Sorgten für viel Nachdenklichkeit: die "Wehter Vokalisten".

Es ist die letzte Nummer der tollen Karnevalssitzung des Langerweher Orgelbauvereins, und zwar die, auf die die meisten der rund 150 Närrinnen und Narren der beliebten Sitzung (toepfergemeinde.de berichtete ausführlich) vermutlich den ganzen Abend gewartet hatten: Die “Wehter Vokalisten” mit Bert Graff, Walter Jordans und Johannes Herten (am Klavier begleitet von Martin Jung) kamen gemeinsam mit Werner Gossel auf die Bühne und nahmen ihre geliebte Heimatgemeinde so richtig schön aufs Korn.

Johannes Herten, Walter Jordans und Bert Graff (von links).

Walter Jordans, Johannes Herten und Bert Graff waren als die drei grauen Steinfrauen, die auf dem Langerweher Friedhofen stehen, verkleidet. Klar, dass diese “grauen Grazien” immer alles ganz genau mitbekommen. Schließlich wird nirgendwo so viel erzählt und getratscht wie auf dem Friedhof. Werner Gossel mimte den Langerweher Pfarrer Heinz Portz, allerdings nur kurz.

Es ging um den vielen Schnee in der Weihnachtszeit, Räumfahrzeuge, die offenbar kaput waren und Müll, der wochenlang nicht abgeholt werden konnte. Das Geschäftesterben an der Hauptstraße nahmen Herten, Jordans und Graff ebenfalls genaustens unter die Lupe und auch ein Hunde-Verbots-Schild an einem alt-eingesessenen Wehter Geschäft war den “drei grauen Grazien” natürlich aufgefallen.

Ganz zum Schluss ihres sehr gelungenen, kritischen, pointierten, vor allen Dingen aber sehr kenntnisreichen Vortrages, Werner Gossel hatte die Bühne im Pfarrsaal längst verlassen, ging es dann um die katholische Pfarrgemeinde St. Martin und besonders um Pfarrer Heinz Portz, seit gut einem Jahr katholischer Priester in der Töpfergemeinde.

Plötzlich waren die bis dato noch ausgelassenen Jecken mucksmäuschenstill. Alle hörten gebannt zu, als Johannes Herten, Walter Jordans und Bert Graff davon sangen, dass Lektoren und Kommunionhelfer in Langerwehe nicht mehr im Altarraum stehen dürften, dass keine frohe Botschaft verkündet, sondern den Gläubigen vielmehr gedroht würde und dass, wenn das so weiter geht, in der Wehter Pfarre bald die Lichter ausgehen würden. “Wie ekelt man den Rest noch aus dem Gotteshaus” war eine besondere bedrückende Textzeile aus dem umgedichteten Lied. 

Viele Sitzungsbesucher waren ergriffen, manch einer wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Und auch Johannes Herten, Walter Jordans und Bert Graff ist ihr Vortrag sichtlich nahe gegangen. Keine andere Darbietung der Karnevalssitzung des Orgelbauvereins erntete so viel Applaus. 

“Das Thema war und ist uns sehr ernst”, so Bert Graff am Tag nach der Sitzung. “Unser Ziel war, einen Denkprozess anzustoßen. Das ist auch eine Möglichkeit, die der Karneval uns bietet.”  Mehrere engagierte Christinnen und Christen aus der Töpfergemeinde haben in den vergangenen Monaten ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Pfarre aufgegeben, so war am Samstag nach dem Vortrag der “Wehter Vokalisten” zu hören. Man fühle, so eine Katholikin, sich “einfach in die Wüste geschickt. Es macht überhaupt keinen Spaß mehr.”

Ich bin kein Insider, was die Katholische Pfarrgemeinde St.Martin angeht, ganz sicher nicht. Trotzdem war es mir wichtig, den mutigen Auftritt der “Wehter Vokalisten” an dieser Stelle ausführlich zu beschreiben. Auch weil es nicht passieren darf, dass in St.Martin “irgendwann die Lichter ausgehen”.  In unserer Pfarre passiert viel. Spontan fallen mir die vorbildliche Jugendarbeit der Pfadfinder ein, die tollen Konzerte, die Martin Jung das ganze Jahr über organisiert, das Engagement des Orgelbauvereins, dem es zu verdanken ist, dass am 11. November, die neue Orgel in der Töpfergemeinde eingweiht wird und die vielen fröhlichen Pfarrfeste ein, die einmal im Jahr gefeiert werden. Das alles darf nicht einfach so in der Versenkung verschwinden.

Und deswegen ist es schade, dass Pfarrer Heinz Portz am Samstag bei der Orgelbau-Karnevalssitzung nicht mit dabei war. Sehr schade sogar. Dann hätte er gehört, was man ihm vorwirft, was die Menschen in seiner Pfarre bedrückt. Und er hätte spüren können, wie tief die “Wehter Vokalisten” den Nerv der Leute getroffen haben.

Sandra Kinkel

Bleibt zu hoffen, dass der Denkanstoss, den Bert Graff und seine Mitstreiter geben wollten, Heinz Portz trotzdem erreicht. Und dass die Tücher noch nicht soweit zerschnitten sind, dass sachliche Gespräche mit allen Beteiligten nicht mehr möglich sind. Denn eins ist ja mal klar: Ohne engagierte Ehrenamtler kann eine katholische Pfarrgemeinde gerade in heutigen Zeiten überhaupt nicht mehr existieren, und es sind die Menschen, die Gläubigen, die auch St. Martin in Langerwehe mit Leben füllen, meint Sandra Kinkel.

34 Kommentare zu “Nachgedacht: Karneval mit dem Orgelbauverein die zweite!”

  1. Danke für die gute Zusammenfassung!

  2. Das Lied war beleidigend. Die Grenzen einer ironoschen und augenzwinkernden Kritik wurden deutlich überschritten (“der Mensch (…) in unserem Gotteshaus (…) mit gleichgesinnten Priestern heckt er dort etwas aus – wie ekelt man den Rest noch aus dem Gotteshaus”). Und es hat kaum eine gute Ausgangsbasis geschaffen für partneschaftliche Gespräche. Konstruktive Deeskalation sieht sicherlich anders aus. Kritik ist sicherlich ein wichtiger und unumstrittener Teil des Karnevals, aber man sollte ihn nicht benutzen, um jemanden wilentlich zu verletzen und zu beleidigen. Gut, dass er nicht da war. Denn er hätte jedes Recht gehabt nach dieser gezielten Verletzung die Sitzung zu verlassen.
    Kein guter Stil, lieber Steinfrauen.
    Wer händereibend dabei war und sich auf dieses Liedchen beruft und einstimmt nach dem Motto “Das wollte ich schon immer mal sagen!!!” , sollte sich nicht wundern, wenn Pfarrer Portz nun nicht mit weit ausgebreiteten Armen auf Kritiker zugeht.
    Es war keiner Sache dienlich.
    Bei aller notwendigen inhaltlichen Auseinandersetzung, die in der Gemeinde vielleicht ansteht, ist es schade, dass hier ein so menschlich fragwürdiger Weg eingeschlagen wurde. Ganz unabhängig davon, wie man zu einzelnen Maßnahmen oder Entscheidungen von Pfarrer Portz oder seines Kleidungstils steht.
    Wenn Herr Graff meint, es sollte ein Denkanstoß angezettelt werden, muss ich leider sagen, mir scheint hier eher eine Hetzjagt eröffnet worden zu sein.
    Schade.

