Max Willkomm aus Jüngersdorf

Max Willkomm aus Jüngersdorf

„Als ich von meinem Praktikum in China zurück gekommen bin, habe ich einige Wochen überhaupt keinen Reis gegessen. Aber mittlerweile esse ich wieder sehr gerne Reis.“ Das ist gut so, denn am Wochenende hat Max Willkomm aus dem Langerweher Ortsteil Jüngersdorf seinen eigenen Reis probiert. Der 23-jährige Geografie-Student der Kölner Universität hat sich nämlich von seinem Praktikum ein bisschen chinesischen Reis mitgebracht und damit im heimischen Garten ein ziemlich ungewöhnliches Projekt gestartet. „Ich wollte wissen, ob in Jüngersdorf Reis wächst“, lacht Max Willkomm. „Und das hat ja auch funktioniert.“

Knapp drei Monate war Max Willkomm mit einer Forschungsgruppe in Jiansangjiang im Nordosten Chinas, hier hat er im Bereich geografische Informationssysteme und Fernerkundungen gearbeitet. Anhand von speziellen Messungen und Daten ist es beispielsweise möglich, Ernteerträge zu messen. Max Willkomm: „Es kann wichtig sein, schon im Sommer zu wissen, wie im Oktober die Ernte ausfällt.“

So sehen die Jüngersdorfer Reiskörner aus.

So sehen die Jüngersdorfer Reiskörner aus.

Eines der wichtigsten Souvenirs der Chinareise waren Samen des Rundkornreises „Kongyu 131“, eine ziemlich robuste Sorte, die auch in der Gegen von Jiangsangjiang häufig angebaut wird. „Ich habe die Samen in kleinen Gewächshäusern, so genannten Pikierhäusern vorgezogen, und sie dann erst bei meinen Eltern in den Garten gepflanzt.“ Um das sechs Quadratmeter große Reisfeld haben Max Willkomm und sein Vater Rüdiger einen Holzrahmen gebaut, den mit Folie ausgelegt und gute Jüngersdorfer Erde eingefüllt. „Wir haben zwischendurch nur ein bisschen mit Phosphor und Stickstoff gedüngt“, so der Geografie-Student.

Grundsätzlich, erklärt Max Willkomm, brauche Reis, um gut zu gedeihen, viel Licht und Wärme. „Und das mit der Wärme war auch genau das Problem. Weil es im April noch so kalt war, haben wir unsere Pflanzen erst Mitte Mai ausgesetzt und erst Anfang November geerntet. In China ist die Reisernte schon Mitte Oktober.“

Überhaupt hat Max Willkomm sämtliches Wissen rund um den Reisanbau aus China mitgebracht. „Ich hatte ja überhaupt keine Vorkenntnisse“, sagt er, „aber ich habe ja während meines Praktikums genau gesehen, wie die Pflanzen gesetzt worden sind.“ Die Ernte war dann auch kein besonders großes Problem. Ein bisschen sahen die reifen Reispflanzen aus wie Getreide. Zuerst sind die Körner abgeschnitten worden, später mussten aber auch die kompletten Pflanzen aus dem Jüngersdorfer Reisfeld entfernt werden. Der Reis musste dann noch ausgeschlagen werden, schließlich befindet sich um jedes Korn eine dünne Haut.

Aus dem sechs Quadratmeter großen Feld haben Max Willkomm und sein Vater übrigens eine große Schüssel Reiskörner geerntet. „Ich denke schon“, sagt Max Willkomm, „dass das für zwei gute Mahlzeiten reichen würde.“ Wenn man denn den kompletten Reis aufessen würde. Was Max Willkomm aber nicht macht. „Ich möchte mir die Hälfte der Reiskörner verwahren“, sagt er. „Um sie dann im nächsten Frühjahr wieder einzupflanzen. Und ich kann mir auch vorstellen, irgendwann einmal ein größeres Reisfeld in Langerwehe anzulegen. Weil mir die ganze Aktion einfach total Spaß gemacht hat.“ Im elterlichen Garten wäre jedenfalls noch Platz genug…

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