtig schön aufs Korn.

Johannes Herten, Walter Jordans und Bert Graff (von links).

Walter Jordans, Johannes Herten und Bert Graff waren als die drei grauen Steinfrauen, die auf dem Langerweher Friedhofen stehen, verkleidet. Klar, dass diese “grauen Grazien” immer alles ganz genau mitbekommen. Schließlich wird nirgendwo so viel erzählt und getratscht wie auf dem Friedhof. Werner Gossel mimte den Langerweher Pfarrer Heinz Portz, allerdings nur kurz.

Es ging um den vielen Schnee in der Weihnachtszeit, Räumfahrzeuge, die offenbar kaput waren und Müll, der wochenlang nicht abgeholt werden konnte. Das Geschäftesterben an der Hauptstraße nahmen Herten, Jordans und Graff ebenfalls genaustens unter die Lupe und auch ein Hunde-Verbots-Schild an einem alt-eingesessenen Wehter Geschäft war den “drei grauen Grazien” natürlich aufgefallen.

Ganz zum Schluss ihres sehr gelungenen, kritischen, pointierten, vor allen Dingen aber sehr kenntnisreichen Vortrages, Werner Gossel hatte die Bühne im Pfarrsaal längst verlassen, ging es dann um die katholische Pfarrgemeinde St. Martin und besonders um Pfarrer Heinz Portz, seit gut einem Jahr katholischer Priester in der Töpfergemeinde.

Plötzlich waren die bis dato noch ausgelassenen Jecken mucksmäuschenstill. Alle hörten gebannt zu, als Johannes Herten, Walter Jordans und Bert Graff davon sangen, dass Lektoren und Kommunionhelfer in Langerwehe nicht mehr im Altarraum stehen dürften, dass keine frohe Botschaft verkündet, sondern den Gläubigen vielmehr gedroht würde und dass, wenn das so weiter geht, in der Wehter Pfarre bald die Lichter ausgehen würden. “Wie ekelt man den Rest noch aus dem Gotteshaus” war eine besondere bedrückende Textzeile aus dem umgedichteten Lied. 

Viele Sitzungsbesucher waren ergriffen, manch einer wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Und auch Johannes Herten, Walter Jordans und Bert Graff ist ihr Vortrag sichtlich nahe gegangen. Keine andere Darbietung der Karnevalssitzung des Orgelbauvereins erntete so viel Applaus. 

“Das Thema war und ist uns sehr ernst”, so Bert Graff am Tag nach der Sitzung. “Unser Ziel war, einen Denkprozess anzustoßen. Das ist auch eine Möglichkeit, die der Karneval uns bietet.”  Mehrere engagierte Christinnen und Christen aus der Töpfergemeinde haben in den vergangenen Monaten ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Pfarre aufgegeben, so war am Samstag nach dem Vortrag der “Wehter Vokalisten” zu hören. Man fühle, so eine Katholikin, sich “einfach in die Wüste geschickt. Es macht überhaupt keinen Spaß mehr.”

Ich bin kein Insider, was die Katholische Pfarrgemeinde St.Martin angeht, ganz sicher nicht. Trotzdem war es mir wichtig, den mutigen Auftritt der “Wehter Vokalisten” an dieser Stelle ausführlich zu beschreiben. Auch weil es nicht passieren darf, dass in St.Martin “irgendwann die Lichter ausgehen”.  In unserer Pfarre passiert viel. Spontan fallen mir die vorbildliche Jugendarbeit der Pfadfinder ein, die tollen Konzerte, die Martin Jung das ganze Jahr über organisiert, das Engagement des Orgelbauvereins, dem es zu verdanken ist, dass am 11. November, die neue Orgel in der Töpfergemeinde eingweiht wird und die vielen fröhlichen Pfarrfeste ein, die einmal im Jahr gefeiert werden. Das alles darf nicht einfach so in der Versenkung verschwinden.

Und deswegen ist es schade, dass Pfarrer Heinz Portz am Samstag bei der Orgelbau-Karnevalssitzung nicht mit dabei war. Sehr schade sogar. Dann hätte er gehört, was man ihm vorwirft, was die Menschen in seiner Pfarre bedrückt. Und er hätte spüren können, wie tief die “Wehter Vokalisten” den Nerv der Leute getroffen haben.

Sandra Kinkel

Bleibt zu hoffen, dass der Denkanstoss, den Bert Graff und seine Mitstreiter geben wollten, Heinz Portz trotzdem erreicht. Und dass die Tücher noch nicht soweit zerschnitten sind, dass sachliche Gespräche mit allen Beteiligten nicht mehr möglich sind. Denn eins ist ja mal klar: Ohne engagierte Ehrenamtler kann eine katholische Pfarrgemeinde gerade in heutigen Zeiten überhaupt nicht mehr existieren, und es sind die Menschen, die Gläubigen, die auch St. Martin in Langerwehe mit Leben füllen, meint Sandra Kinkel.

