Ihr Meinung ist gefragt: Gibt es in Langerwehe Platz für sechs weitere Windräder?

Westlich von Echtz, direkt an der Autobahn A4, will ein Unternehmen sechs neue Windräder aufstellen. Das hat die Stadt Düren der Gemeinde Langerwehe in einem Brief mitgeteilt. Die Windkraftanlagen stehen zwar auf Dürener Gebiet, befinden sich aber in unmittelbarer Nähe zu Langerwehe und vor allen Dingen zum Ortsteil Luchem. Die Windräder sollen 185,5 Meter hoch sein. Nur mal so zum Vergleich: Der Kölner Dom ist „nur“ 157,38 Meter hoch, und die neun Windräder auf der Halde Nierchen schlappe 90 Meter. Will heißen, gerade mal halb so groß wie die Windräder, die der Investor in Düren aufstellen möchte. Die Planungen der Stadt Düren, westlich von Echtz eine Vorrangfläche für Windkraftanlagen auszuweisen, befinden sich noch ganz am Anfang.

Darüber hinaus hat sich eine Firma aus Erkelenz gemeldet, die 670 Meter östlich des Stütgerhofes, 830 Meter nordwestlich von Langerwehe-Geich und 1630 Meter westlich von Echtz ebenfalls zwei Windräder aufstellen möchte. Die Projektmanagement-Gesellschaft hat einen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde gestellt, über den der Bauausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen zu entscheiden hat. Zwei Windräder sollen hier aufgebaut werden, zwei Windräder mit einer Höhe von 179,5 Metern.

Bürgermeister Heinrich Göbbels.

„Wir sind hier im Langerweher Rathaus nicht gegen Windkraft und auch nicht gegen regenrative Energien“, so Bürgermeister Heinrich Göbbels auf Anfrage von toepfergemeinde.de. „Überhaupt nicht.“ Es müsse aber, so der Verwaltungschef, doch erlaubt sein, gründlich zu beraten, wo und wie die Windkraftanlagen am effizientesten auszunutzen seien. In dem geplanten Feld hinter Echtz sei das gerade mit Blick auf Luchem vielleicht nicht der Fall. „Luchem ist schon jetzt durch das Kraftwerk in Weisweiler, den Tagebau Inden und die Autobahn sehr stark belastet.“ Befürchtet wird, dass die hohen Windtürme weite Schatten werfen und die Räder gefährlichen Feinstaub verwirbeln. Darüber hinaus habe Langerwehe ja auch schon neun Windräder auf der Halde Nierchen. „Über diese Bedenken nachzudenken, ist nicht mehr als Legitim“, so Göbbels. Deswegen hat der Langerweher CDU-Bürgermeister auch Mitte März einen Brief an dies Stadt Düren verfasst, in dem er alle seine Sorgen bezüglich der Windkraftanlagen beschreibt. „Natürlich haben wir keine Handhabe“, so Göbbels. „Das Gebiet, um das es geht, gehörte zwar früher mal zur Gemeinde Langerwehe, ist aber nach der Flurbereinigung städtisches Dürener Gebiet. Trotzdem hoffen wir, so früh wie möglich in die Planungsprozesse mit ein bezogen zu werden. Schließlich sind wir direkt betroffen.“  Bis jetzt hat aus der Stadtverwaltung in Düren noch keiner auf das Schreiben aus dem Wehter Rathaus reagiert.

Was meinen Sie, liebe Leser von toepfergemeinde.de? Sind neun Windräder und ein großes Kraftwerk für Langerwehe genug? Und sollen die Bürger sich mit aller Macht gegen einen weiteren Windpark in der Nähe von Echtz oder gar auf Langerweher Gemeindegebiet wehren?

Oder hat uns die Atomkatastrophe von Fukushima gezeigt, dass wir in Sachen Energiepolitik gründlich umdenken müssen? Kann man gegen Atomkraft sein und gleichzeitig auch gegen Windkrafträder oder Überlandleitungen vor seiner Haustür wettern? Bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung zum Thema Windräder! Nutzen Sie das Kommentarfeld auf dieser Seite! Wir freuen uns schon jetzt auf einen regen Austausch.

