Die Kapelle in Obergeich.

Die Kapelle in ihrem Heimatort Obergeich ist fester Bestandteil von Annemie Hertens Leben. Die rührige Vorsitzende des “Kapellenbauvereins Obergeich” ist 72 Jahre alt, die schmucke Kapelle mitten im Ort an der Beethovenstraße zählt inzwischen  75 Lenze. “Mein Vater, mein Bruder und mein Vetter waren alle schon Vorsitzende des Kapellenbauvereins”, erklärt Annemie Herten. “Und jetzt bin ich es halt.”

Am 4. Dezember 1923 wurde in dem Langerweher Ortsteil Obergeich ein Kapellenbauverein gegründet mit dem Ziel, in der Dorfmitte eine Kapelle einzurichten. Nach mehreren Beuchen im Generalvikariat des Bistums Aachen und beim Bauamt des Kreises Düren bekamen die Obergeicher die Baugenehmigung für ihre Kapelle und legten auch gleich los. Am 23. September 1934 war die Grundsteinlegung der Kapelle, aus diesem Anlass wurde auch die erste Heilige Messe am späteren Standort des kleinen Gotteshauses gefeiert. Auf Wunsch des damaligen Schlicher Pfarrers Josef Ossemann wurde die Kaplle unter den Schutz der Heiligen Bernadette Soubirous, der Seherin des berühmten Wallfahrtsortes Lourdes, gestellt. Er war es auch, dem es gelang, eine Reliquie mit einem Haupthaar der Heiligen Bernadette nach Obergeich zu holen. Die steht zwar heute in der Schlicher Pfarrkirche St. Martinus, eine schöne Figur der Seherin in der Obergeicher Kapelle erinnert  aber immer noch an die große Heilige. Und wird zu besonderen Anlässen auch in der Obergeicher Kapelle zur Verehrung gereicht.

In den ersten Jahren übernahmn die Eucharistiner aus Düren, später die Patres von der Heiligen Familie, die Spiritaner aus Broichweiden und die Franziskaner aus Vossenack die seelsorgerische Betreuung der Kapelle.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle schwer zerstört, die Bewohnerinnen und Bewohner von Obergeich sorgten jedoch mit Ausdauer, Zeit und Opferbereitschaft für eine schnelle Instandsetzung. Annemie Herten: “Damals wurden wir sehr unterstützt von den Pfarrern Dr. Bruno Selung und Johannes Heinrich Schmitz. Die haben auch für regelmäßige Gottesdienste an Sonn- und Werltagen gesorgt.”

Die Kapelle, die vor neun Jahren komplett renoviert wurde und mittlerweile ein echtes Schmuckstück in und für Obergeich ist, hat 110 Sitz- und noch einmal rund 60 Stehplätze. Die Damen und Herren vom Kapellenbauverein – immerhin ist mehr als die Hälfte der Obergeicher hier Mitglied – bekommen für ihr Gotteshaus kein Geld vom Bistum Aachen, sie finanzieren ihr Kirchlein komplett selbst. Alle vier Jahre findet ein großes Kapellenfest mit Losverkauf, Kinderbelustigung, Grillbude und Cafeteria statt. Und so konnten unter anderem ein Toilettenanbau, eine neue Heizung  und die Sanierung des Daches realisiert werden. “Die Obergeicher hängen alle sehr an ihrer Kapelle”, sagt Annemie Herten. “Das ist wirklich wahr. Auch wenn leider nicht sehr viele aktiv mitarbeiten. Aber immerhin haben wir jetzt ein paar junge Männer bei uns im Vorstand.” Klar, dass die Kapelle bei den Dank Pfarrer Bernhard Gonmbert, der derzeit die Gläubigen in Schlich und damit auch in Obergeich betreut, immer noch regelmäßig stattfindenden Gottesdiensten nicht besonders voll ist. “Aber”, so Annemie Herten, “am Wochenende als Pfarrgemeinderatswahlen waren, hatten wir einen Rekordbesuch. Da sind 107 Menschen zu uns in den Gottesdienst gekommen. Das war toll!”

2 Kommentare zu “Ein beliebtes Kleinod – die Kapelle in Obergeich”

  1. Hallozusammen
    Die Geschichte der Entstehung der Kapelle findet ihr hier:
    http://www.hpbecker.com/HGV/geschichtliches.htm
    Gruß aus Schlich
    Albert

  2. Leider existiert der oben genannte Link nicht mehr!

    Gruß Albert

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