  3. Ich finde es schade, dass Mathilda zu ihrem Kommentar nicht mit vollständig angegebenem Namen steht. Wir leben zum Glück in einem freiheitlichen, demokratischen Staat und jede/r darf seine Meinung äußern und auch dazu stehen. Sandra Kinkels Bericht spiegelt viel Reales wieder.
    Jetzt ist Karnevalszeit und es ist üblich, dass auch aller Ernst des Lebens durch die humoristische Brille betrachtet werden darf. Das gehört zum Karneval dazu und wird allerorten so praktiziert. So war es auch immer in Langerwehe.
    An dieser Stelle sollte keine inhaltliche Diskussion eröffnet werden. Doch eins ist klar: keiner möchte eine Hetzjagd, alle möchten lebendiges Gemeindeleben mit allen Menschen.
    Auch in der Pfarrgemeinde St. Martin, Langerwehe, muss es möglich sein, dass bei aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen Platz für alle in der Gemeinde ist, so wie wir in dem bekannten Lied singen: “Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steinen, aus großen und aus kleinen, eins, das lebendig ist.”

  4. Leider gibt der Bericht aber nicht wieder, daß so einige die Sitzung verlassen haben, weil es ihnen zu weit ging. Oder dass eine Marienfigur hineingebracht wurde, sie “verehrt”, sprich verspottet wurde, sie seiner Karikaktur als Pokal überreicht wurde weil er Marienlieder singen lässt, also dass man sich damit auch über die Frömmigkeit eines Menschen lustig gemacht hat. Würde man auf einer Karnevalssitzung in gleicher Weise mit einem Iman und dem Koran oder gar einem Rabbi und einem siebenarmigen Leuchter umgehen, dann würden alle zurecht laut empört sein und Konsequenzen verlangen.
    Ich möchte mich hier inhaltlich nicht zu der Art und Weise äußern wie Pfarrer Portz die Gemeinde leitet, wie er meint sein Amt ausfüllen zu müssen, ob ich seine Frömmigkeit schätze oder nicht und ob ich persönlich mit Marienfrömmigkeit etwas anfangen kann oder nicht und ich bin selber Karnevalist und auch ironiebegabt genug, um auch bissigen Humor zu verstehen, und ich kann auch herzlich über Ernstes lachen – aber ich meine das religiöse Gefühle (ganz egal von wem) und religiöse Symbole (egal welcher Religion) eine besondere Sorgfalt und Achtsamkeit verdienen.
    Vielleicht wird mancher entgegenhalten, dass Pfarrer Portz selbst verletzend sein kann in der Durchsetzung seiner Ziele, aber in gerade diesem Punkt muss man ihn sich ja nicht unbedingt zum Vorbild nehmen.
    Was mich angeht: Ich nehme mir das Recht heraus unbekannt zu sein. Weil es nicht um mich geht. Ich nehme für niemanden oder gegen niemanden Partei. Und ich möchte mich perönlich auch nicht einer Gruppe, Fraktin oder kirchenpolitischen Richtung zuordenen lassen. Es geht mir nur um ein gutes Maß. Denn das braucht es, damit das mit dem “Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steinen, aus großen und aus kleinen, eins, das lebendig ist.” auch klappt.

  5. An dieser Stelle möchte ich mich als Beteiligter mit allem Nachdruck dagegen verwahren, dass eine Heiligenfigur “verspottet” wurde. Hätte Mathilda (leider kann ich wegen der gewünschten Anonymität keine andere Anrede wählen) beim Text des der Szene mit der Figur folgenden Liedes besser zugehört, hätte auffallen müssen, dass hierin Wohlwollen und Ehrerbietung der Gottesmutter und ihrer besonderen Verehrung gegenüber
    ausgedrückt wurde.

  6. Seien wir doch ehrlich, ohne jedes Detail auf die Goldwaage zu legen. Jeder, der einen Auftritt vorbereitet, Text mit Spiel verbindet und sich der Umstände bewusst ist, in denen diese Szene hineinwirkt, weiß, dass die Bissigkeit der Aussagen gerade in dem Ungesagten, Angedeutetem und Angerissenem spürbar wird.
    Also: Es ging doch darum die Marienfrömmigkeit von Pastor Portz, die er auch in den Gemeindemessen wieder beleben möchte (dieses Anliegen ist ja nicht nur unsinnig), aufs Korn zu nehmen. Also wurde diese Frömmigkeit karikiert, weil man ihn karikieren wollte (was sicherlich eine öffentliche Person im Karneval auch aushalten muß, vor allem, wenn diese Person selber sehr gut austeilen kann). Dazu wurde eine Marienfigur benutzt und sie noch mit frömmelndem Beiwerk “verehrt”. Abgesehen davon, dass es hier eben – wie schon mal angedeutet – um den sorgsamen Umgang mit religiösen Symbolen ging, stellte das auch eine Verhöhnung aller dar, die vielleicht in dieser Pfarrei Marienfrömmigkeit in den letzten Jahren vermisst haben und sich mit diesem Bedürfnis nun endlich in den Gottesdiensten wieder finden. Mit Verlaub: mich als Katholikin, die sicherlich keine übertriebene Beziehung zu Maria hat, deren Frömmigkeit auch sicherlich nicht die von Pastor Portz ist, auch mich hat es verletzt.
    Zu behaupten, man hätte sich in diesem Rahmen der Marienfigur bedient, um “Wohlwollen und Ehrerbietung der Gottesmutter und ihrer besonderen Verehrung gegenüber” auszudrücken , — mit Verlaub. Selbst wenn dem so wäre: dieser Versuch ging dann ziemlich daneben.

