Archiv für Oktober, 2010

Auf dem Sportplatz in Schlich ist es am Freitagabend bei einem Spiel zweier Jugendmannschaften zu Zwischenfällen gekommen. Zunächst trat ein Betreuer der Gastmannschaft, ein 24-jähriger Dürener, während des Spiels aus Unmut über Spielverlauf und Schiedsrichterentscheidungen eine Bande am Spielfeldrand ein und verursachte dadurch Sachschaden in Höhe von zirka 400 Euro.

Nach Spielschluss kam es dann im Sportheim auf dem Kabinenflur zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Zwei Spieler der Gastmannschaft, ein 14-jähriger Jülicher sowie ein ebenfalls 14-jähriger Dürener, schlugen auf den Torwart der gegnerischen Mannschaft, einen 14-jährigen Langerweher, ein und verletzten diesen im Gesicht.

Beide Vorfälle wurden von der Dürener Polizei vor Ort aufgenommen.

Das Freilichtmuseum in Kommern ist immer eine Reise wert.

Der toepfergemeinde.de-Sonntagstipp führt heute ins Freilichtmuseum nach Kommern in der Eifel. Hier kann man  mit allen Sinnen erleben, wie früher im Rheinland gelebt und gearbeitet wurde.

Eine idyllische Blumenwiese in Kommern.

Auf dem 95 ha großen Gelände finden Sie derzeit 65 historische Gebäude aus der ehemaligen preußischen Rheinprovinz. Bauernhöfe, Wind- und Wassermühlen, Werkstätten, Gemeinschaftsbauten wie Schul- und Backhaus, Tanzsaal und Kapelle stehen beispielhaft für das Bauen, Wohnen und Wirtschaften der Landbevölkerung seit dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die Baudenkmale sind eingebettet in eine Museumslandschaft mit Äckern, Bauerngärten und Obstwiesen.

Von Langerwehe nach Kommern sind es übrigens knapp 38 Kilometer, für die man um die 50 Minuten Fahrtzeit mit dem Auto rechnen muss. Die Strecke führt durch die Eifel. Das Freilichtmuseum Kommern, das sich in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland befindet,  in der Eickser Straße in Mechernich-Kommern, Telefennummer 02443 9980-0,  ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 5,50 Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kommen umsonst rein.

Ein besonderes Highligh in dieser Jahreszeit ist das Martinsfest im Kommerner Freilichtmusem. Hoch zu Ross auf dem Dorfplatz vor den von Kerzen beleuchteten historischen Bauernhäusern begrüßt Sankt Martin in Gestalt des römischen Offiziers die Scharen, die auffällig viele traditionelle Laternen und Rübenfackeln mitgebracht haben: Großeltern mit ihren Enkelkindern, junge Familien mit Kinderwagen… Seit Jahren reisen sie aus einem immer größeren Umkreis zum Freilichtmuseum Kommern an, wenn dort wieder der „Martinszug wie früher auf dem Dorf” stattfindet. Am Sonntag, 7. November um 17 Uhr, startet er zum neunten Mal.

Das Martinsfest im Freilichtmuseum. Alle Fotos: Landschaftsverband Rheinland

Am Freitag zuvor, diesmal am 5.November, können Kinder und Eltern im Freilichtmuseum unter Anleitung Rübenlaternen herstellen, so wie es die Bauernkinder einst machten. Vor Beginn des Umzugs übt ein „Dorflehrer” des Museums mit den Kindern und Angehörigen traditionelle Martinslieder ein. Auch längst unbekannte Melodien und Texte sind dabei. An anderem Ort, in einer Scheune, erzählt eine „Museumsbäuerin” den Kindern die Legende, die sich um den Heiligen Martin rankt. Und auch die „rheinische Variante”, in der die klappernden Gänse den sich versteckenden Heiligen verraten. Fünf Musikvereine intonieren die Martinslieder, wenn der Martinszug durch das Freilichtmuseum zieht. Feuerwehrleute in historischen Uniformen begleiten die Zuggemeinde, leuchten ihr mit Pechfackeln den Weg – vorbei an Bauernhöfen und Windmühlen im Kerzenschein und „Lebenden Bildern”, die auf das Leben des Heiligen Bezug nehmen. Am großen Martinsfeuer, mitten im Museumswald, wird Sankt Martin seinen Mantel mit einem Bettler teilen… Den Abschluss bildet die Bescherung der Kleinen: Im über 100 Jahre alten Tanzsaal des Museums wird Sankt Martin die Weckmänner ausgeben, die in den Steinbacköfen des Museums gebacken worden sind. Dazu gibt es Kinderpuntsch – und für die erwachsenen Begleiter auch den Glühwein. Die Teilnahme am Martinszug ist gratis: denn ab 16 Uhr ist der Eintritt in das zweitgrößte Freilichtmuseums Deutschland frei. Dennoch wird um Anmeldung gebeten, damit der Zug gut organisiert und eine ausreichende Zahl an Martinswecken garantiert werden kann.

