Miriam Westerhausen und Manuel Klubertz freuen sich sehr auf ihre Zeit als Maikönigspaar in Schlich. Für die beiden wird ein Traum wahr.

Miriam Westerhausen und Manuel Klubertz freuen sich sehr auf ihre Zeit als Maikönigspaar in Schlich. Für die beiden wird ein Traum wahr.

Welche Farben ihre beiden Kleider haben, möchte Miriam Westerhausen noch nicht verraten. Auf keinen Fall. „Ich habe zwei Kleider“, sagt die 29-jährige Verkaufshelferin, „sie sind bunt, also nicht schwarz oder weiß. Und beide lang. Mehr kann ich aber wirklich noch nicht sagen.“ Miriam Westerhausen ist die amtierende Maikönigin der Maigesellschaft Schlich-D‘horn. Der Maikönig ist ihr Freund Manuel Klubertz (30).Dass Manuel Klubertz irgendwann einmal Maikönig werden würde, war für den Elektriker eigentlich schon immer klar. Er ist in Schlich aufgewachsen, für ihn war es absolut selbstverständlich, mit 16 Jahren Mitglied der Maigesellschaft zu werden. „Und wenn man für den Verein lebt, dann will man auch irgendwann einmal Maikönig werden. Das ist doch klar.“ Auch Miriam Westerhausen ist das Maibrauchtum nicht fremd. „Ich stamme aus Birgel“, erzählt die junge Frau. „Da gibt es auch eine Maigesellschaft.“In der Mainacht werden die Frauen aus dem Dorf versteigert. Die Männer müssen bezahlen, damit sie ihrer Liebsten einen Maibaum setzen oder ein Maiherz aufhängen dürfen. „Ich finde das nicht diskriminierend“, sagt Miriam Westerhausen. „Das ist einfach in so einem Dorf total normal. Ich fände es eher schlimmer, wenn ich von niemandem ersteigert worden wäre. Aber das ist zum Glück noch nie passiert.“Manuel Klubertz musste für seine Miriam ganz schön viel Geld auf den Tisch blättern, 2310 Euro hat er bei der Versteigerung für seine Königin bezahlt. „Und das ist ja nicht alles“, sagt der Maikönig. „Die beiden Kleider müssen bezahlt werden. Und bei unserem Königsball am Donnerstagabend haben wir 400 Leute eingeladen. Und die werden den ganzen Abend auch wirklich von uns eingeladen.“ Insgesamt, schätzt Manuel Klubertz, kostet ihn die Zeit als Maikönig um die 8000 Euro – inklusive Versteigerung, Kleider und Königsball. „Sicher ist das viel Geld“, sagt der Maikönig. „Aber es ist es mir wert. Ich wollte unbedingt einmal Maikönig werden, und dieser Traum geht für mich jetzt in Erfüllung. Ich freue mich total auf das Maifest.“

Aber warum braucht eine Maikönigin überhaupt zwei Kleider? „Das ist schnell erklärt“, lacht Miriam Westerhausen. „Eins für den Eröffnungsball am Mittwoch und eins für den Donnerstag, wenn der große Umzug durch Schlich geht und abends unser Königsball stattfindet.“ Und auch wenn Miriam die Farben ihrer beiden Kleider noch nicht verraten möchte, so erzählt sie doch, dass es echte Prinzessinnenkleider sind. „Das ist ein tolles Gefühl, so ein Kleid anzuhaben“, sagt Miriam Westerhausen. „Ganz anders als bei normalen Sachen. Und ich muss auch noch ein bisschen üben, mich damit zu bewegen.“

schlichÜbrigens wollen Manuel Klubertz und Miriam Westerhausen demnächst auch irgendwann heiraten. Und dann endet auch automatisch das Engagement in der Maigesellschaft. Manuel Klubertz: „In der Maigesellschaft können nur Männer Mitglied sein, die mindestens 16 Jahre alt und unverheiratet sind.“ Für alle die, die einmal Maikönig waren oder mindestens fünf Jahre im Vorstand der Maigesellschaft mitgearbeitet haben, gibt es aber einen Ehemaligenclub. „Da werde ich dann auf jeden Fall mitmachen“, lacht Manuel Klubertz. „Ich glaube, so ganz kann ich mich von der Maigesellschaft nicht trennen.“ Ans Trennen muss Manuel Klubertz ja noch gar nicht denken. Erst einmal ist Vorfreude angesagt – auf das Maifest in drei Wochen.

Traditionell wird in Schlich immer rund um Christi Himmelfahrt gefeiert, und zwar in diesem Jahr am 28. und 29. Mai.

Mittwochs werden Manuel Klu-bertz und Miriam Westerhausen beim Eröffnungsball um 20 Uhr offiziell gekrönt, donnerstags zieht um 14.30 Uhr der große Maiumzug durch Schlich. Das Maikönigspaar hat sogar eine eigene Fahne, die am Elternhaus von Manuel Klubertz hängt.

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