  7. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle nicht inhaltlich diskutieren.
    In mehreren Kommentaren allerdings wird auf den Zusammenschluss von acht Gemeinden hingewiesen. Ich staune, dass dies in den Vordergrund gestellt wird und eine Schwierigkeit ist??!!
    Dann ist es völlig unverständlich, dass bewährte Menschen aus unserer Gemeinde „in die Wüste“ geschickt wurden. Gerade in diesen schwierigen kirchlichen Zeiten ist eine Wertschätzung und gute Zusammenarbeit mit Lektoren, Kommunionhelfern und allen Ehrenamtlern unerlässlich. Dazu gab es im vergangenen Jahr in Langerwehe keine Anzeichen.
    Tja, Mathilda, Du bist „Insider“, Du weißt gut Bescheid. Wenn ich mich nicht täusche, glaube ich, dass wir beide schon gut zusammengearbeitet haben.

  8. Hans Jürgen Apel

    Ich war nicht auf der Sitzung aber habe den Bericht von Frau Kinkel sehr aufmerksam gelesen. Ich bin sehr darüber verwundert das hier Bert Graff und Walter Jordans(beide kenne ich und kann mir ein Urteil erlauben)als kirchenfeindlich dargestellt werden. Alles rund um die Kirche, verbunden mit deren Namen wird in unserer Familie mit Interesse verfolgt. Sie bringen uns die Inhalte und Aktivitäten “Rund um St.Martin” näher, als es jeh ein Pastor geschafft hat. Ich bin Trainer im TuS 08 Langerwehe, unsere Kinder, Männer und Frauen besuchen regelmäßig unsere Vereinstreffen. Was wir ihnen bieten sollte jeden Ansprechen und daher haben wir einen Vereinsrat der sich damit beschäftigt. Unser “Pastor” Markus Kuckertz führt die TuS Gemeinde, hört nach rechts und schaut nach links. Da er dieses besonders aufmerksam macht, folgen ihm die “TuS Schafe” und ergänzen mit Freude seine Herde.Vielleicht haben Sportler einfach mehr Humor!

  9. Gemeinden unter einen Hut zu bringen ist schwierig. Zeitlich fast unmenschlich. Und natürlich geht das nicht ohne ehrenamtliche Gestaltung und deren Engagement. Aber die Erkenntnis, dass ein vollkommen zweckfreies Herumstehen von Lektoren im Altarraum ein Gütesigel für Wertschätzung und Zusammenarbeit sein soll, drängt sich mir nicht auf.
    Lieber Herr Apel, wenn die Berichte von Frau Kinkel Ihnen die Pfarrei näher bringen als irgendein Pfarrer, dann liegt es vielleicht daran, dass sie sie zu selten zu Aktivitäten (von der Messe – bis zu einer Karnevalssitzung) der Gemeinde kommen und/ oder SIe mit dem Pfarrer noch nicht gesprochen haben. Ihr Vergleich macht leider mal wieder deutlich, daß man eine Pfarrei/ Gemeinde eben NICHT mit einem Sportverein vergleichen KANN! Denn es geht beidem trotz manch Verbindendem (Gemeinschaft, soz. Engagement) um vollkommen andere Dinge:
    Der Sportverein: Leistung, Auszeichnungen und Erfolg
    Die Pfarrei/ Gemeinde: Heil, das ewige Leben, Sakramentenspendung, Vergebung der Sünden
    Darum ist die Verantwortung eines Pfarrers ungleich größer als die eines Traainers oder Vereinsvorsitzenden.
    Und es macht doch schon einen Untershcied, ab man sich vereinsintern über ein Spiel amüsiert und Lauf- oder Spielstil eines Spielers belächelt und insziniert oder ob man veralbert, was manchen Menschen heilig ist.
    Achtung vor Sakramelm hat nichts mit Humorlosigkeit zu tun!

  10. Mathilda, ich habe geschrieben “Du weißt Bescheid’”, das bezieht sich darauf, dass Du sehr wohl gemerkt hast, wie heute in Langerwehe die Gemeindeleitung aussieht. Welche Chancen und Möglichkeiten in der gemeinsamen Arbeit mit Lektoren und Kommunionhelfern liegt, davon hast Du wohl keine Kenntnis. Es sollte sich gerade nicht auf “ein vollkommen zweckfreies Herumstehen von Lektoren im Altarraum” reduzieren. Es ist eine dienende Tätigkeit, hinter der die Person völlig zurücktritt – genau wie jeder Priester, der ja Diener ist.

  11. Mich stört an der ganzen Diskussion in erster Linie das anonyme Schreiben von “Mathilda”. Was soll denn das ? Das ist doch feige und führt doch nur zu weiteren, unnötigen Spekulationen. Also, offenes Visier oder Klappe halten. Just my two cents. :-)

    Oder auch anders: “Don`t feed the troll”

  12. Hans Jürgen Apel

    Liebe Mathilda, ich habe meiner Mutter von meinem Vergleich mit einem Sportverein erzählt. Ihre Argumente waren ähnlich den ihren.
    Meine Mutter ist sehr gläubig, dass gibt ihr Kraft und Seelenheil. Davor habe ich allerhöchsten Respekt. Ich bin da sehr viel kritischer und es ist doch nicht von der Hand zu weisen das Jesus ein klasse Teamplayer war. Wer weiß was aus ihm geworden wäre, wen ihm nicht soviele Fans bei der Bergpredigt zu gejubelt hätten.
    Er war mitten unter seiner Mannschaft, wusch deren Füße und vertraute seinem Spielführer Petrus. Heute ist es doch so, dass die Mannschaft von Papst Benedikt gerade so auf einem Relegationsplatz steht und ohne die Unterstützung der Fans mit Sicherheit absteigen wird.Übrigens unterscheidet uns : Bei uns wird immer mit offenem Visier gespielt und es gewinnt nicht immer die Kirche.

