Darnita und Kirk Rogers

Darnita und Kirk Rogers

„Wir sind zwar erst zwei Jahre hier, aber es fühlt sich an wie zehn Jahre. Wir lieben Deutschland.“ Darnita und Kirk Rogers sind aus den USA ins Rheinland gekommen – und wollen für immer bleiben. Im vergangenen Jahr haben die beiden Vollblutmusiker die Leitung des Langerweher Gospelchores „Joy of Gospel“ übernommen, und auch hier ist der Funke sofort übergesprungen. „Wir haben uns von Anfang an sehr zu Hause und sehr willkommen gefühlt“, sagt Darnita Rogers. „Der Chor ist für uns wie eine Familie.“ Darnita Rogers tourt seit mehr als zwei Jahrzehnten durch die USA und Europa. Sie hat mit bekannten Gospelgrößen wie Fred Hammond, Edwin und Walter Hawkins, Patti LaBelle und James Moore zusammengearbeitet.

Ehemann Kirk arbeitet seit über drei Jahrzehnten als Chorleiter und Lehrer sowohl in verschiedenen Kirchengemeinden als auch bei Theaterproduktionen. „Gospel“, sagt Darnita Rogers, „ist Teil unserer Kultur, Teil unseres Glaubens. Wir sind damit aufgewachsen. Diese Art Musik ist für uns einfach ein Stück Normalität.“

Mit der neuen Chorleitung hat sich bei „Joy of Gospel“ jede Menge geändert. Nicht nur, dass der Schwerpunkt des Chores jetzt aus traditionellem Gospel liegt, gesungen wird ohne Noten. „Für uns war das eine große Umstellung“, sagt zweite Vorsitzende Bettina Merzenich. „Wir haben jetzt einen ganz anderen Stil, eine ganz andere Gesangstechnik.“ „Der Chor war vorher schon gut“, lacht Darnita Rogers. „Er jetzt hat er sich mindestens um 300 Prozent gesteigert. Das ist wirklich unglaublich.“ Für die beiden US-Amerikaner, die neben der Langerweher Singgemeinschaft noch zwei weitere Chöre leiten, ist es beeindruckend, dass zwar längst nicht alle Mitglieder des Langerweher Chores Englisch sprechen, trotzdem aber alle Englisch singen. Auch die Tatsache, dass die beiden Chorleiter kaum Deutsch sprechen, ist kein Problem. Kirk Rogers: „Die Bereitschaft der Menschen hier, zu lernen und sich zu verbessern, ist enorm. Viel größer als in Amerika. Es macht einfach großen Spaß, hier zu arbeiten.“

Darüber hinaus, so der Pianist, sei grundsätzlich die Wertschätzung ihrer Arbeit in Deutschland viel größer als in Amerika.“ Darnita und Kirk Rogers arrangieren einen Teil der Gospels für ihre Chöre selbst, sie veranstalten aber auch Workshops, geben eigene Konzerte. „Tanzen, Essen, Reisen und Entspannung sind meine Hobbys“, schmunzelt Darnita Rogers. „Aber wirklich viel Zeit bleibt dafür nicht.“

Mittlerweile, sagen die beiden Chorleiter, verbinde sie mit den 73 Sängerinnen und Sänger des Langerweher Gospelchores fast schon eine richtige Freundschaft. Und die Chormitglieder tun natürlich alles, damit Darnita und Kirk Rogers sich in der neuen Heimat auch wirklich so richtig wohlfühlen. „Wir waren beim Karneval in Köln und haben bei einem Wettbewerb im Handtaschen-Weitwurf teilgenommen“, erzählt Darnita Rogers. „Ich mag deutsche Festivals. Und ich habe den Eindruck, dass die Menschen in Deutschland sehr offen sind für neue Kulturen. Das gefällt mir auch sehr gut.“

Im Augenblick sind die beiden amerikanischen Musiker damit beschäftigt, die deutsche Sprache zu lernen. „Das muss einfach sein“, sagt Darnita Rogers. „Schließlich ist das jetzt unsere Heimat.“ Ein deutsches Weihnachtslied haben die beiden schon gelernt. Darnita Rogers: „Stimmt. „Stille Nacht, heilige Nacht.“ Der Langerweher Gospelchor „Joy of Gospel“ probt immer mittwochs von 20 bis 22 Uhr. In den Sommermonaten finden die Proben in der Evangelischen Kirche in Langerwehe statt, im Winter im Bürgerhaus in Pier. Vor allem gute Männerstimmen werden als Verstärkung immer gesucht.

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