Die Bloggerin Sandra Kinkel.

Natürlich, und das haben wir an dieser Stelle, schon häufiger betont, ist toepfergemeinde.de ein politisch neutrales Blog, das gerne über Parteien jeglicher Couleur berichtet – solange sie nur demokratisch sind. Dabei bemühen wir uns aber um Ausgewogenheit, was man zum Beispiel daran sieht, dass heute der neue CDU-Ortsverband der “Herrschaft” hier genauso Erwähnung finden, wie der Neujahrsempfang der SPD.

toepfergemeinde.de will aber auch ein kritisches Blog sein, eines, das manchmal den Finger in die Wunde legt, Missstände aufzeigt und über Dinge berichtet, die vielleicht nicht so ganz in Ordnung sind. Dazu haben wir die Kategorie “Nachgedacht” eingeführt, die immer die persönliche Meinung der Bloggerin wiedergibt. Nicht mehr und nicht weniger. Und an dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Wenn Sie anderer Meinung sind als ich, nutzen Sie das Kommentarfeld oder schicken Sie mir eine Mail (toepfergemeinde@web.de). Ich bin für Diskussionen immer offen.

Beim Neujahrsempfang der SPD zeichneten Rolf Kurth (links) und Jens Bröker (rechts) die Mitglieder Gudrun Ozvald und Roman Conzen für 25-jährige Parteimitgliedschaft aus.

Der Neujahrsempfang bei der Wehter SPD ist seit vielen Jahren immer ein gemütlicher Abend mit deftigem Grünkohl und Getränken, bei dem der Ortsverbandsvorsitzende Rolf Kurth eigentlich selten politisiert. Es geht um die Ehrung langjähriger Mitglieder (in diesem Jahr wurden Gudrun Ozvald, Roman Conzen und Rosemarie Krehla für ein Vierteljahrhundert in der Partei ausgezeichnet) und um ein gemütliches Beisammensein.

Die Weihnachtsanzeige der CDU aus dem Mitteilungsblatt.

Aber SPD-Chef Rolf Kurth ist  – zu Recht – sauer. Und deswegen hat er beim Neujahrsempfang im Töpfereimuseum auch seinem Unmut Luft gemacht. Grund für Kurths Ärger ist eine ganzseitige Anzeige der Langerweher CDU im vorweihnachtlichen Mitteilungsblatt der Gemeinde, das am 17. Dezember erschienen ist und an alle Haushalte verteilt wurde. Darin listet die CDU all das auf, was sie in 2010 für die Töpfergemeinde erreicht hat. Und das ist wahrlich Einiges. “In Heistern haben wir”, heißt es beispielsweise in der Anzeige, “220000 Euro in den behinderten gerechten Ausbau des Parkplatzes am Friedhof investiert.” Oder auch: “Mit 2010 geht ein Jahr zu Ende, in dem wir wieder viele neue Entwicklungen anstoßen und umsetzen konnten.” Alles richtig, natürlich. Aber ist die Formulierung “wir haben” in dem Zusammenhang wirklich glücklich? Alleine kann die CDU Langerwehe mit zwölf von 26 Sitzen im Gemeinderat nicht wirklich viel ausrichten. Und genau deswegen haben CDU und SPD ja auch nach der Kommunalwahl einen Koalitionsvertrag unterzeichnet: Die Töpfergemeinde wird von einer großen Koalition regiert. Gemeinsam hat Schwarz-Rot 20 Sitze im Rat. Die allermeisten Entscheidungen im Gemeinderat werden mit großer Mehrheit, viele sogar einstimmig geschlossen. Es herrscht ein gutes Klima bei den Sitzungen, das sicherlich noch dem Führungsstil von Altbürgermeister Franz-Josef Löfgen zu verdanken ist, in dessen Amtszeit unter anderem die interfraktionellen Gespräche in Langerwehe eingeführt worden sind. Rolf Kurth spricht von “geistigem Diebstahl”, wenn er über die Anzeige im Mitteilungsblatt erzählt. Vor allem, weil der Heisterner Parkplatz wohl seine Idee war. Von Ideen-Klau würde ich nicht sprechen. Wohl aber von einem schlechten Stil. Am besten wäre gewesen, die Koalitionspartner hätten sich auch in Sachen Weihnachtsanzeige an einen Tisch gesetzt und einen gemeinsamen Text auf den Weg gebracht. Zumindest aber hätten die Herrschaften der CDU so viel Größe besitzen müssen, und die gute, fruchtbare Zusammenarbeit in der Koalition und im Langerweher Gemeinderat in ihrer eigenen Anzeige erwähnen sollen, meint Sandra Kinkel.

Ein Kommentar zu “Nachgedacht: Schlechter Stil”

  1. Herzlichen Dank Frau Kinkel für diesen objektiven
    Bericht!
    MfG – Rolf K u r t h

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