  13. Der Dienst von Lektoren und Kommunionhelfern ist ganz ohne Zweifel ein Wertvoller. (Übrigens auch der der Messdiener…) Auch ich möchte sie nicht missen. Aber es gibt wirklich gar keinen liturgischen Grund dafür, dass Lektoren (ggf. in Personalunion – die von der Grundidee her fragwürdig ist, aber in der Praxis nun mal auch den personellen Gegebenheiten geschuldet ist – mit Kommunionhelfern) außerhalb der Ausübung des Dienstes im Altarraum bleiben. Tatsächlich sehe ich aber weder in ihrem Verbleib im Altarraum eine liturgische Katastrophe noch in ihrem Heruntergehen eine Zeichen mangelnder Wertschätzung, noch ein in die Wüste schicken oder die Verweigerung einer guten Zusammenarbeit seitens des Pfarrers.
    Da ich beruflich viel unterwegs bin – gerade am Wochenende – und so häufig in ganz verschiedenen Kirchen die Messe feiere, kann ich nur sagen: beides ist in vielen Kirchen gängige Praxis. Tatsächlich hat mich sogar mal am meisten beeindruckt, dass Lektoren die Fürbitten aus dem Kirchenschiff (Mittelgang) heraus gelesen haben. Das kannte ich nicht und hab dann nachgefragt. Die Lektoren haben diese Praxis selbst eingeführt. Warum? Weil die dialogische Grundstruktur einer Eucharistiefeier (Gemeinde, Priester, Gott) mit diesem Vorlesen der Fürbitten verwirklicht und auch sichtbar gemacht wurde. Sie sahen darin eine klare Aufwertung der Gemeinde. Sie sollte damit als aktiver Teil, als Subjekt im Gottesdienst ernster genommen werden, damit man weg kommt von der Vorstellung: „Gottesdienst ist das, was sich da oben abspielt.“ Im Übrigen muss man auch einfach zugeben und anerkennen, wie es ist: Pastor Portz ist der einzig verantwortliche Leiter der Liturgie. Sofern sich seine Ausformung der Gottesdienstfeier mit den liturgischen Vorschriften der röm.-kath. Kirche deckt (und da darf man sicher sein) und ihnen nicht widerspricht, werden wir das akzeptieren müssen:
    Auszug aus Sacrosantum Concilium , dem Schreiben über die Heilige Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils:
    [...]“28. Bei den liturgischen Feiern soll jeder, sei er Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe nur das und all das tun, was ihm aus der Natur der Sache und gemäß den liturgischen Regeln zukommt.“
    Die Deutungshoheit hierfür liegt eben bei ihm. Und mal ehrlich: seine Gottesdienste sind ja nun wirklich nicht unfeierlich oder nicht unzumutbar.
    Wenn man diesbezüglich oder auch hinsichtlich seines Leitungsstils unzufrieden ist, kann man sich doch nun nur auf zweierlei Weisen verhalten:
    1. Man überträgt diese sachliche Unzufriedenheit auf seine Person und unterstellt ihm, er wolle die Kirchen leer und die Gemeinde nieder machen (warum auch immer das Sinn machen sollte!), stemmt sich grundsätzlich gegen ihn und holt sich fortwährend eine blutige Nase in Showkämpfen. Das wird zu einer Verschärfung führen, die jede sachliche Debatte irgendwann verhindert. Denn es wird dann nur noch grundsätzlichen um Sieg oder Niederlage gehen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das zu vernünftigen, von Kompromissbereitschaft zeugenden Ergebnissen mit Pastor Portz führen wird. Was bleibt dann noch: Gehen und Schmollen!
    Oder
    2. Man bleibt dennoch dabei und unterstellt Pastor Portz einfach mal, dass er sowohl hier und da auch Recht haben könnte, als auch dass er hier und da das Recht hat unvollkommen zu sein. (Er macht natürlich vieles anders, als seine Vorgänger, oder als es sich unter Handlungsdruck auch in der Vakanz notwendigerweise eingebürgert hat. Aber wenn ein Chef wechselt, ist das immer mit Veränderungen verbunden. Auch damit, dass sich manche ab- und andere zuwenden. So ist das Leben.) Wo man nicht mit ihm übereinstimmt, sollte man in eine sachliche Debatte gehen und sehen, was sich erreichen lässt – oder eben auch nicht. Man wird mit ihm in manchem Übereinkünfte finden, in anderen Dingen nicht und man wird vielleicht auch feststellen, dass man in vielen Dingen gar keine unterschiedlichen Ansichten hat. So kann man sicherlich für die Gemeinde in einer gemeinsamen Verantwortung (jeder an seinem Platz und wie es ihm zukommt, aber auch nicht weniger) segensreich tätig sein.
    Die Pfarre (8!!!! Pfarren) wird mit ihm anders sein als ohne ihn. ANDERS. Nicht besser oder schlechter. Mit ihm (auch kontrovers, wo es sein muss) lebendige Gemeinde zu sein, halte ich für einen besseren Weg als gegen ihn die Gemeinde fahren zu lassen.

    Ach ja: ich trage kein Visier, denn ich befinde mich auf keinem Kreuzzug. Tatsächlich bestärkt mich aber der zunehmend raue Ton (nicht nur hier im Blog), der gegenüber jenen, die sich differenziert gegen einen Anti-Portz-Mainstream stellen, darin ungenannt zu bleiben. Manche mögen es feige finden, dass ich meinen Namen nicht nenne und sich daran hoch ziehen. Andere stimmen vielleicht zu, trauen sich aber (auch) nicht und wieder andere denken ja einfach mal darüber nach, WAS hier steht und nicht darüber, VON WEM es ist. Eines aber darf ich versichern: Mir liegt das Wohl der Pfarrei am Herzen.

  14. Lieber Herr Apel,
    entschuldigen Sie bitte, falls ich Ihnen zu nahe getreten sein sollte. Ich verstehe nicht viel von Sport. (-: Versuchen wir es dennoch mit “Fußball”: Soweit ich weiß, braucht es Zusammenhalt, Kommunikation, Durchhalte- und Standvermögen um ein Spiel zu gewinnen. Außerdem Flexibilität, Strategie und das Zusammenwirken aller Spieler, die genau wissen, welche Postion sie spielen.
    Unser erzeitige Pabst wäre für mich als Spieler oder Fan ganz bestimmt nicht die Traumbesetzung als Vereinsvorsitzender! Aber ich könnte es auch nicht ändern, dass er es eben ist.
    Um so wichtiger, dass das Team auf dem Platz, in der Kabine und am Spielrand das Spiel voranbringen. Ihren Job macht.
    Ein Pfarrer könnte nun die Position eines Schiedsrichters einnehmen. Engagiert aber an kein Team gebunden. Neutral. Moderierend.
    Aber berührt einen solchen Pfarrer wirklich, was innerhalb eines Teams los ist? Er darf sich ja gerade nicht einbinden lassen, sich identifizieren, für seine Gemeinde brennen.
    Ein Pfarrer kann sich aber auch als Trainer einbringen. Er muss sich sicherlich mit seine Mannschft abstimmen – und er muss sie nach deren Fähigkeiten, Kompetenzen, nach bestehenden Regeln und zu einem bestimmten Ziel hin auch leiten.
    Das ist nicht immer nur hamonisch. Aber leidenschaftlich.
    (Ich kann mir Pastor Portz nun allerdings auch in so gar keinem Sportdress vorstellen (o;!)
    Mir ist ein Pfarrer, mit dem ich streiten kann, der aber für etwas einsteht, deutlich lieber als jemand, der es allen recht machen will – und damit scheitern muss. Und er muss sich auch selber treu bleiben können.
    Anders als beim Sport, ist hier der Trainer aber nicht zu entlassen. Und ich würde mir wünschen, dass man sich auf seine Spielführung vielleicht einfach auch mal einließe.
    Ein Blick nach Wassenberg, Mhyl und Orsbeck zeigt nämlich, das er ein ziemlich guter und erfolgreicher Trainer war.

