Freuen sich auf die Eröffnung der großen internationalen Sonderausstellung „salt & potter“: Architektin Gudrun Wittig (Ausstellungskonzeption) und Museumsleiterin Dr. Kirsten Ulrike Maaß.

“Salt and Potter” heißt eine große Sonderausstellung, die am Sonntag, 5. Mai, im Töpfereimuseum Langerwehe um 11 Uhr eröffnet wird. Gezeigt werden Werken von 14 renommierten, international arbeitenden Salzbrandkeramikern aus sieben Ländern Europas und aus Australien ein. Zur Begrüßung spricht Uwe Endrigkeit, stellvertretender Bürgermeister von Langerwehe. Museumsleiterin Dr. Kirsten Ulrike Maaß führt in die Ausstellung ein. Manfred Cogel, Saxophonist,  sorgt für den musikalischen Rahmen. Anschließend lädt der Förderkreis des Museums zum Sektempfang ein. Einige der teilnehmenden Keramiker werden anwesend sein.

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Keramiekcentrum Tiendschuur Tegelen in den Niederlanden erfolgt, ist in Langerwehe  bis zum 25. August  zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen. 

Mit „salt & potter“ stellt das Töpfereimuseum erstmals zeitgenössische Salzbrandkeramiken aus. Zu den ausstellenden Keramikern zählen Dörte Ahrenkiel (Niederlande), Stefan Bang (Deutschland), Petra Bittl (Deutschland), Joop Crompvoets (Niederlande), Richard Dewar (Frankreich), Maria Geszler-Garzuly (Ungarn), Martin Goerg (Deutschland), Roz Herrin (Frankreich), Nirdosh Petra van Heesbeen (Niederlande), Sandy Lockwood (Australien), Peter Meanley (Nordirland), Michael Sälzer (Deutschland), Fergus Stewart (Schottland) und Ruthanne Tudball (England).  

Die sieben Frauen und sieben Männer verbindet nicht nur die Liebe und Begeisterung zum gemeinsamen Arbeitsmaterial Ton, sondern sie teilen darüber hinaus die Faszination, ihre keramischen Werke in Gas- oder Holzöfen, die sie zum Teil selbst gebaut haben, unter der gezielten Zufuhr von Salz bei einer Temperatur um die 1280 Grad zu brennen. Langjährige Erfahrung im Umgang mit dieser schwer zu beherrschenden Brenntechnik ermöglicht es ihnen, Keramiken von hoher Qualität  zu fertigen, die die durch diesen Brand erzeugte typische salzglasierte Oberflächenstruktur aufweisen: Farblos glänzend bis noppig, perlig oder „orangenhautartig“, wobei gerade die Salzglasur den Charakter jedes einzelnen Stückes effektvoll unterstreicht.     

Die spannungsvoll präsentierten Exponate der Ausstellung zeugen von den vielfältigen Gestaltungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten den der  Werkstoff Ton in Kombination mit dem Salzbrand bietet: Die gedrehten, gebauten oder modellierten Stücke bestehen aus Steinzeug oder Porzellan oder einer Kombination aus beiden Materialien. Zum Teil mit Engoben oder Oxiden versehen, weisen die in ihrer Farbigkeit zumeist zurückgenommenen Oberflächen hellgelbe, ocker bis rotbraune bzw. hell- bis dunkelgraue Farbtöne auf. Einige sind mit geometrischen Mustern oder Linienmustern versehen, die farbig auf die Oberfläche aufgetragen oder in diese eingeritzt worden sind. Es sind Arbeiten aus der freien als auch aus der angewandten Keramik vertreten, hingegen dominieren Gebrauchs- und Gefäßkeramiken. Klassisch-traditionelle Gefäßformen dienen der Inspiration und werden neu interpretiert. Einige Gefäßunikate haben nahezu skulpturalen Charakter.     

Die Ausstellungsbesucher dürfen sich zudem auf eine kleine Dokumentation aus dem Firmenarchiv der „Langerweher Töpferei Kuckertz & Rennertz“ freuen, in der seit über 500 Jahren salzglasiertes Steinzeug hergestellt wird. Die historischen Fotografien zeigen  nicht nur den riesigen, Ende des 19. Jahrhunderts gebauten und Anfang der 1960er abgerissenen Salzofen, den sogenannten „Kasseler Ofen“, sondern auch den 1978 neu angeschafften Salzofen, bei dem es sich um einen mit Gas zu befeuernden Kammerofen handelt. Fotografien und kurze begleitende Texte geben Einblick in ein Kapitel lokaler Handwerksgeschichte Langerwehes als Töpfergemeinde.

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