Der "Chor vom Jung" begeisterte bei der Sitzung des Orgelbauvereins.

Der “Chor vom Jung” begeisterte bei der Sitzung des Orgelbauvereins.

Das Langerweher Pfarrheim brummt. Es ist Samstagabend, 19.11 Uhr, und in wenigen Minuten beginnt die 15. Sitzung des Langerweher Orgelbauvereins. „Mit Vollgas zurück ins Mittelalter“ ist das Motto der tollen Veranstaltung, kein Wunder also, dass Moderator und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Kurt Gielgen diesmal als schmucker Ritter durch das Programm führte. Und zwischendurch immer wieder auch die ein oder andere historische Information parat hatte. Schließlich wurde Langerwehe zum ersten Mal 1157 urkundlich erwähnt.

Die Langerweher Orgelbausitzung ist Karneval im allerbesten Sinne. „Hier“, so Hubert Gasper von der KG „Löstige Döppesbäckere“, „herrscht eine ganz besondere Stimmung. Das Ambiente ist irgendwie einzigartig.“ Und Winfried Meier, Präsident der Langerweher Karnevalsgesellschaft „Pannebäckere“ formuliert es so: „Die Sitzung des Orgelbauvereins ist einfach ein Stück Heimat.“ Winfried Meier hat Recht. Sechs Stunden dauert das abwechslungsreiche Programm der Orgelbausitzung, die Band „Indeland-Rebellen“, Michael Henkel und Guido Streusser vom Duo „Labbes und Drickes“ und „Der Lange“ alias Alfred Wings sind Profi-Karnevalisten. Alle anderen Akteure sind Hobby-Jecken aus Langerwehe. Werner Gossel beispielsweise begeisterte die bunt kostümierten Jecken im Saal gleicht drei Mal – als munterer Troubadour, als Jakobus-Pilger und mit einem Lied, das er eigens für das Wehter Prinzenpaar Astrid und Hanifi Can getextet hat. Viel Applaus gab es auch für den „Chor vom Jung“. Die Sängerinnen und Sänger um den Langerweher Organisten Martin Jung hatten uralte, fast schon in Vergessenheit geratene Karnevalslieder einstudiert. Wie immer mit dabei auch die Christel Dick und Uschi Nieveler als die „Frauen für alle Fälle“ und Heinrich Dohmen, der ebenfalls eine kurze Rede vorbereitet hatte. Ein Abordnung aus Merken begeisterte mit viel Musik – gespielt auf Mandolinen und Gitarren, bei der alle kräftig mitgesungen haben. Zum ersten Mal besuchten diesmal auch die Karnevalisten von der KG „Rot-Weiß Pier“ die Sitzung im Pfarrsaal.

Höhepunkt der Veranstaltung war aber wie immer der Auftritt von Johannes Herten, Bert Graff und Walter Jordans. Die „drei Grazien“, die das ganz Jahr über als Steinfiguren auf dem Langerweher Friedhof das Geschehen in der Töpfergemeinde genauestens beobachten, werden nur einmal im Jahr, nämlich bei der Orgelbausitzung, lebendig und legen in einem witzigen, aber auch bissigen Vortrag den Finger in die Wunde. Dabei ging es diesmal unter anderem um die Marienkappelle in Jüngersdorf, den Leerstand entlang der Langerweher Hauptstraße, und auch Pfarrer Heinz Portz wurde das ein oder andere Mal tüchtig aufs Korn genommen.

Ach ja, alle Fotos zur Orgelbausitzung gibt es morgen! Weil Vorfreude ja bekanntermaßen die schönste Freude ist!

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