16 Kommentare zu “Diskutieren Sie mit uns: Ist in Langerwehe Platz für eine weitere Windkraftanlage mit sechs Windrädern?”

  1. [...] von Herrn Göbbels im Gespräch mit Frau Kinkel erklärten Befürchtungen (nachzulesen hier ) teile ich nicht: Ein Schattenwurf in Luchem ist bei dem Abstand extrem unwahrscheinlich und wenn [...]

  2. [...] von Herrn Göbbels im Gespräch mit Frau Kinkel erklärten Befürchtungen (nachzulesen hier ) teile ich nicht: Ein Schattenwurf in Luchem ist bei dem Abstand extrem unwahrscheinlich und wenn [...]

  3. JA, ganz klar brauchen wir die Windräder. Die heutige Stromproduktion ist ein Auslaufmodell: Kernenergie? Zu riskant, Endlagerung ungeklärt und sehr teuer! Kohleverstromung? Landschaftszerstörend und mit hohen Schadstoffenbelastungen behaftet. Aufgrund der niedrigen Effizienz und des hohen CO2 Ausstosses zu Umweltbelastend! Gaskraftwerke? Als Übergangstechnologie sicher die beste Alternative – Weniger Umweltbelastung durch höhere Effizienz!
    Wir brauchen in Zukunft Wind-, Wasser-, Sonne- und Biogas als Energietechnologien. Die sind preiswert vorhanden (Wir zahlen nichts für Sonnenschein, Wind, Ebbe und Flut und Wasserfluss!) Natürlich müssen auch diese Energien erzeugt werden. Da kann man jetzt nicht sagen: Aber nicht bei uns!
    Es wäre möglich ganz Langerwehe (incl. Industrie und Verkehr) komplett aus regenerativen Energien zu versorgen. Um dieses Ziel zu erreichen (damit sich auch in Zukunft alle Menschen Energie leisten können) muss man anfangen! Dieser Standort für Windräder ist ein guter Anfang um sich auf den Weg zu machen!
    Schattenwurf in Luchem, den unser Bürgermeister befürchtet halte ich für unwahrscheinlich bei den Abstandsflächen. Ausserdem liegt Luchem westlich des Windparks … Das gleiche gilt für eventuelle Feinstaubaufwirbelungen: Da wir meistens Westwind haben, liegt Luchem nicht in der Hauptwindrichtung des Windparks!
    Auch sollte die Verwaltung nicht überlegen, ob sie eine Handhabe hat, wie sie etwas verhindern kann, sondern überlegen, wie sie möglichst schnell und offensiv an den Planungen teilhaben kann. Nur dann ist gewährleistet, das auch auf Langerweher Gebiet die Windräder möglichst schnell mitgebaut werden können. Auch im Sinne von Gewerbesteuereinnahmen sicher noch eine Möglichkeit um Geld in die leeren Kassen zu bekommen. Die Stadt Düren hat (Einstimmig) die Ausweisung des Gebietes als geeignet für Windenergieanlagen beschlossen – Wir sollten in Langerwehe möglichst schnell das gleiche tun!

  4. Feinstaub und Schattenwurf?????
    Was sind dagenen schon atomare Abfälle, Co2-Ausstöße, Abbauwüsten, Restrisiken, ….?
    Vollkommen egal, wo eine Windkraftanlage zu bauen ist: es wird immer mehr oder weniger wichtige Argumente dagegen geben.
    Aber ich ziehe eine “Verspargelung” unserer Gegend auf jeden Fall einer Verstrahlung oder einer Abbagerung wegen der Kohle vor. Hätte man die Menschen um Gatzweiler gefragt, dann hätten es viele sicher vorgezogen 20 Windkrafträder vor dem Haus zu haben, als ihre Dörfer, Kirchen, und uralten Bindungen abbaggern zu lassen.

  5. Hallo Toepfergemeinde,
    es reicht, langsam stinken die Belastungen für die Ortschaft Luchem zum Himmel.
    Vergessen wurden die neu errichtete Hochspannungsleitung im Norden, und der Autobahnzubringer östlich der Ortslage von Luchem.
    Möchte noch einer eine Hähnchenmastanlage oder eine Biogasanlage
    in Ortsnähe errichten?
    Die Stadt Düren würde solch eine “Monsteranlage” an anderer Stelle nicht genehmigen, z.B. zwischen Echtz, Hofen und Mariaweiler.
    Luchem, “Tor zum Indeland” stelle ich mir anders vor.
    Vielleicht wird ja hier mal eine Karte mit Lage der möglichen Windräder veröffentlicht.