  15. Mathildas ausführliche Kommentare lassen darauf schließen, dass es sich bei ihr um eine echte Expertin handelt, was die Liturgie, die Vorgänge in unserer Pfarrgemeinde und vor allem Pastor Portz betrifft. So sollte sie eigentlich auch wissen, wie sehr sich die im Pfarrleben engagierten Leute bemüht haben, Konflikte konstruktiv im Gespräch zu lösen. Sieg oder Niederlage, das war nie unser Konzept, aber Pastor Portz hat ganz offensichtlich ein machiavellistisches Vergnügen daran, über alles was nicht genau seinen Vorstellungen entspricht, drüberzufahren. Er wurde bei seinem Amtsantritt freundlich aufgenommen, aber er hat immer wieder demonstriert, dass er ein herrschaftliches Priesterbild vertritt, das weder dem Gemeindeverständnis der frühen Christen noch jenem des 2. Vatikanums entspricht. Und diese Sorgen mussten einmal heraus, und es ist zu hoffen, dass Pastor Portz sie ernst nimmt.

    Martha

  16. Elisabeth Johnen

    Ich finde die Diskussion in diesem Block nimmt langsam Ausmaße an, die hier nicht hingehören und dem Frieden in der Gemeinde nicht förderlich sind.
    Daher möchte ich auf die Pfarrversammlung hinweisen, die am Mittwoch, dem 16.03.11 nach der Abendmesse im Pfarrheim stattfindet, wo vernünftig und sachlich diskutiert werden kann und nicht das Medium Internet benutzt wird, wo man schnell etwas geäußert hat, weil man seinem Gegenüber nicht ins Gesicht sehen muss!

  17. Nicht Experte. Aber eine gute Beobachterin und des Umganges mit dem Internet fähig. Pastor Portz einzuschätzen, ist dank seiner unverstellten Art ja nun sehr leicht. Aber wenn man denn einen MENSCHEN vor sich hätte, der – wie es ihm hier unterstellt wird – machiavellistische Züge hat – ist es dann klug, sich mit einem solchen Menschen auf eine Machtprobe einzulassen?
    Im übrigen, wäre er wirklich so herrschaftsbesessen, wie erklären Sie sich dann die verzweifelten Versuche seiner ehemaligen Gemeinden, die nicht etwa um einen Pfarrer, sondern um IHN ganz persönlich gekämpft haben (die Liste der Links wäre zu lang. Einfach mal googlen.). Diese Menchen waren ja vermutlich auch nicht alle unmündige Schäfchen.
    Es liegt mir fern, ihn zu glorifizieren, aber es muss ja nun ein gemeinsamer Weg mit ihm gefunden werden.

  18. Ich verfolge regelmäßig die Beiträge dieses Blogs und denke, dass er langsam groteske Züge annimmt. Gespannt wäre ich, wie Herr Pfr. Portz sich selber äußert. Deshalb schließe mich Elisabeth Johnen an, die auf die Pfarrversammlung am 16.3. hinweist. Dort ist der richtige Ort zur Diskussion mit dem Pfarrer.

  19. Trotz der Hinweise auf die Pfarrversammlung möchte ich mich an dieser Stelle doch noch einmal zum Artikel von Frau Kinkel (Karneval mit dem Orgelbauverein die zweite) äußern. Nicht, weil ich viel Neues oder besonders Wichtiges zu sagen hätte, sondern vielmehr, weil nicht zu schreiben, entweder Gleichgültigkeit oder Zustimmung signalisieren würden. Das aber möchte ich nicht.
    Im Allgemeinen zeichnen sich Karnevalsreden durch ihre subjektive, bewusst überzeichnete Polarisierung aus. Aber hier scheinen mir die Spitzen doch zu weit gegangen zu sein. Bei der Karnevalssitzung des Orgelbauvereins war ich zwar nicht anwesend, doch im eben genannten Artikel ist zu lesen, dass der hiesige Pfarrer nicht die Frohe Botschaft verkünde, sondern vielmehr den Gläubigen drohe. Bisher habe ich an vielen Aktivitäten innerhalb der Pfarrgemeinde teilgenommen und Pfarrer Portz noch niemals drohend erlebt.
    In der Äußerung “Wie ekelt man den Rest noch aus dem Gotteshaus?“ sehe ich ich einen besonders verletzenden Angriff auf die Person des Pfarrers und bezweifle, dass derartige Äußerungen tatsächlich geeignet sind, „Denkprozesse anzustoßen“.
    Vielmehr wurden durch diese, weitere Formulierungen und auch Handlungen im Beitrag der Wehter Vokalisten die religiösen Empfindungen Einzelner tief verletzt. Dies erscheint mir wenig angemessen für einen Denkanstoß.
    Was die Reaktionen aus dem Publikum anbetrifft,
    so habe ich mich beispielweise gefragt, ob ob das Schweigen der
    Menge während des Beitrags beim ein oder anderen nicht vielleicht auch
    ein Schweigen der peinlichen Berührung war.

    Ich hoffe sehr, dass es auf der bevorstehenden Pfarrversammlung zu einem offenen Austausch auf sachlichem Niveau im Sinne eines christlichen Miteinanders kommt.

  20. Ich möchte auch auf die Pfarrversammlung hinweisen und viele ermuntern, dorthin zu kommen. Dennoch sei noch eine zusätzliche Bemerkung erlaubt: Um einen gemeinsamen Weg zu finden, bedarf es des gemeinsamen und zielführenden Miteinanders. Dieses gemeinsame Miteinander habe ich bei Pfarrer Portz leider noch nicht erlebt. Viele Gespräche mit ihm, in denen wir versucht haben, ihm unsere Sorgen mitzuteilen sind schlichtweg an ihm gescheitert. Gerne würde ich mit ihm reden und nicht über ihn, deshalb habe ich mich bislang auch hier rausgehalten. Aber der Versuch, miteinander ins Gespräch zu kommen ist letztendlich gescheitert. Schade.-
    Vielleicht hilft dieser Blogg ja, Pfarrer Portz zum Gespräch, zum Dialog, zum Zuhören zu bewegen!
    Das wäre schön

  21. ich bin auf fast jeder Karnevalsitzung im Pfarrheim gewesen.wie in jedem Jahr sind die “Grazien” aufgetreten und haben ihr Leid geklagt.Wenn man diesen Art von Humor nicht versteht sollte man doch zu hause bleiben.es ist doch nur schade das so eine Veranstaltung Brauchtumskarneval”"soo zerrissen wird.in jeder Büttenrede steckt ein bißchen Wahrheit.

