Am Schluss stand auch Pfarrer Heinz Ports auf der Bühne.

Wahnsinn! Sechs Stunden lang Karneval vom Allerfeinsten gab es gestern bei 13. Sitzung des Orgelbauvereins Langerwehe! Mit allem, was zu einer zünftigen Fastelovends-Fete dazugehört: Mit Musik, Mariechentanz und Büttenreden mit jeder Menge Lokalkolorit, bei denen auch Menschen und Ereignisse aus Langerwehe tüchtig aufs Korn genommen worden sind.
Der kleine Pfarrsaal platze wieder einmal fast aus allen Nähten – viele Männer und Frauen aus Langerwehe und dem “benachbarten europäischen Ausland “(Moderator Kurt Gielegen), also aus Luchem, Jüngersdorf, Heistern und Pier, waren gekommen, um mit Ideengeber und Regisseur Bert Graff und seinen Mitstreitern zu feiern.

Eröffnet wurde der Abend mit Alois Sievers und dem Frank-Zander-Hit “Hier kommt Kurt”, mit dem die Bühne für Moderator Kurt Gielgen mehr als würdig bereitet wurde. Die eigentlich “Eisbrecher” des Abends waren aber dann Uschi Nieveler und Christel Dick, die “Frauen für alle Fälle”. “So gut waren die noch nie”, war nach dem Zwiegespräch der beiden Theater erprobten Frauen aus dem Publikum zu hören. Und wahrlich: Spritzig, witzig und “Langerweherisch” präsentierte sich der Vortrag der beiden Frauen. Viel Applaus gab es aber auch für die anderen karnevalistischen Reden des Abends: Heinrich Domen mimte “ne Stammtisch-Broder”, und Marianne  Henk hatte sich als “fromme Frau” den Ablauf einer katholischen Messe einmal gaaaaaaanz gründlich vorgenommen. Besonders viel Beifall erntete Langerwehes früherer Pfarrer Rüdiger Hagens, der gemeinsam mit “Tante Achnes” alias Werner Gössel eine Büttenrede einstudiert hatte – diesmal nur nicht als “Pfarrsekretär April”, sondern als “Knacki Knut” – immerhin ist Pfarrer Hagens mittlerweile Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt in Heinsberg.
Nach einer kurzen Pause wieder mit von der Partie die “Wehter Puppen” mit Frenny Simons, Lothar Kurth, Gerhard Mohnen und Anke Veurink, die sich dem politischen Weltgeschehen auf sehr humorvolle Weise widmeten.
Toll, dass auch die Wehter Karnevalsgesellschaften “Pannebäcker” und “Döppesbäcker” mitsamt Prinzessin Irene I. und vielen Garden und Mariechen den Orgelbau-Karnevalisten einen Besuch abstatteten, und auch die Eschweiler Band “Inde-Rebellen” war mit tollen Stimmungshits wieder mit von der Partie.

Weltmeisterlich wurde es mit Petra und Robert Schubert.

Geradezu weltmeisterlich wurde es dann, als der Junge Chor auf der Bühne eine Gartenparty (schließlich war das Motto der Sitzung ja “Quer durch den Garten”) eingeladen hatte. Und das ganz im Zeichen der 50er und 60er Jahre. Die Sängerinnen und Sänger präsentierten Hits wie “Rote Lippen” “Sugar Baby” und “Knallrotes Gummiboot”. Höhepunkt der flotten und witzigen Show war ohne Zweifel der Auftritt von Petra und Roland Schubert, Vize-Weltmeister im Boogie-Woogie-Formationstanz, die eine abwechslungsreiche Choreographie mit nach Langerwehe brachten.

Die Männer vom Kegelclub "Keen 9"!

Toll auch, die Männer und Frauen vom Kegelclub “Keen 9″, die als “Mini-Männer” wieder viel Fantasie und Kreativität bewiesen haben.
Heiß ersehnt und vielleicht sogar ein bisschen gefürchtet war ganz zum Schluss der Sitzung die Darbietung der “Drei Grazien” mit Bert Graff, Walter Jordans und Johannes Herten. Die Drei hatten im vergangenen Jahr mit ihrer Kritik an Pfarrer Heinz Portz mächtig für Aufregung und Diskussionen gesorgt, sagten aber gleich zu Beginn ihres Vortrages, sich nicht den Mund verbieten lassen zu wollen. Klar, dass die drei Damen vom Wehter Friedhof wieder viel beobachtet hatten, es ging diesmal um die neue Orgel, den Abriss der Marienkapelle in Jüngersdorf, eine schmucke Holzbank in der Poststraße, internationale Möglichkeiten zur Nahrungsaufnahme in der Hauptstraße, aber auch um die Gruppe “Lebendige Gemeinde”, die sich nicht auf der Internetseite der Pfarrgemeinde präsentieren darf und Meinungsfreiheit und Zensur in der Pfarre St. Martin.

Bissig und witzig: die drei Grazien

Zwischendurch hieß zu der Musik “En unserem Veedel” immer wieder “Mir all sin Kirch”, was nach kurzer Zeit alle lauthals mitgesungen haben. Vielfalt, so die Grazien, sei die Zukunft. Und eine einzige Wahrheit würde es nicht geben. Der, gegen den sich die Kritik der “Grazien” auch richtete, Pfarrer Heinz Portz, war übrigens auch Gast der 13. Karnevalssitzung des Orgelbauvereins. Und ist auch zum Schluss, also nach sechs Stunden “Marathon-Feiern” auf die Bühne gekommen. Kurt Gielgen hat ihm den von Andreas Schneider gestalteten Orden verliehen, und er hat gemeinsam mit allen Aktiven und den vielen unermüdlichen Helfern hinter der Bühne (Danke!) gemeinsam noch einmal den Bläck-Föösss-Hit “En unserem Veedel” gesungen.

