
Heinz Josef Flossdorf (links) und seine Vorstandskollegen von der Matthiasbruderschaft.
Dass Pilgern in Langerwehe ein großes Thema ist, konnten Sie in den letzten Tagen immer mal wieder feststellen. Und um Pilgern geht es auch im heutigen beitrag. Aber nicht zum Pilgern nach Santiago de Compostela, sondern zum Pilgern nach Trier. Die Schlicher Matthiasbruderschaft feiert Geburtstag.
Der Apostel Matthias war im Langerweher Ortsteil D´horn schon immer eine beliebte Persönlichkeit. Schon im späten 17. Jahrhundert soll es hier eine Matthias-Bruderschaft gegeben haben. Grund hierfür könnte die Nähe des Ortes D´horn zum Kloster Schwarzenbroich sein, das der Legende nach errichtet wurde, nachdem Graf Werner von Merode der Apostel Matthias erschienen ist.
Im Jahr 1985 jedenfalls hat sich in D´horn wieder eine Matthias-Bruderschaft gegründet, die jetzt ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert hat.
Die Pfarrkirche St. Martinus in Langerwehe-Schlich war am Sonntagmorgen bis auf den letzten Platz gefüllt, als Pfarrer Heinz Portz, Pfarrer Bernhard Gombert und Pfarrer Hubert Müllers die Geburtstagsfeierlichkeiten mit einem Gottesdienst eröffneten. Pilgern, so Pfarrer Portz, das bedeute unterwegs zum Gnadenbild des Heiligen Matthias zu sein und gestärkt und auch ein wenig verwandelt wieder zurückzukommen.
Die Tradition des Matthias-Pilgerns nach Trier ist schon 1984 durch den damaligen D´horner Pfarrer Hubert Müllers wieder zum Leben erweckt worden. Müllers, gerade neuer Pfarrer in Schlich und D´horn, geworden, regte an, gemeinsam mit seiner Heimatgemeinde Korschenbroich nach Trier zu pilgern, Schon ein Jahr später, am 10. Mai 1985, pilgerten 20 Männer und Frauen zu Fuß von Schlich nach Trier, wenige Tage später führte auch eine Buswallfahrt in die Moselstadt. Die Menschen waren vom Pilgern ergriffen und begeistert, am 15. August wurde die „St.-Matthias-Bruderschaft der Pfarre D’horn“ gegründet. Heinz-Josef Floßdorf ist seitdem Brudermeister und Vorsitzender der frommen Gemeinschaft.
Mittlerweile hat die Bruderschaft über 200 Mitglieder. Einmal im Jahr pilgern rund 60 Männer und Frauen zu Fuß zur Basilika St. Matthias in Trier, regelmäßig wird auch eine Buswallfahrt angeboten, seit 1991 gibt es zudem eine Jugendwallfahrt. Heinz-Josef Floßdorf: „Wir legen bis Trier 175 Kilometer zu Fuß zurück, davon um die 50 jeweils an den beiden ersten Tagen. Und mit jedem Schritt tritt der Alltag ein kleines bisschen mehr in den Hintergrund.“ Humor sei immer ein wichtiger Wegbegleiter, unterwegs wird gebetet und gesungen.
Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurden Pfarrer Bernhard Gombert und Hans Scheufeld, Brudermeister der Korschenbroicher-Matthiasbruderschaft zu Ehrenmitgliedern der „St.-Matthias-Bruderschaft der Pfarre D’horn“ ernannt.