  22. Wie Frau Kinkel schreibt war auch mein Eindruck beim Vortrag der 3 Grazien: es wurde still im Saal. Es hätte Wut, Entsetzen oder Unverständnis bedeuten können – und für einige traf das sicher auch zu – aber wie schreibt Frau Kinkel weiter: „keine andere Darbietung erntete soviel Applaus.“ Und das zeigt, es war kein lähmendes Entsetzen, sondern der Dank an die 3 Grazien, die Problematik so deutlich angesprochen und öffentlich gemacht zu haben.
    Denn eines ist klar: Pfarrer Portz kennt die Sorgen vieler engagierter Pfarrangehöriger. Aber es fällt ihm offenbar schwer, auf diese Menschen zuzugehen. Auf Anfragen gibt es späte oder gar keine Reaktion. Oder es gibt Antworten, die ich hier nicht wiedergeben möchte. Und bisher blieb alles im Verborgenen – das geht nun nicht mehr so einfach.
    Es wäre wichtig und daran führt nun ja auch wohl kein Weg vorbei, dass die problematischen Punkte in der Pfarrversammlung am 16.3. angesprochen und beantwortet werden.
    Der PGR und Pfarrer Portz sollten schnell ein Pastoralkonzept entwickeln, in dem auch die Arbeit der Laien eine deutliche und wichtige Rolle zugesprochen wird und es darf nicht sein, dass bisher engagierte Laien entmutigt werden.
    Zum Schluss wieder aus dem Bericht von Frau Kinkel: „Bleibt zu hoffen … dass die Tücher noch nicht soweit zerschnitten sind, dass sachliche Gespräche mit allen Beteiligten nicht mehr möglich sind.“
    Denn das könnte eine Spaltung innerhalb der Pfarre bedeuten.
    Nun nehme ich noch den letzten Satz von Gerold dazu: Vielleicht hilft dieser Blogg ja, Pfarrer Portz zum Gespräch, zum Dialog, zum Zuhören zu bewegen!
    Das wäre schön

  23. Was ist das köstlich..hier ergreifen “Stimmungsmacher ” das Wort.,..die schon zu Herrn Pfr. Hagens eher sporadisch der regelmäßigen Gottesdienstgemeinde angehörten..!
    Wie gut dass Herr Pfr. Portz dies erkannt hat und endlich versucht, in Langerwehe eine katholische Struktur zu implementieren ! Danke Herr Pfr. Portz !

  24. Angela Theißen, Roermond

    Ich bin schockiert und sitze voller Entsetzen und Unglauben vor meinem Bildschirm und kann nicht glauben, was ich dort alles lese!! Das lähmende Entsetzen, dass die Zuschauer/Zuhörer wohl erfasste, als die einigen Menschen, sehr heiligen Dinge respektlos “durch den Kakao” gezogen wurden, ist wohl von einigen falsch interpretiert worden: Einigen Menschen sprach man wohl aus der Seele, anderen Menschen hat man aber auch brutal vor den Kopf gestoßen! Die auffallende Stille beim Vortrag ist sicher nicht alleine der Zustimmung der Interpretation der Amtsführung der “Gegner” von Pfarrer Portz zuzuschreiben, sondern auch dem lähmenden Entsetzen der Befürworter der Amtsführung von Pfarrer Portz.
    Ja, Pfarrer Portz war auch in der Gemeinde Wassenberg/Myhl/Orsbeck (hier bin ich aufgewachsen, später habe ich in Aachen gelebt, heute wohne ich in Roermond) bekannt für seine Offenheit, seine oft provokanten Äußerungen, seine Direktheit – wir mussten uns, nach Erfahrungen mit einem sehr angepassten Pfarrer- auch erstmal daran gewöhnen, doch wir lernten diese einzigartigen Eigenschaften von Pfarrer Portz schnell zu schätzen: Wir wollten keinen Pfarrer, der vor dem Bistum buckelt und kriecht oder den Menschen nach dem Mund redet. Wir waren ganz schnell stolz auf unseren Pfarrer, der mutig und unerschrocken voranging! Es gab letztendlich kaum einen Menschen in unserer Gemeinde, der nicht mit Pfarrer Portz zurechtkam. Seine Messen zogen immer mehr Menschen auch aus den Nachbargemeinden an, seine Predigten waren legendär, manchmal gab es keine Sitzplätze mehr – doch das machte nichts aus, man stand dann eben. Seine Predigten zu hören war das wert. Jüngere boten den älteren ihren Sitzplatz an, kaum jemand schaute auf die Uhr, wenn Pfarrer Portz predigte.
    Nach den Gottesdiensten konnte man Pfarrer Portz stets am Kirchenportal treffen – er war offen für jeden, man konnte ihn ansprechen, Kritik an seiner Predigt äußern und nie hatte man das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Manchmal “frozelte” man einfach mit ihm herum – doch man hatte immer das Gefühl, jederzeit auch ernsthaft mit ihm sprechen zu können. Er begriff schnell, wenn ein Gespräch ernsthaft wurde – und reagierte sofort darauf! FÜr die Sorgen und Nöte der unterschiedlichsten Gremien der Pfarre war er immer zu sprechen!
    Viele Gemeindemitglieder haben ihm ihre privaten Nöte und Sorgen anvertraut – ihm war kein Termin zu viel, zu spät oder zu lästig!!!
    In die Landgemeinde Langerwehe wurde “unser” Pfarrer Heinz Portz, entgegen das Versprechens von Bischof Mussinghoff, entgegen den ausdrücklichen Wunsches der Gemeinden Wassenberg/Myhl/Orsbeck und letztendlich auch entgegen seinen eigenen Wunsch versetzt. Und das nicht in einem wohl überlegten Plan, der die Belange aller Beteiligten auch nur ansatzweise berücksichtigte, sondern “mal eben so, schnell und unüberlegt” ohne auch nur ansatzweise auf die Gefühle aller Beteiligten auch nur ansatzweise Rücksicht zu nehmen. Oder eben auch seitens des Bistums mit ganz viel Kalkül. (So schlecht ich auch mittlerweile über die Personalentscheidungen seitens des Bistums denke, ich will mir einfach nicht vorstellen,dass man Pfarrer Portz ganz bewusst in eine Gemeinde geschickt hat, wo Reibereien aufgrund von Pfarrrer Portz’ Persönlichkeit und “führenden” Persönlichkeiten” der Gemeinde einfach zu erwarten waren. Hauptsache, wir sind den Querulanten erstmal los, wir zeigen ihm schon, welche Macht wir haben, er muss ja gehorchen.)
    Alle noch so heftigen Proteste gegen die Versetzung von Pfarrer Portz hat das Bistum einfach ausgesessen! Dass Pfarrer Portz einige Tage vor Heilig Abend aus dem Myhler Pfarrhaus ausziehen musste, um die folgenden Tage und Nächte allein in einem vollkommen fremden, kalten und leeren Pfarrhaus in einem fremden Dorf zubringen musste, empfinde ich als unmenschliche Schikane seitens des Bistums. Dem Bistum hier ein bewusstes Vorgehen zu unterstellen,liegt nach den vorhergehenden Lügen und falschen Versprechungen seitens des Bischofs nicht ganz fern – dass müssen auch die “Gegner” von Pfarrer Portz zugeben.
    In Myhl und auch Wassenberg gab es hunderte von Familien, die sich gefreut hätten, wenn Pfarrer Portz in der Heiligen Nacht und während der Weihnachtstage die Geborgenheit der Familie mit ihnen geteilt hätte. Er hätte das nicht gewollt, denn dazu hat er seinen priesterlichen Auftrag zu ernst genommen. Er wollte sich ganz sicher angemessen auf die Liturgie in der Heiligen Nacht vorbereiten.

