Ein glückliches Brautpaar

„Ich kenne Reichsgraf Philippe d‘Oultremont gut, bin mit ihm sogar befreundet. Und ich weiß ganz sicher, dass meine Schwester einen guten Mann geheiratet hat.“ Albert-Henri Prinz de Merode hat sich sehr auf die Hochzeit seiner Schwester gefreut. Am Samstag, 5, Oktober,  um 13 Uhr haben sich Marguerite Prinzessin de Merode (26) und Reichsgraf Philippe d‘Oultremont in Wenau das Sakrament der Ehebgespendet. 500 Gäste aus dem gesamten europäischen Hochadel hatte das Paar eingeladen, bei dem Empfang nach der Trauung waren auch Vertreter der Dorfgemeinschaft und der Meroder Vereine mit dabei. Neben Ihrer Königlichen Hoheit, der Großherzogin von Luxemburg, waren unter anderem Prinz Francois d‘Orléans, die Prinzen von Liechtenstein, die Prinzen von Lobkowicz und die Prinzen Ligne in Merode als Hochzeitsgäste dabei. Und sogar Gäste aus Mexiko hatten ihren Besuch zugesagt: Die spanische Familie de Lascouerain Corcuera, zu deren Vorfahren der Entdecker Hernán Cortés gehört, reiste ebenfalls in die Töpfergemeinde.

Die vergangenen Wochen und Monate waren für das Brautpaar sehr anstrengend, nach der Verlobung absolvierten Marguerite Prinzessin de Merode und Reichsgraf Philippe d‘Oultremont aus Belgien Antrittsbesuche bei der großen Verwandtschaft in ganz Europa. Der Bräutigam stammt übrigens aus der gleichen Familie wie Prinzessin Marguerites Mutter Clotilde Prinzessin de Merode. Auch sie ist eine geborene d‘Oultremont. „Aber beide stammen aus völlig verschiedenen Zweigen der Familie“, so Prinz Albert-Henri. „Um da auf eine wirkliche Verwandtschaft zu treffen, muss man schon bis ins 17. Jahrhundert zurückgehen.“

Während das junge Paar also die Verwandten besucht hat, haben sich in der Zwischenzeit Bruder Albert-Henri Prinz de Merode und die Eltern der Braut in Merode um die aufwändigen Hochzeitsvorbereitungen gekümmert. „Wir haben ja mit großen Veranstaltungen hier im Schloss Merode mittlerweile Erfahrung“, schmunzelt Albert-Henri. „Aber aufregend ist es natürlich schon.“ Reichsgraf Philippe d‘Oultremont ist im Diamantenhandel tätig, seine Braut hat Germanistik studiert und zuletzt in Paris gearbeitet. Nach der Trauung wird das Paar in Brüssel seinen Lebensmittelpunkt haben. Um seiner Braut seine Liebe zu gestehen, ist Reichsgraf Philippe d‘Oultremont bis nach Ruanda in Afrika gereist, wo die Prinzessin ehrenamtlich bei einem Hilfsprojekt gearbeitet hat. Für den 36-Jährigen war gleich nach dem ersten Treffen klar, dass Prinzessin Marguerite die Liebe seines Lebens ist.

Selbstverständlich gab es bei Adelshochzeiten eine Kleiderordnung. Die Herren – auch der Bräutigam – trugen „Cut“, also einen grauen oder schwarzen Gehrock mit Weste und schwarz-grau gestreifter Hose, die Damen erscheinen in festlichen Gewändern, viele haben einen Hut getragen. „Wir haben die belgische Variante gewählt“, so Albert-Henri Prinz de Merode, „das heißt, es wurde sich vor dem Abendessen nicht mehr umgezogen.“  Die Braut hat sich ihr Kleid in einem Aachener Brautmodeatelier nach ihren Entwürfen maßschneidern lassen.

Ein tolles Hochzeits-Präsent hat sich die Meroder Dorfgemeinschaft für das Brautpaar einfallen lassen. Gab es für Prinzessin Marguerites Schwester Blanche vor zwei Jahren als Geschenk ein Gemälde mit einer Ansicht Merodes, bekamen Marguerite Prinzessin de Merode und Philippe Reichsgraf d‘Oultremont eine Fahrt in einer romantischen Hochzeitskutsche von Wenau nach Merode, die von sechs Pferden gezogen wird. Im Schlosspark fand dann die eigentliche Hochzeitsfeier statt. Im Garten stand ein großes Zelt, an einigen Ständen im Park konnten sich die Gäste mit leckerem Essen versorgen. Albert-Henri Prinz de Merode: „Natürlich haben wir Geschwister und auch die Trauzeugin für das Brautpaar noch eine Überraschung vorbereitet. Und auch die Väter des Brautpaares haben eine Rede gehalten.“

Geheiratet wurde in der Klosterkirche St. Katharina zu Wenau. Hier hat am 24. Juli 2010 auch Prinzessin Marguerites Schwester Prinzessin Blanche von Merode ihren Mann Baron Philipp von und zu Bodman geheiratet. Damals gehörten unter anderem die Prinzen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, die Prinzen zu Salm-Salm sowie die Erbprinzen von Cröy und Leiningen zu den Gästen.

Zehn katholische Priester stände in der Klosterkirche am Altar, einer von ihnen war der Langerweher Ortspfarrer Heinz Portz . Hauptzelebrant war ein guter Freund der Familie de Merode, Pater Paul von Habsburg. Der Erzherzog von Österreich trat 1990 der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi bei. Er studierte Philosophie und Theologie am „Päpstlichen Athenaeum Regina Apostolorum“ in Rom. Zu den Gästen gehörten auch das Luxemburger ErbgroßherzogspaarGuillaume und Stephanie von Luxembourg. Die beiden haben sich im Oktober vergangenen Jahres im Großherzogtum Luxemburg das Ja-Wort gegeben.

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