Die Bloggerin Sandra Kinkel.

Natürlich, und das haben wir an dieser Stelle, schon häufiger betont, ist toepfergemeinde.de ein politisch neutrales Blog, das gerne über Parteien jeglicher Couleur berichtet – solange sie nur demokratisch sind. Dabei bemühen wir uns aber um Ausgewogenheit, was man zum Beispiel daran sieht, dass heute der neue CDU-Ortsverband der “Herrschaft” hier genauso Erwähnung finden, wie der Neujahrsempfang der SPD.

toepfergemeinde.de will aber auch ein kritisches Blog sein, eines, das manchmal den Finger in die Wunde legt, Missstände aufzeigt und über Dinge berichtet, die vielleicht nicht so ganz in Ordnung sind. Dazu haben wir die Kategorie “Nachgedacht” eingeführt, die immer die persönliche Meinung der Bloggerin wiedergibt. Nicht mehr und nicht weniger. Und an dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Wenn Sie anderer Meinung sind als ich, nutzen Sie das Kommentarfeld oder schicken Sie mir eine Mail (toepfergemeinde@web.de). Ich bin für Diskussionen immer offen.

Beim Neujahrsempfang der SPD zeichneten Rolf Kurth (links) und Jens Bröker (rechts) die Mitglieder Gudrun Ozvald und Roman Conzen für 25-jährige Parteimitgliedschaft aus.

Der Neujahrsempfang bei der Wehter SPD ist seit vielen Jahren immer ein gemütlicher Abend mit deftigem Grünkohl und Getränken, bei dem der Ortsverbandsvorsitzende Rolf Kurth eigentlich selten politisiert. Es geht um die Ehrung langjähriger Mitglieder (in diesem Jahr wurden Gudrun Ozvald, Roman Conzen und Rosemarie Krehla für ein Vierteljahrhundert in der Partei ausgezeichnet) und um ein gemütliches Beisammensein.

Die Weihnachtsanzeige der CDU aus dem Mitteilungsblatt.

Aber SPD-Chef Rolf Kurth ist  – zu Recht – sauer. Und deswegen hat er beim Neujahrsempfang im Töpfereimuseum auch seinem Unmut Luft gemacht. Grund für Kurths Ärger ist eine ganzseitige Anzeige der Langerweher CDU im vorweihnachtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde, das am 17. Dezember erschienen ist und an alle Haushalte verteilt wurde. Darin listet die CDU all das auf, was sie in 2010 für die Töpfergemeinde erreicht hat. Und das ist wahrlich Einiges. “In Heistern haben wir”, heißt es beispielsweise in der Anzeige, “220000 Euro in den behinderten gerechten Ausbau des Parkplatzes am Friedhof investiert.” Oder auch: “Mit 2010 geht ein Jahr zu Ende, in dem wir wieder viele neue Entwicklungen anstoßen und umsetzen konnten.” Alles richtig, natürlich. Aber ist die Formulierung “wir haben” in dem Zusammenhang wirklich glücklich? Alleine kann die CDU Langerwehe mit zwölf von 26 Sitzen im Gemeinderat nicht wirklich viel ausrichten. Und genau deswegen haben CDU und SPD ja auch nach der Kommunalwahl einen Koalitionsvertrag unterzeichnet: Die Töpfergemeinde wird von einer großen Koalition regiert. Gemeinsam hat Schwarz-Rot 20 Sitze im Rat. Die allermeisten Entscheidungen im Gemeinderat werden mit großer Mehrheit, viele sogar einstimmig geschlossen. Es herrscht ein gutes Klima bei den Sitzungen, das sicherlich noch dem Führungsstil von Altbürgermeister Franz-Josef Löfgen zu verdanken ist, in dessen Amtszeit unter anderem die interfraktionellen Gespräche in Langerwehe eingeführt worden sind. Rolf Kurth spricht von “geistigem Diebstahl”, wenn er über die Anzeige im Mitteilungsblatt erzählt. Vor allem, weil der Heisterner Parkplatz wohl seine Idee war. Von Ideen-Klau würde ich nicht sprechen. Wohl aber von einem schlechten Stil. Am besten wäre gewesen, die Koalitionspartner hätten sich auch in Sachen Weihnachtsanzeige an einen Tisch gesetzt und einen gemeinsamen Text auf den Weg gebracht. Zumindest aber hätten die Herrschaften der CDU so viel Größe besitzen müssen, und die gute, fruchtbare Zusammenarbeit in der Koalition und im Langerweher Gemeinderat in ihrer eigenen Anzeige erwähnen sollen, meint Sandra Kinkel.

Und jetzt?

