Der Rat der Gemeinde Langerwehe wünscht sich ein Verbot der Kameradschaft Aachener Land.

Der Rat der Gemeinde Langerwehe hat sich in seiner jüngsten Sitzung ebenfalls für ein Verbot der Kameradschaft Aachener Land (KAL) ausgesprochen. Grünen-Ratsherr Jens Ferner hatte kurzfristig eine Erweiterung der Tagesordnung beantragt. „Die Kameradschaft Aachener Land“, so Ferner, „ist eine Gruppe von Schlägern, die die Bevölkerung terrorisiert.“ Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Kurth sprach sich deutlich dafür aus, dass der Langerweher Gemeinderat sich für ein sofortiges Verbot der KAL ausspricht. Kurth erinnerte daran, dass hochrangige KAL-Mitglieder seinerzeit in Langerwehe gewohnt hätten.

„Wir wollen hier mit Neonazis nichts zu tun haben“, so Kurth. Obwohl einige Ratsvertreter sich von dem plötzlichen Antrag von Jens Ferner überrumpelt fühlten, und Rudi Frischmuth und Hans-Joachim Riediger (beide FDP) darauf hinwiesen, dass auch Linksextremismus zu verneinen sei, stimmte der Rat einstimmig dafür, per Resolution an das NRW-Innenministerium ein Verbot der KAL zu fordern. Zuvor hatten bereits Aachen und die Räte von Stolberg, Herzogenrath und Baesweiler ein solches Verbot gefordert.

Jens Ferner: „Durch die zeitliche Nähe können wir die Gesamtwirkung dieser Resolution noch vergrößern und vielleicht sogar ein Signal nach Düren schicken, damit die Ratspolitiker sich der Forderung nach einem KAL-Verbot anschließen.“

Ebenfalls Thema der Ratssitzung waren die Dorfwerkstatt Merode und die Zukunftswerkstatt Langerwehe. Beide Gremien hatten erstmals die Möglichkeit, ihre Arbeit den Kommunalpolitikern zu präsentieren. Die unterschiedlichen Arbeitsgruppen, bei denen es um Themen wie Energie, Soziales, Tourismus und Verkehr geht, stellten erste Ergebnisse vor. So sind beispielsweise die Pläne für ein Dorfgemeinschaftshaus in Merode schon weit fortgeschritten. Es gibt bereits einen ersten Entwurf. Gemäß dem Leitbild der Dorfwerkstatt „Tradition ist unsere Zukunft“ soll das Dorfgemeinschaftshaus. wenn es denn überhaupt zu finanzieren ist, architektonisch den alten Höfen von Merode ähneln.

Die Politikerinnen und Politiker bedankten sich für das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder von Zukunfts- und Dorfwerkstatt.

Freuen sich auf die Karnevalssitzung des Orgelbauvereins: Johannes Herten, Frank Hompesch, Bert Graff und Walter Jordans (von links).

Die Proben laufen auf Hochtouren! Am kommenden Samstag, 4. Februar, findet um 19 Uhr im Pfarr- und Jugendheim in Langerwehe bereits zum 13. Mal die beliebte und legendäre Karnevalssitzung des Langerweher Orgelbauvereins statt. Und was im Jahr 2000 eigentlich als Abschiedsabend für die “St.-Martin-Singers” gedacht war, ist heute aus dem Wehter Karneval nicht mehr wegzudenken. Einer der Organisatoren Bert Graff: “Die St.-Martin-Singers hatte der frühere Langerweher Organist Hermann-Josef Hörkens gegründet. Und diese Gruppe ist auch häufiger bei den ‘Löstigen Döppesbäckern’ aufgetreten. Deswegen wollten wir sie mit einer Karnevalssitzung verabschieden.” Dieser Abend war ein so großer Erfolg, dass die Organisatoren sich entschlossen haben, weiter zu machen. Bert Graff: “Seitdem findet die Orgelbausitzung immer zugunsten der neuen Langerweher Orgel statt.” Wenn alles gut läuft, kann es mit der 13. Orgelbausitzung am kommenden Samstag gelingen, die 20000-Euro-Grenze zu knacken.

Von Anfang hat der Langerweher Orgelbaukarneval es sich zur Aufgabe gemacht, Begebenheiten in und aus Langerwehe aufs Korn zu nehemen – Politik, Verwaltung, Geschäftswelt und auch die Wehter Geistlichkeit sind vor den Spitzfindigkeiten der Akteure nicht sicher. Besonders die “Grazien” mit Bert Graff, Johannes Herten und Walter Jordans haben rechtzeitig zur Orgelbausitzung ihren “Giftzahn frisch gefüllt”. Johannes Herten: “In Langerwehe passiert jede Menge, das man aufs Korn nehmen kann. Wir sammeln das ganze Jahr, ich notiere die ganze Themen immer in meinem Handy.” Im September werden dann die wichtigsten und lustigsten Geschichten für den “Grazien”-Vortrag ausgewählt. Bert Graff: “Das sind immer so sechs bis sieben Sachen. Aber wir hätten locker doppelt so viele Begebenheiten, die wir aufs Korn nehmen könnten.” Übrigens haben die “Grazien” in diesem Jahr auch den Einsatz modernster Technik geplant und auch geprobt. “Mehr”, schmunzelt Bert Graff, “wollen wir aber an dieser Stelle nicht verraten.”