    Ich konnte Weihnachten 2010 in der Sicherheit und Obhut meiner Familie verbringen – (wie die meisten von Ihnen wohl auch) – Pfarrer Portz verbrachte den Heiligen Abend auf einem provisorischen Bett im Pfarrhaus Langerwehe. Er hat dies alles in Demut angenommen. Trotz der unmenschlichen Entscheidung Bischof Mussinhoffs. Ich habe an diesem Abend und auch an den folgenden Tagen für Pfarrer Portz gebetet. Und ich weiss, ich war da mit meinen Gebeten nicht allein. Auch wenn es manchem lächerlich und “altmodisch” erscheint, zu beten! Und dafür muss ich nicht am Altar stehen, das kann ich auch oder vielleicht gerade aus der Anonymität und Stille heraus tun. Am Altar hat nur ein Pfarrer etwas zu suchen!! Denn all die Laien, so tief gläubig sie vielleicht auch sein mögen, sollten immer noch anerkennen, dass ein Priester sein ganzes Leben Gott geweiht hat und auch nur er daher die Würde besitzt, die Eucharistie am Tisch des Herren zu feiern und diese Freude weiterzugeben.

    Ich bin Lehrerin, würde mir so etwas, wie Pastor Portz passiert ist, passieren, würde ich dies als “Strafversetzung” interpretieren. Allerdings hätte ich die Möglichkeit, mit Hilfe der Gewerkschaft dagegen vorzugehen.

    Pfarrer Portz hatte diese Chance nicht. Dies wusste er, als er sich entschieden hat, Priester zu werden. Die Kirche ist nun mal hierarchisch aufgebaut, aber das dies ihn einmal so sehr verletzen würde, obwohl er seinen Job hervorragend gemacht hatte, hätte er wohl auch nicht gedacht. Aber er hat sich den Entscheidungen Bischof Mussinghoffs gebeugt und die Stelle in Düren angetreten. Davor habe ich tiefen Respekt.

    Und nun sitzt dieser hervorragende Hirte, Pfarrer, Kirchenrechtler, Pädagoge, Seelsorger, Lehrer, ein Mensch, der in den Gemeinden Wassenberg/Myhl/Orsbeck gerade wegen seiner tiefen Gläubigkeit anerkannt, geliebt, beliebt war, der hervorragende Arbeit in Schulen und Kindergärten und in der Jugendarbeit geleistet hat, der besonders bei den örtlichen Vereinen (Kirchenchor, Schützen, Feuerwehr, Karnevalsverein, …) mehr als beliebt war, der vielen Gemeindemitgliedern jederzeit eine seelsorgerische Anlaufstelle war, der für die künstlerische Gestaltung der Pfarrkirchen der Gemeinden immer offen war in Langerwehe.
    Ich glaube sagen zu können, dass die GdG Wassenberg sich Pfarrer Portz aus ganzem Herzen zurückwünscht!!
    Ich bitte meine Mitchristen in Langerwehe in Gottes Namen: Bitte trauen Sie sich, entgegen der Parolen der Dorf”herrscher” Pfarrer Portz als den Menschen “Heinz Portz” anzusehen! Wenn Sie ihr Herz öffnen, wird er es ebenfalls tun. Trauen Sie sich, den ersten Schritt zu machen Sie werden ein Juwel finden! Das Juwel, das wir hier in Wassenberg/Myhl/Orsbeck verloren haben und uns schmerzlich zurückwünschen!!

    Ich lebe längst nicht mehr in der Gemeinde Wassenberg/Myhl, sondern ca. 15 km entfernt, doch ich fühle mich noch stets meiner alten Heimatgemeinde eng verbunden. Ich habe im Laufe meiner Sozialisation viele verschiedene Priester erlebt, doch neben Pfarrer Nießen, der meine Kindheit mit geprägt hat, wird Pfarrer Portz mir stets in besonderer Erinnerung bleiben.
    Angela Theissen

  25. Natürlich ist es nicht leicht sich von lieben Gewohnheiten zu trennen. Doch in allem neuen liegt auch etwas gutes. Ich bin eines dieser mündigen Schäfchen und kann nur sagen die Gemeinde Langerwehe sollten froh sein Pfarrer Portz als SEELSORGER zu haben. Eines ist ganz klar, egal wo der “Chefsessel” neu besetzt wird, nie sind alle zufrieden. Ob nun die Angestellten oder Ehrenamtler, es gibt immer jemanden der sich ungerecht behandelt fühlt, in seinem Tun nicht wergeschätz. Doch eins sollte mann sich selbst fragen, könnte ich einem solchen Druck stand halten. Der Seelsorger ist mitlerweile, in einer Gemeinde mit 8 Pfarren, der Chef eins mittelständigen Betriebes. Das ist keine leichte Aufgabe. Es gibt auf diesem Planeten niemanden der es allen Recht tun kann.
    Langerwehe kann nur gewinnen, denn aus Erfahrung kann ich sagen das Pfarrer Portz einen Weg für seine Gemeinden geht und nicht gegen sie. Hat nicht jeder eine CHANCE verdient?
    In diesem Sinne auf ein GUTES MITEINANDER!!!!!