  6. Hallo Herr Gerhards,

    gerade das Tor zum “indeland” sollte mit modernen Energien werben!

    Ich habe einmal versucht in einem maps Screenshot einzuzeichnen um welches Gebiet es sich handelt. Die blau gerahmte Fläche ist das von Düren ausgewiesene Gebiet. Den Teil den Langerwehe beisteuern könnte, habe ich Rot schraffiert. Natürlich ist das jetzt nicht eingemessen und damit ohne Gewähr.
    http://www.langerwehe-green.de/wp-content/uploads/2011/04/Lageplan.pdf

  7. Stephan Streußer

    Natürlich ist es als nicht direkt Betroffener einfache “ja” zu den Windrädern zu sagen. Allerdings haben wir den Blick auf’s RWE in Weisweiler und im Sommer bekomme ich oft Zukunftsangst für meine Kinder, wenn ich den (vom Kohlenabbau und sonstigem Dreck in der Luft) braunen Horizont um Langerwehe aus sehe.
    Wenn die nötigen Abstände gewahrt bleiben sollte man sich dieser Möglichkeit zur Stromgewinnung nicht verschliessen. Ich finde die immer wieder angeführte Landschaftsverschangelierung nicht treffend. Im letzten Urlaub auf Fehmarn haben mich die vielen Windkrafträder nicht im geringsten gestört. Aber nach dem Urlaub fiel mir mal wieder auf, in was für einer Umgebung wir leben: RWE, Baggerlöcher und Abraumhalden. Ich wär’ am liebsten wieder umgekehrt.

  8. Peter Münstermann

    Hallo Frau Kinkel,
    hallo liebe Bloger,
    „Ist in Langerwehe Platz für eine weitere Windkraftanlage mit sechs Windrädern?”
    Dieser Titel ist m.E. nicht ganz korrekt.
    Die sechs geplanten Windräder sollen in der Gemarkung Echtz stehen und tangieren daher die Gemeinde Langerwehe nur. Wichtig ist es aber für Langerwehe zu erkennen, wo definitiv der Standort der einzelnen Windräder ist. Besonders aus der Prämisse heraus, dass ein Investor auf der Gemarkung Langerwehe –Luchem, ebenfalls 2 Windräder bauen möchte. Nur so kann für beide Kommunen eine optimale Lösung in der Standortfrage erreicht werden und auch die Gemeinde Inden sollte als Anrainer mit einbezogen werden. Es ist schon sehr wichtig, dass entsprechend ausreichende Abstände zu den Ortschaften eingehalten werden und wenn möglich über die zulässigen Mindestabstände hinaus.
    Nun noch ein paar Anmerkungen zur Energiesituation.
    Die Menschen in Deutschland wollen mehrheitlich den Atomausstieg, weiterhin möchte man eine konventionelle Stromerzeugung (Erzeugung aus Stein-Braunkohle) die CO2 -frei ist, oder auch hier, den Ausstieg. Bezogen auf den Standort Weisweiler heißt dies, dass hier ca. 2030-2035 Schluss ist mit dem Kohleabbau und deren Verbrennung. Das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass wir regenerative Energien zulassen müssen, auch vor unserer „Haustür“. Und nicht nach dem Motto verfahren: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass”. -So kommen wir sicherlich nicht ans Ziel-.

  9. Na ja, Ihr habt ja alle recht: Die Befürworter der regenrativen Energie sind momentan kaum zu bremsen, die Gegner allerdings sehen diese Riesenräder mit verständlicher Skepsis entgegen. Vielleicht sollte man versuchen einen Kompromis zu erreichen, indem man etwas weniger grosse Windräder dort hinstellt, und nicht solche exorbitant hohen Dinger, die man wahrscheinlich von Köln aus noch erblicken kann. Eben, weil wir hier schon sehr gebeutelt sind durch den Tagebau Inden, durch die Stromfabrik Weisweiler und die – trotz Lärmschutz – sehr laute A4, sollten wir nicht auch noch dazu gezwungen werden, als Erkennungszeichen der Region Düren diese wunderschönen Riesenpropeller Tag und Nacht anschauen zu müssen.