Ein bisschen traurig wurde es ganz zum Schluss der Sitzung auch noch. Bert Graff hört auf. Es ist dem Mann sichtlich schwer gefallen, seinen Abschied als Organisator und Regisseur zu verkünden, aber ihm würden die Ideen ausgehen, so Graff. Bleibt zu hoffen, dass sich schnell ein Nachfolger findet. Und die 14. Karnevalssitzung des Orgelbauvereins am Samstag, 2. Februar, 2013 wieder so eine rundum gelungene Veranstaltung wird.

Ach ja, spätestens heute Nachmittag gibt es hier an dieser Stelle alle Bilder der Sitzung!

4 Kommentare zu “Toll! Sechs Stunden Spitzenkarneval mit dem Orgelbauverein!”

  1. Alfons u. Christa Schubert

    Wir waren dabei !!! – und waren wieder Zeugen einer tollen OBV-Sitzung, wie in all den 13 Jahren. Wenn man da Namen ‘beispielhaft’ aufzählen möchte, würde man allen nicht Genannten Unrecht tun. Deshalb d a n k e n wir ‘nur’ allen Akteuren ‘auf und hinter der Bühne’ für ihren Einsatz und das spritzige Erlebnis über ca. sechs Stunden beste Unterhaltung!
    Nicht nur als stolze Eltern/Schwiegereltern sowie auch noch Tante/Onkel einiger der Mitwirkenden freuen wir uns auf die Fotos zu dem wie immer lebendigen Bericht von Sandra Kinkel.
    Dem OrgelBauVerein wünschen wir, dass es “sich gelohnt” hat – im Sinne seiner Existenz. Wir wollen nächstes Jahr – am 02. Februar 2013 – auf jeden Fall wieder dabei sein!

  2. Hallo liebe Töpfergemeinde,

    zuerst: ICH WAR ANWESEND!
    Es war wieder eine tolle Sitzung, die von der Qualität der Beiträge wiedermal keinen Vergleich scheuen muss, vielleicht sogar wieder Ihresgleichen sucht
    … und dass nicht nur, weil einige Auftritte mit Spannung erwartet wurden, sondern weil hier mit Herzblut und ohne Gage Beiträge geschaffen worden sind, die fantastisch unsere Gemeinde repräsentieren.
    Wahrscheinlich wurden noch nie die Texte so oft gegengelesen, nochmal überarbeitet und umgeschrieben. Vielleicht für manche Passagen sinnvoll, vielleicht für viele sehr schade die hätten gebracht werden sollen!!!
    Aber so wie es auf die Bühne gebracht wurde, war es rund und ein gelungener und lustiger Abend.
    Es hat der Sitzung keinen Abbruch getan, dass manche Leute nicht da waren und es war gut, dass einige andere Leute da waren. Ich hatte den Eindruck, dass manche Gremien nicht ganz so stark vertreten waren. Manchmal passt ein Termin halt nicht, aber es gibt ja immer zuverlässige Quellen die den Verlauf der Sitzung objektiv wiedergeben können.
    Ein großes Lob und Dank an alle Aktiven die den Abend für meine Frau und mich zu einem unvergesslichem gemacht haben und danke Bert!
    Gruß Alice und Jochen Bauer

  3. Zunächst einmal vielen Dank für den objektiven Bericht und die vielen schönen Bilder.

    Mein Dank richtet sich aber auch an alle, die in den letzten 13 Jahren an den Sitzungen des OBV teilgenommen haben. Dabei Denke ich an die Aktiven auf der Bühne aber auch die vielen, fast unzählbaren Helfer, Sponsoren und natürlich die Besucher.

    Ein solches Konzept ist nahezu einzigartig und hat nur funktioniert, weil alle an einem Strang und in eine Richtung gezogen haben. Dabei spielte das finanziell verfolgte Ziel eher eine untergeordnete Rolle.

    Es ist nicht das Verdienst eines Einzelnen!

    Das von den Wehtet Vokalisten oft gesungene Bläck Fööss Lied vom Veedel spiegelt diese Stimmung, die durch die Sitzung erzeugt wurde sehr schön wieder.

    Tenor am gestrigen Abend war, dass es im kommenden Jahr wieder eine Sitzung geben muss. Ich finde diese Grundeinstellung sehr gut und hoffe darauf, dass sich neue Organisatoren finden.

    Wenn es am Schönsten ist sollte man mit diesem Eindruck den Weg für neue Ideen frei machen. Zukunft hat such etwas mit Veränderung zu tun.

    Bleibt zu hoffen, dass die Botschaft bei den Adressaten ankommt.

    Ab sofort freut sich der Orgelbauverein über Interessierte, die die Sitzung am 02.02.13 planen und vorbereiten.

    Für den sehr emotionalen Abschied bleibt mir nur ein Wort:

    DANKE

  4. Alfons u. Alfons Schubert

    Lieber Bert! Ich erlaube mir, hier das zu wiederholen, was ich Dir auf Deine Facebook-Seite geschrieben habe:
    “Stehende Ovationen” bekommen Menschen in meiner engen oder weiteren Umgebung nicht so oft. Dass Du sie in der gestrigen Sitzung des Orgelbauvereins erhalten hast, das hat mich sehr gefreut, weil Du sie Dir mehr als verdient hast, und ich gratuliere Dir sehr herzlich dazu!! Dies sicher auch im Namen meiner ‘e.V.’ Christa.
    Es war – nicht nur für uns – ein Gänsehaut-Erlebnis !!!
    Natürlich ist mit der Gratulation auch ein herzliches Dankeschön unsererseits verbunden. Liebe Grüße von Christa u. Alfons

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