Merode feiert Geburtstag!

Merode feiert Geburtstag!

„Es ist sehr ungewöhnlich, dass die gleiche Familie von Anfang an vor Ort ist. Erst auf dem mittelalterlichen Lehnsgut, später in einem Schloss. In Merode ist das so.“ Prinz Henri-Albert de Merode (38) kennt die Geschichte seiner Familie genau. Aber auch der Meroder Ortsvorsteher Albert Trostorf (50) und Philipp Schmitz-Schunken (31) von der Dorfgemeinschaft sind mit der Historie „ihres“ Dorfes bestens vertraut. Im Jahr 1174 wurde Merode in einer Maastrichter Urkunde zum ersten Mal erwähnt, in diesem Jahr feiert die Herrschaft, zu der außerdem noch die Orte Echtz, Konzendorf, Geich, Obergeich, Schlich und D`horn gehören, also ihren 840. Geburtstag.

rinz Henri-Albert de Merode, Ortsvorsteher Albert Trostorf und Philipp Schmitz-Schunken (von links).

rinz Henri-Albert de Merode, Ortsvorsteher Albert Trostorf und Philipp Schmitz-Schunken (von links).

„Unsere Familie“, erzählt Prinz Albert-Henri, „hat unter Kaiser Barbarossa hier ein Lehnsgut erhalten. Unsere Aufgabe war, den Menschen einen gewissen Schutz zu gewährleisten.“ Die Herrschaft lag damals an einer strategisch wichtigen Straße, der Aachen-Frankfurter-Heer-straße. Mindestens 30 deutsche Kaiser zogen durch die Herrschaft Merode nach Aachen, auch die Jakobspilger waren auf der Heerstraße unterwegs nach Santiago de Compostela. Philipp Schmitz-Schunken: „Die Aachen-Frankfurter-Heerstraße ging mitten durch die Herrschaft. Heute ist die Buslinie 237 die ‚Herrschaftslinie‘. Sie führt durch alle Dörfer bis nach Düren.“

Das Wappen von Merode

Das Wappen von Merode

Während der Kaiserzeit habe sich die Herrschaft Merode gut entwickelt, erzählt Prinz Henri-Albert. Die Familie de Merode benannte damals den Stadthalter von Aachen, es gab enge Kontakte zu Friedrich Barbarossa. „Irgendwann sind wir mit dem Kaiser nach Flandern gezogen. Man kann sagen, dass wir eine belgische Familie mit rheinischen Wurzeln sind. Merode ist unser Ursprung, unsere Wiege.“
Mit dem wachsenden Einfluss des Herzogs von Jülich ist die politische Bedeutung der Herrschaft Merode weggefallen. Und trotzdem war das Schloss immer Mittelpunkt des Ortes. Ortsvorsteher Albert Trostorf: „Bis zum Zweiten Weltkrieg war Merode eigentlich immer gleich. Erst danach haben sich neue Wohngebiete und Straßen entwickelt. Die Entwicklung nach dem Krieg endete mit der Eingliederung in die Gemeinde Langerwehe.“

Die beiden Weltkriege, aber auch der 30-jährige Krieg und der spanische Erbfolgekrieg, betont Trostorf, hätten die Geschichte von Merode stark geprägt. Genau wie der Brand des Schlosses im Jahr 2000, bei dem 80 Prozent des Gebäudes zum Teil erheblich beschädigt worden sind. „Merode hat viele schlechte Zeiten erlebt“, weiß Trostorf, „aber genau dann ist die Dorfgemeinschaft auch immer noch enger zusammengewachsen.“ Das ist auch heute noch spürbar. 500 der 750 Bürger von Merode sind Mitglied der Dorfgemeinschaft, etwa genau so viele Mitglieder hat auch der Förderverein des Schlosses. Prinz Albert-Henri: „Eine funktionierende Dorfgemeinschaft ist gerade auch in Zeiten einer immer stärker alternden Gesellschaft wichtig. Einander Helfen, seine Wurzeln nicht vergessen, dass kann für einen Ort sehr viel Halt bedeuten.“

Im Jubiläumsjahr hat die Dorfgemeinschaft Meroder Fahnen, wie es sie schon im 12. Jahrhundert gegeben hat, mit vier roten Balken auf goldenem Grund anfertigen lassen. In allen Ortsteilen der Herrschaft und im Schlosspark steht ein ganz besonderer Baum. Schmitz-Schunken: „Es ist die Birne von Merode, die um das Jahr 1800 dem damaligen Grafen von Merode gewidmet wurde.“

Überhaupt, erklärt Schmitz-Schunken, sei der Zusammenhalt zwischen allen sieben Orten der Herrschaft sehr gut. Für die Zukunft wünschen sich Philipp Schmitz-Schunken und Albert Trostorf ein paar Einwohner mehr und ein Dorfgemeinschaftshaus. Ziele, die auch die Dorfkonferenz so formuliert hat. Philipp Schmitz-Schunken: „Mehr Einwohner deshalb, weil es dann gelingen kann, das soziale Leben im Ort zu stärken. Aber nicht zu viele. Denn das, was Merode auch ausmacht, ist die Tatsache, dass hier jeder jeden kennt.“

Nach dem Jubiläumsfest am 11. April, dem offiziellen Gründungstag der Herrschaft Merode, sind weitere Aktionen zum Jubiläum geplant. Drei, die die Planungen fest im Blick haben, sind neben unzähligen engagierten Bürgern Prinz Henri-Albert de Merode, Ortsvorsteher Albert Trostorf und Philipp Schmitz-Schunken von der Dorfgemeinschaft.

Der Familientag zum 840-jährigen Jubiläum soll am Sonntag, 7. September, im Schlosspark gefeiert werden. Am gleichen Wochenende, also am Freitag, 5. und Samstag, 6. September, feiert hier die Bläservereinigung Merode ihren 40. Geburtstag. Am Samstag spielen dann die „Original Zillertaler“ im Schlosspark auf. Sonntags soll es dann ein fröhliches Fest für die ganze Familie geben, an dem sich verschiedene Ortsvereine beteiligen werden.

Dass die Menschen in der Herrschaft feiern können, stellen sie aber auch schon am kommenden Wochenende unter Beweis. Von Freitag, 9., bis Sonntag, 11. Mai, lädt die Maigesellschaft zu ihrem traditionellen Maifest ein. Einer der Höhepunkte ist ohne Zweifel der Festzug am Sonntag um 14.30 Uhr. Eintrittskarten zum Königsball am Samstag gibt es an der Abendkasse zum Preis von sieben Euro.

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