12/07/2010kinkel

Langerwehe hat auch ohne Fußball viel zu bieten!

Und jetzt? Na ja, was machen wir jetzt? Spanien ist Fußballweltmeister (Glückwunsch an dieser Stelle noch einmal an Carmen Herten und Mercedes Gielgen, die es ja immer gewusst haben!), Holland zweiter, Deutschland dritter – und wir haben keinen Fußball mehr! Jogis Jungs sind heute morgen um 6.17 Uhr auf dem Flughafen in Frankfurt gelandet und haben sich in ihren wohl verdienten Sommerurlaub verabschiedet! Vier Wochen lang (fast) jeden Tag  Fußballländerspiele, und damit soll jetzt Schluss sein? Kein Public Viewing mehr? Keine Autokorsos? Dabei haben die Menschen so friedlich und fröhlich miteinander gefeiert, dass es eine wahre Freude war. Und jetzt?

Keine Panik, Langerwehe ist auch für die Zeit nach der Weltmeisterschaft und vor der Frauen-WM (nächstes Jahr in Deutschland) bestens gerüstet. Am nächsten Sonntag, 18. Juli, steigt entlang der Hauptstraße das große Sommerfest der Interessenvertretung “Pro Langerwehe”, worüber an dieser Stelle noch ausführlich berichtet wird.

Im September ist schon wieder Eifelmarkt.

Am Sonntag, 12. September, findet von 10 bis 18 Uhr im Töpfereimuseum, Pastoratsweg 1, der beliebte Eifelmarkt statt.

Na ja, und am ersten Adventswochenende 27./28. November ist dann in Langerwehe wieder Töpfermarktzeit! Und wenn wir den hinter uns haben, ist Weihnachten. Langeweile gibt es also in Langerwehe bestimmt nicht!

Und am ersten Adventwochenende Töpfermarkt.

Und wissen Sie, was das Tolle ist? Spätestens zum Eifelmarkt ist auch die elende Schwitzerei vorbei!

In diesem Sinne: einen guten Start in die Fußball freie Woche!

Mensch, das waren ja zwei Tage diese Woche. Zwar mit Bundespräsidentenwahl, dafür aber völlig ohne Fußball. Schlimm. Richtig schlimm sogar. Mann, Mann, Mann. Dafür ging es ja dann gestern zum Glück so richtig wieder los, und unsere Freunde aus Holland (die mit den Wohnwagen und dem gelben Nummernschild) haben uns sehr eindrucksvoll vorgemacht, wie das geht, einen Favoriten aus dem Turnier zu kegeln, oder schießen oder wie auch immer. Jogis Jungs brauchen das eigentlich heute nur noch nachzumachen.

Die Redaktion von toepfergemeinde. de hat sich in den Fußball freien Tagen jedenfalls zu intensiv(ste)en Recherchtätigkeiten auf den Weg gemacht, keine Strapazen gescheut, ja und was soll ich sagen, wir haben ein wichtiges Geheimpapier aufgetan. Dazu aber erst später mehr (die Spannung steigt….).

Vorher aber noch ein paar Fakten: Das heute ist die 14. Begegnung zwischen Deutschland und Argentinien, wir haben acht Mal gewonnen und fünf Mal unentschieden gegen die Gauchos gespielt. Argentinien hat in allen Begegnungen 23 Tore geschossen, wir zwei mehr.

Die Metzger in Langerwehe sind für die Grillpartys heute Nachmittag bestens gerüstet, es gibt schon seit Tagen in der Töpfergemeinde nur noch argentinisches Rindfleisch zu kaufen, die Temperaturen in Langerwehe haben sich denen in Südamerika mittlerweile bestens angepasst, und in den Wehter Apotheken bekommt man derzeit alles, was man als Fußballfan so braucht (die Schaufenster sind entsprechend dekoriert): Beruhigungstroppfen, Blutdruck senkende Mittelchen …

Und jetzt unser Geheimpapier: Wir alle erinnern uns ja an den kleinen Zettel, den Torwart Jens Lehmann beim Viertelfinale der WM 2006 (ebenfalls Deutschland-Argentinien, wir haben gewonnen!) vor dem Elfmeterschießen aus seinem Strumpf geholt hat. Und genau so einen Zettel hat Lehmen jetzt für seinen Nachfolger Manuel Neuer angefertigt und den vorgestern nach Kapstadt geflogen. Vorher durfte toepfergemeinde.de einen kurzen Blick und die Kamera drauf halten:

Streng geheim! Spickzettel von Manuel Neuer fürs Elmeterschießen! Streng geheim!

Da kann doch heute wirklich nichts mehr schief gehen. Und deswegen “Don`t cry for us, Argentina! War schön mit Euch.” In diesem Sinne: Viel Spaß beim Fußball und Tooooooor!!!