  26. Ich melde mich noch mal zu Wort.
    Hat nicht jeder Beruf seine bestimmte Kleidung?
    Seid doch mal ehrlich, würde sich irgendwer über einen Artz in seinem weißen Kittel, einen Handwerker im Blaumann, einen Polizisten in seiner Uniform usw. aufregen? So ist es eines Priesters Pflicht für jeden erkennbar aufzutreten. Und wenn es zum eigenen Selbstverständnis gehört auch eine Sutane zu tragen ist es doch nicht verwerflich. Ganz im Gegenteil! Wäre es nicht völlig neben der Sache, zum Beispiel in kurzen Hosen und Blumenhemd, am Altar zu stehen? Würde nicht dann genauso geurteilt?
    Und noch etwas möchte ich zu bedenken geben. Es ist schon eine “starke” Leistung sich so gegen seinen Chef zu stellen. Es gibt ein Handbuch für Küster und Organisten in dem kann Mann nachlesen welches Verhalten erwartet wird. Zum Glück hat Pfarrer Portz soviel Geduld und Gelassenheit nicht gleich aus der Haut zu fahren. In der freien Wirtschaft hättet Ihr solch ein Benehmen nicht überlebt.

  27. Es wäre in der Tat mehr als “völlig daneben” wenn Pastor Portz in kurzen Hosen und Blumenhemd am Altar stünde (aus vielen Gründen! :o), aber die Frage, was er wann trägt, ist vermutlich nicht weniger eine Symboldebatte als die darüber, wann wer genau wo während der Litugie steht. Offenkundig liegt hier doch ein kirchenpolitischer Richtungsstreit vor, der sich hier und da zu Recht und hier und da zu Unrecht an vermeidlichen Äußerlichkeiten entzündet. Und wohl auch jetzt ansteht ernsthaft geführt zu werden.
    Und es ist auch wohl auch so, daß es mit Pastor Portz einen Richtungswechsel geben wird. Frage ist: wer kann ihn zu welchen Konditionen mitgehen, wer nicht, wer wird dadurch vielleicht auch wieder angesprochen, der sich in der Vergangenheit abgewendet hatte…?
    Ich habe davor keine Angst.
    Weil nichts so heiß gegessen wie gekocht wird, weil unsere Gemeinde nie nur so oder so aufgestellt war und es auch nicht sein wird. Ich fürchte auch keine Art von “Gleichschaltung”, sondern denke, daß es auch weiterhin bunt zu gehen wird. Wenn alle ein wenig Gelassenheit an den Tag legen und nicht in jeder Uneinigkeit einen Generalangriff auf Gewohntes (und auf ihre Pfründe) sehen würden.
    Ich persönlich finde es ganz gut, daß wir in dem, was hier in den lezten Jahren üblich war/ wurde mal kritisch angefragt werden. Schon damit man vor einer inneren Betreibsblindheit die Augen noch mal öffnet und fragt, was denn gut und sinnvoll war/ ist und was nicht. Wo etwas geändert werden müßte und wo nicht. Wo man Kompromisse finden kann und wo nicht.
    In diesem Sinne ist es mir ziemlich egal, ob Pastor Portz Soutane (es gibt Unkleidsameres), Birett, “Baßgeige” oder Hawaihemd und Jeans mit Birkenstock trägt. Wogleich ich ersteres seinem Amt angemessener finde.
    Einer Sache möchte ich hier allerdings ganz ausdrücklich widersprechen, nämlich der, daß Pastor Portz nicht auf Menschen zugehen könnte. Ich weiß ja nicht, wie Sie auf ihn zugegangen sind, daß er sich Ihnen dann verweigert hat!? Ich kenne Ihn in der Auseinadersetzung hart, im Miteinader loyal und als Seelsorger offen ist. Er kann da nämlich differenziern. Wie man in den Wald ruft…
    Ich empfehle allen ein Selbstversuch!

  28. Danke Frau Theissen.

  29. Frau Theissen, Sie haben absolut Recht!!!
    Es ist wirklich unbegreiflich wie die Bistums “Leitung” mit ihren Priestern umgeht. Uns Christen nicht ernst nimmt.
    Schon jetzt ist zu spüren wie alles, was Pfarrer Portz in der Zeit seiner Seelsorge in unseren Gemeinden aufgebaut hat, Stück für Stück kaputt geht. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie es in 9 Jahren, so lange war Pfarrer Portz in unserer Gemeinde SEELSORGER, um unsere Pfarren bestellt ist. Wirklich traurig.
    Es bleibt nur zu hoffen dass die Langerweher erkennen welches Glück sie haben und Pfarrer Portz eine ehrliche Chance bekommt.

  30. Hallo Anna,

    ich habe auch diesen Eindruck vom Bistum aber daneben auch die Meinung, dass Herr Pfr. Portz manche Ehrenamtler aus Langerwehe nicht für voll und mitarbeitsfähig hält.

  31. Woher kennt die Frau Theißen bloß das “provisorische Bett” von dem Herrn Pfarrer?

  32. Hallo Margarete,
    vielleicht liegt es ja daran dass sich der eine oder andere Ehrenamtler/in der Bedeutung des Wortes nicht bewusst sind, mit EHRE ein AMT zu übernehmen was nicht heißt, ICH entscheide was und wie ICH es tue. Natürlich hat Zusammenarbeit, auch im Ehrenamt, immer auch etwas mit Sympathie, auf beiden Seiten, zu tun. Aus Erfahrung kann ich sagen, Pfarrer Portz weiß wie wichtig Ehrenamtler/innen sind. Z.B. Kommunion.- und Firmvorbereitung,
    Lektoren und noch vieles mehr wo sie gebraucht werden. Doch es zeigt sich wie in jedem “Unternehmen”, es braucht nur einen der zum Aufstand ruft und schon gibt es Ärger. Also, ich kann nur wünschen das die Sorgen der Langerweher Gemeinden nicht größer werden.

  33. Hallo Anna,

    das war genau der Punkt am Anfang, dass “er” massiv demonstrieren wollte, wer das Sagen hat und dabei einige der Gutwilligen vor den Kopf gestoßen hat. Aber ich muss zugeben, in dem einen Jahr hat sich auch schon etwas zum Positiven gewendet.

  34. Hallo Margarete,
    schön zu hören das es auch Positives gibt. Ja, “Er” ist schon eine starke Persönlichkeit. Und dennoch,eure Gemeinden haben einen guten Seelsorger bekommen. Wer weiß was dem Bischof noch alles einfällt, dann sied ihr vielleicht froh dass ihr einen Priester habt der nicht gleich klein bei gibt.

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