Wer noch mehr über das Freilichtmuseum wissen möchte: ein Klick genügt und zwar genau hier!

Roland Schubert und seine Ehefraun Petra.

Roland Schubert und seine Ehefraun Petra.

Roland Schubert ist Heisterner. Seine Eltern Alfons und Christa leben immer noch hier, engagieren sich sehr im Förderkreis des Töpfereimuseums und in der Langerweher Mittelaltergruppe “Wehter Kumpaney”. Und deswegen berichtet toepfergemeinde.de heute sehr, sehr gerne über Roland. Weil er, auch wenn er nicht mehr in Langerwehe lebt, der Töpfergemeinde immer noch sehr, sehr verbunden ist. Naja, und natürlich, weil es über Roland jede Menge zu berichten gibt. Roland tanzt nämlich mit seiner Frau Petra Boogie Woogie, aber nicht nur irgendwie und ein bisschen. nein Roland und Petra werden heute, am 30. Oktober 2010, in München um den Weltmeister-Titel in München tanzen. Roland Schubert ist also quasi ein Ex-Langerweher auf dem Weg zum WM-Titel. Toll, oder?

Die beiden Dürener Paare nach der Deutschen Meisterschaft.

„Ein Platz auf dem Treppchen wär schon richtig toll.“ Roland Schubert lehnt sich auf seinem Stuhl bequem zurück und lächelt. Fast sieht es ein bisschen so aus, als würde der 39-jährige Berufssoldat aus Nörvenich schon von der Siegerehrung träumen. Und dann sagt er es nochmal: „Ja, ein Platz auf dem Treppchen wär schon sehr, sehr toll.“ Und vielleicht stehen Roland Schubert und seine Frau Petra (39) sowie Hedy (49) und Willi Waschmann (50) ja heute Abend wirklich auf dem Treppchen. So wie bei den Deutschen Meisterschaften in Kalkar am Niederrhein. Da sind die vier Dürener nämlich gemeinsam mit der Solinger Boogie-Woogie-Formation „Back Beat Boogies“ zweiter geworden. Und haben sich für die Weltmeisterschaften in München.  Seit vielen Jahren gehört Boogie Woogie, der Rock`n`Roll der 50er Jahre, zur großen Leidenschaft der Schuberts und Waschmanns. Alle vier lieben die Musik, die Kostüme, das Tanzen macht ihnen einfach großen Spaß. Alle vier sind zudem beim „1. Rock`n`Roll-Club Düren“ aktiv, haben als Einzelpaare viele Meisterschaften getanzt und kannten daher auch die Verantwortlichen der Solinger Formation. „Denen fehlten zwei Paare“, so Roland Schubert. „Und da haben die uns gefragt, ob wir nicht bei ihnen mitmachen wollten.“ Und die Dürener wollten, nicht zuletzt auch, weil sie wussten, dass in Solingen auf sehr hohem Niveau getanzt wurde. Roland Schubert: „Wir haben schon mit dem Ziel mitgemacht, bei den Deutschen Meisterschaften einen  vorderen Platz zu belegen.“  Seit Mai hat „Back Beat Boogies“ jeden Sonntag vier Stunden trainiert, seit August dann auch noch dienstags abends. Eine ziemliche Belastung, schon allein wegen der 75 Kilometer Fahre. Eine Strecle, wohl gemerkt, von Haustür zu Haustür.  „Für uns war das schon eine Herausforderung“, sagt Hedy Waschmann. „Nicht, weil wir nicht auf hohem Niveau tanzen. Aber wir sind eben nicht so Formationserprobt.“ Und Ehemann Willi ergänzt: „Die Synchronität, das Tanzen verschiedener Bilder und die Positionswechsel waren schon Neuland und auch eine Herausforderung für uns.“   Eine Herausforderung, die sich aber gelohnt hat. „Ganz ehrlich“, sagt Hedy Waschmann, die neben Job und Tanzen mit ihrem Mann auch noch Halbmarathon läuft, „der zweite Platz war für uns eine riesige Überraschung. Da haben wir nicht mit gerechnet. Aber umso größer ist natürlich die Freude.“

