Tobias Endrigkeit ist einer, der gerne anpackt. Dinge entscheidet, mitbestimmt. Und eben nicht nur zu Hause in seinem Zimmer sitzt und meckert. Deswegen engagiert sich der 18-jährige Schüler aus Langerwehe, der gerade am Wirteltor-Gymnasium sein Abitur gemacht hat, auch in der Politik. Tobias ist seit zwei Jahren bei den Jusos, also der Jugendorganisation der SPD. „Das ist einfach die Partei, bei der ich mich am meisten zu Hause fühle“, sagt er. „Kann aber auch sein, dass ich da familiär vorbelastet bin.“ Tobias‘ Vater ist stellvertretender Bürgermeister der SPD in Langerwehe.
Anfang Juni ist Tobias vier Tage in Berlin, er ist einer von 311 Jugendlichen aus ganz Deutschland, die an der Aktion „Jugend und Parlament“ teilnehmen. Tobias Endrigkeit: „Jeder von den Teilnehmern bekommt am ersten Tag eine Rolle, die er dann auch erfüllen muss. Es kann passieren, dass ich ein 56-jähriger Liberaler bin. Durch dieses Eintauchen in eine andere Rolle lernt man die Argumente der anderen besser zu verstehen. Und man erkennt auch die Stärken und Schwächen der anderen Parteien besser.“
In Berlin simulieren die Jugendlichen Parlamentssitzungen, debattieren über Gesetzesvorlagen, haben Ausschusssitzungen und müssen natürlich auch an Treffen mit ihren „Fraktionskollegen“ teilnehmen. Tobias Endrigkeit: „Wir tun all das, was die Bundestagsabgeordneten auch tun. Und das Programm ist ziemlich straff.“ Die Tage in Berlin sind total durchgeplant, morgens um sechs Uhr treffen sich die Jung-Parlamentarier zu Fraktionsfrühstücken. „Und der letzte Termin am Abend ist um 21 Uhr.“
Tobias freut sich sehr auf die Zeit in Berlin, vor allem findet er es total spannend, dass er sich vier Tage im Reichstag frei bewegen kann. „Da kommt man ja sonst nicht so einfach hin. Diese Zeit wird bestimmt etwas Besonderes, zumal ich ja auch bestimmt viele interessante Leute kennenlerne. Wir werden auch Politiker kennenlernen.“
Zu Hause interessiert sich Tobias Endrigkeit besonders für Schul- und Bildungspolitik. „Das sind natürlich auch die Themen, mit denen ich in den vergangenen Jahren am meisten konfrontiert war.“ Tobias Endrigkeit ist davon überzeugt, dass seine Altersgenossen nicht Politik verdrossen sind. „Sie sind Partei verdrossen. Viele Jugendliche haben Schwierigkeiten, sich an eine Partei zu binden. Aber sie haben überhaupt keine Schwierigkeiten damit, sich für ein Thema zu interessieren und sich auch dann dafür einzusetzen.“
Um mehr Jugendliche aus dem Kreis Düren für Politik zu begeistert, organisiert Tobias Endrigkeit mit Vertretern der Jungen Union, der Jungen Liberalen und der Grünen Jugend einen „Tag der politischen Jugend“ in Düren. „Wir wollen am Dienstag, 9. Juli, Schülerinnen und Schüler ins Haus der Stadt oder ins Kreishaus einladen, um gemeinsam mit ihnen über Politik zu diskutieren. Und natürlich hoffen wir, auch den ein oder anderen so zu begeistern, dass er sich vielleicht doch in einer der Jugendorganisationen der Parteien engagiert.“ Denn auch wenn Tobias Endrigkeit sich manchmal über das, was in den Parteien passiert, ärgert, so ist ihm doch eines klar. „Parteien sind ganz wichtig für die Demokratie. Und nur hier kann man auch wirklich mitbestimmen.“
Übrigens kann sich Tobias Endrigkeit durchaus vorstellen, später einmal als Politiker zu arbeiten. Zunächst möchte er aber einmal Maschinenbau in Aachen studieren. „Es müssen ja nicht nur Juristen im Parlament sitzen. Ich finde es wichtig, dass möglichst viele Berufsgruppen vertreten sind.“ Auf jeden Fall möchte Tobias sich auch in Zukunft vor Ort weiter politisch engagieren. In Langerwehe und im Kreis Düren. „Hier gibt es noch viel zu tun“, sagt der junge Mann.
