  10. Nur, wenn man in der Nähe wohnt, sieht man sie ja eben um so weniger, desto höher sie sind. Ich mein: wenn schon Windräder, dann sollten sie auch “Höchtleistungen” bringen. Sonst ist das ja Quatsch. Sonst hat man schon welche und die bringen nicht viel?! Wenn, dann vernünftig!

  11. So’n Quatsch! Die Riesen übersieht man aus der Nähe mitnichten und dann frag’ ich mich, ob all die kleineren Windrädern in unserer Umgebung nichts oder nicht viel bringen? Dann aber schnellstens weg damit………..

  12. Ich denke auch, das man Windräder in der genannten Höhe nicht übersieht. Allerdings wirkt es ruhiger für das Auge, wenn der Rotor weiter oben aufgehangen ist!
    Ich bin auch für möglichst große und leitungsstarke Anlagen: Nur diese produzieren das Höchstmass an Strom an diesem Standort und sichern somit auch unverzichtbare Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde!

  13. Ein klares JA!! Ich ziehe die durchaus ästhetischen zukunftsweisenden Räder hundertmal einem abstoßenden Monster wie das Kraftwerk Weisweiler vor! Die Argumente “Schattenwurf” und “Feinstaub” sind jawohl an den Haaren herbeigezogen, lieber Herr Christdemokrat. Sie haben noch vergessen, dass das Drehen der Räder eventuell jemanden schwindelig machen könnte, der zulange draufstarrt.
    Es ist an der Zeit, die Energiewende einzuläuten und anzupacken, ich kann die ewig gestrigen “Argumente” nicht mehr hören und will endlich Taten, VOR MEINER HAUSTÜR. Her damit!

  14. …. Atomkraft nein Danke ! Da gebe ich meine Unterstützung und Einstellunge das diese Energiequelle nur zeitlich begrenzt sein darf. … aber Tschernobyl… wollten da schon alle abschalten? ..nun Fukushima , Grün erlebt den absoluten Aufwind an Stimmen, Windkraft muss her!
    Wir wollen abschalten und ganz Europa freut sich darauf uns mit “gutem” Atomstrom zu versorgen, günstig besonders von der französischen Grenze…. Da brauchen wir 180 Meter Windkraftanlagen in Echtz?
    Nein Danke! Gerne alternativen Energien in der Überzahl aber bitte vernüftig geplant!

  15. @Ron: was ist denn an der Planung der Windkraftanlagen entlang der A4 nicht vernünftig?
    Ich finde auch das wir nach Abschalten unserer eigenen Atomkraftwerke nicht auf den Import von Strom angewiesen sein dürfen. Dazu ist es aber notwendig, in leistungsstarke erneuerbare Energieproduktionen zu investieren. Ein Baustein davon sind Windkraftanlagen.

  16. Reinhard Kuckertz

    Langerwehe sollte die Chance nutzen und sich als Schwerpunktstandort für Windkraftanlagen oder sonstiger regenerativer Energien positionieren. Außer einer Plastikfabrik im Schönthal gibt es doch keine nennenswerten Gewerbesteuerzahler. Wenn nun aber auf breiter Front Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien aufgestellt werden, so könnte von Langerwehe aus irgendwann der ein Ruf hinaus in die Welt schallen, der eben ein anderer wäre als der von Plastikgeruch, Bauerngülle oder Aussicht aufs Baggerloch.

    Welche Chance hat diese Kommune sonst? Finanziell mit dem Rücken zur Wand stehend (oder schon in der Wand) sollte jede zukunftsgerichtete Chance genutzt werden. Die üblichen Querulanten sollten nicht über Schattenwurf o.ä. klagen, sondern die Frage beantworten, wie sonst die desaströsen Gemeindefinanzen jemals wieder ins Lot gebracht werden können. Schattenwurf oder Rotorgeräusche haben jedenfalls noch keinem wirklich geschadet!

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