Bis gestern stand für Petra und Roland Schubert und Hedy und Willi Waschmann jetzt noch mehr intensive Probenarbeit auf dem Programm. Klar, auch wenn die „Back Beat Boogies“ in München natürlich den gleichen  Drei-Minuten-Tanz präsentieren wie in Kalkar bei den Deutschen Meisterschaften. „Etwas anderes wäre auch gar nicht möglich“, sagt Hedy Waschmann. Wie ihre Chancen bei den Weltmeisterschaften stehen, können die vier Dürener schwer einschätzen. Roland Schubert: „Wir wissen nicht, wer nach München kommt.“ Und Ehefrau Petra ergänzt: „Wir wollen nur nicht letzter werden. Alles andere wäre schon gut.“ Es ist eben auch bei den Boogie-Woogie-Weltmeisterschaften ein bisschen der olympische Gedanke, der zählt. Für Roland Schubert auch? „ich glaube wirklich, dass ein Platz auf dem Treppchen drin ist“, sagt er. „Und das wäre echt das Größte.“

Also, liebe Leute, bitte, bitte für Roland und Petra, die Waschmanns und die Solinger Boogie-Woogie-Formation tüchtig Daumen drücken. Und wenn Ihr einmal gucken wollt, wie die tanzen – bitte sehr!

In Langerwehe entsteht demnächst ein drittes Gewerbegebiet. Wenn es nach der Gemeindeverwaltung geht, soll hier unter anderem ein großer Supermarkt entstehen. Ist das sinnvoll?

Von der Resonanz auf unseren Blogeintrag “Braucht Langerwehe wirklich einen modernen Vollsortimenter” waren wir selbst überrascht. Viele, viele Menschen aus Langerwehe und Umgebung haben uns geschrieben und mitgeteilt, was sie sich für “ihre” Gemeinde Langerwehe wünschen. Dafür vielen, vielen Dank. Einige Meinungen wollen wir heute hier veröffentlichen, weitere werden demnächst folgen. Vier Kommentare finden Sie direkt beim Artikel von Mittwoch.

Andreas Schmitz-Schunken zum Beispiel schreibt: “Ich persönlich benötige keinen Vollsortimenter, wo die Hälfte aller Nahrunsmittel weit vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit weggeworfen wird… Ich brauche keine Auswahl von 200 glutamatverseuchten Tütensuppen und Fertiggerichten. Lieber hätte ich einen kleinen Laden mit Produkten aus der Region.”

Ähnlich sieht das auch Marlies Meier. Sie hat uns angerufen und gesagt: “Wir brauchen endlich wieder einen Supermarkt in der Ortsmitte. Wenn Frau Klapper ihr Geschäft eines Tages zumacht, stehen wir alten Leute doch auf dem Schlauch. Ich kann nicht mehr zu Fuß bis zum Netto an der Schönthaler Straße.” Frau Meier ist 81 Jahre alt. “Man will doch selbstständig bleiben”, sagt sie. “Aber an die Alten denkt ja keiner.” Für Manfred Breuer ist genau das ein Fehler. Er findet, dass es nicht reicht, neue Seniorenwohnungen in Langerwehe zu bauen. “Senioren müssen natürlich irgendwo wohnen. Aber sie müssen auch irgendwo einkaufen können. Und zwar am besten zu Fuß.”

Jeannine Schmidt dagegen hält das von der Gemeinde geplante  Bistro an der Hauptstraße für eine gute Idee. “Für junge Leute gibt es in Langerwehe viel zu wenig Möglichkeiten, auszugehen. Das wäre toll, wenn sich daran mal etwas ändern würde.”

Heinz Herten, Vorsitzender der IV "Pro Langerwehe"

Auch die Mitglieder der Interessenvertretung der Langerweher Einzelhändler, Freiberufler und Geschäftsleute “Pro Langerwehe” haben der Redaktion von toepfergemeinde.de eine ausführliche E-Mail geschrieben. Darin schreibt Heinz Herten: “Zu dem Gutachten von Dipl.-Geogr. Rainer Schmidt-Illguth sei gesagt, dass man, vorsichtig gesagt,  auch gewisse Zweifel haben kann.” Herten präsentiert ein Gutachten aus dem Jahr 2001, das auch die Gemeinde Langerwehe in Auftrag gegeben hat. Auszüge daraus liegen toepfergemeinde.de vor. Der Gutachter war seinerzeit Dr. Paul G. Jansen von der Firma “Stadt- und Regionalplanung” aus Köln. Herr Dr. Jansen hat ermittelt,  dass 98,6  Prozent aller Langerwehe ihre Nahrungs- und Genussmittel in Langerwehe kaufen. Heinz Herten: “Der Wertezuwachs an Nahrungs- und Genussmitteln hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich erhöht. Weiterhin ist in der Zwischenzeit der ehemalige Plus größer und als Nettomarkt attraktiver worden. Und auch der Norma-Markt  hat sich deutlich vergrößert. Die seinerzeit zugrundegelegte Einwohnerzahl war 13.638. Heute hat Langerwehe 13.757. Das heißt, dass Langerwehe-Pier bei dem damaligen Gutachten schon berücksichtigt wurde.”  Ein Ärztehaus halten die Mitglieder der IV “Pro Langerwehe für absolut unrealistisch. “Dass wir in Langerwehe in Sachen Einzelhandel gewisse Defizite haben”, so Herten, “bestreiten wir ja gar nicht. Aber wir sollten realistisch sein uns mit Vorhaben beschäftigen, die eine reale Umsetzung versprechen. ”

Die Redaktion von toepfergemeinde.de hat sich entschieden, an dieser Stelle zunächst Ihre Meinungen einmal unkommentiert stehen zu lassen. Damit sich jeder ein eigenes Bild machen kann. Und seine Meinung noch äußert. Denn eins ist sicher: Das Thema scheint die Langerweher  zu interessieren. Sehr sogar. Und deswegen noch einmal die Bitte: Schreiben Sie uns, was Sie sich für den Ortskern der Toepfergemeinde wünschen. Oder rufen Sie einfach an. Wir freuen uns drauf!

Niek Hoogland

Keramikinteressierte dürfen sich freuen: Für Samstag und Sonntag, 30. und 31. Oktober, lädt das Töpfereimuseum Langerwehe, Pastoratsweg 1, jeweils von 10 bis 16 Uhr zu dem Wochenendworkshop „Engobenmalerei“ mit dem international bekannten Töpfer Niek Hoogland aus den Niederlanden ein.
Hoogland gibt nicht nur eine Einführung in die jahrhundertealte Engobenmalerei, sondern lehrt auch die Herstellung von Schlicker und Engoben sowie die Anwendung verschiedener Dekorationstechniken auf Fliesen und Gefäßen, die die Teilnehmer zuvor gefertigt haben.
Museumsleiterin Dr. Kirsten Ulrike Maaß freut sich, mit Hoogland wieder einen international bekannten und mit vielen Preisen ausgezeichneten Keramiker als Gastdozent im Langerweher Töpfereimuseum begrüßen zu dürfen. Hoogland, 1953 geboren, lebt und arbeitet im niederländischen Tegelen. In Anlehnung an die niederrheinische Töpfertradition stellt er Irdenware her, die er mit weißem Schlicker bemalt und mit bunten Mustern aus Engoben verziert und ihr so seinen ganz eigenen Ausdruck verleiht.
Einige seiner aktuellen Arbeiten sind in der trinationalen Ausstellung „Grenzüberschreitung – Grensoverschrijding“ zu sehen, die das Töpfereimuseum Langerwehe in Zusammenarbeit mit dem „Keramiek Kring Limburg“ (www.keramiekkringlimburg.de) unter dem Motto „Ein Material. Drei Länder. 35 Keramiker. Eine Ausstellung“ bis zum 14. November 2010 präsentiert.
Niek Hoogland und das Team des Töpfereimuseum freuen sich auf begeisterte Workshopteilnehmer. Noch gibt es einige wenige freie Plätze. Informationen und verbindliche Anmeldung für das Seminar „Engobenmalerei“ mit Niek Hoogland am 30. und 31. Oktober unter 0 24 23/44 46 oder auf der Homepage des Töpfereimuseums. Ein Klick genügt.