Außer den “Grazien” wird auch der frühere Langerweher Seelsorger Rüdiger Hagens gemeinsam mit Werner Gossel ein Zwiegespräch aufführen, genau wie Uschi Nieveler und Christel Dick, der Kegelclub “Keen 9″ mit Wolfgang Stern, Jürgen Brockob, Ferdi Merkens, Gerhard Moonen, Johannes Pelzer und Heiner Hertrampf ist mit von der Partie, Heinrich Dohmen und Marianne Henk machen mit, die Sänger des “Jungen Chores” sowie Anke Veurink, Gerhard Moonen, Frenny Simons und Lothar Kurth, die sich zu der Gruppe “Wehter Puppen” formiert haben. Klar, dass auch Abordnungen der beiden Langerweher Karnevalsgesellschaften “Pannebäckere” und “Löstige Döppesbäcker” dem Orgelbau-Karneval einen Besuch abstatten, aus Eschweiler kommt die Stimmungsband “Inde-Rebellen”.

Bert Graff: “Bei uns ist alles frei: Der Eintritt, aber auch Speisen und Getränke. Wir bitten nur um Spenden für unsere Orgel. Und in all den Jahren hat uns wirklich noch kein Zuschauer ausgenutzt. Das Konzept geht einfach auf.” Insegsamt dauert die Vorbereitung für die Orgelbau-Sitzung rund sechs Monate, außer den Aktiven auf der Bühne, sind noch 20 Helfer mit dabei, die für den Bühnenaufbau und die Verpflegung der Sitzungsgäste sorgen. “Wir haben einfach vor, während und nach der Sitzung immer jede Menge Spaß. Und diese Veranstaltung hat die Gemeinde auch immer zusammen geschweiß, unser ‘Veedel-Gefühl’ irgendwie nach vorne gebracht.”

Für alle, die am Samstag bei der Karnevalssitzung dabei sein wollen, empfiehlt es sich, früh dazu sein, um gute Plätze zu bekommen. Einlass ist ab 18.15 Uhr.

Jahreshauptversammlung beim Eifelverein in Schlich

Eine erfreulich große Anzahl von Mitgliedern des Eifelvereins der Ortsgruppe Schlich war dem Ruf zur Jahresversammlung nach Merode ins Vereinslokal “Wettstein” gefolgt. Nach dem der Vorsitzende Peter Frauenrath die Anwesenden begrüßt hatte, gedachte man den Verstorbenen in einer Schweigeminute. Das vorjährige Versammlungsprotokoll wurde einstimmig angenommen. Den Berichten der Fachwarte schenkte man großes Interesse. Nach dem Bericht der Kassenprüfer erfolgte die einstimmige Entlastung des Vorstandes.

Im Vorfeld zu den Vorstandswahlen wurden vom Vorsitzenden Peter Frauenrath die aus dem Vorstand nach erfolgreicher Arbeit zum Wohle des Vereins Ausscheidenden Inge Heck und Rosemarie Frauenrath mit einem Blumengebinde sowie Karl-Josef Weiß und Siegmar Alfes mit einem Buchgeschenk verabschiedet.

Da sich aus der Vereinsführung nach gut 22 Jahren, Peter  Frauenrath, erster Vorsitzender und Matthias Heck, zweiter  Vorsitzender sowie sechsjähriger Geschäftsführung, nicht zur Wiederwahl stellten, übernahm Edi Floßdorf die Versammlungsleitung. Bei der geheimen Wahl wurde Heinz-Peter Maaßen mit überwältigender Mehrheit zum ersten Vorsitzenden gewählt. Er leitete die weiteren Wahlen. Gewählt wurden als zweiter Vorsitzenden Heinz-Peter Esser, als Geschäftsführerin Marika von Bobrutzki, als erster  Kassierer Jochen Warmbrunn, als  zweiter Kassierer Norbert Braun, zum ersten Wanderwart Hermann Rosenzweig und zum zweiten Wanderwart sowie zur Beisitzerin Renate Rosenzweig, als Naturschutzwart Edmund Frings, zur Jugend-, Familien- und Sozialwartin Rita Giesen, zum Wegewart Günter Peters, als Kulturwart Dieter Steimel und als Medienwart Matthias Heck. Zum Kassenprüfer für vier Jahre wurde Leo Quast gewählt.

Nach einer Beratung des neuen Vorstandes, wurde der Versammlung vorgeschlagen, Peter Frauenrath zum Ehrenvorsitzenden zu wählen. Die Wahl erfolgte einstimmig.

Nach einem Lichtbildervortrag von Günter Peters über Wanderungen und Veranstaltungen aus dem vergangenen Jahr endete eine harmonische Mitgliederversammlung.

Die Bürger von Langerwehe müssen im kommenden Jahr unter dem Strich nur geringfügig höhere Gebühren zahlen. Während die Gebühren für die Müllentsorgung sinken, steigen die Abwassergebühren und das Entgelt für den Winterdienst. Die Gemeindeverwaltung hat in einer Beispielrechnung aufgelistet dass auf den Zwei-Personen-Haushalt Mehrausgaben von zwölf Euro im Jahr zukommen, drei Personen in der Doppelhaushälfte müssen 22,66 Euro mehr zahlen, der Vier-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus wird demnach gegenüber dem laufenden Jahr 25,69 Euro jährlich mehr zahlen müssen.

So paradox es klingen mag: Je weniger Wasser die Bürger verbrauchen, desto mehr müssen sie je Kubikmeter Abwasser bezahlen. 2,95 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser (vorher 2,79 Euro) und 60 Cent je Quadratmeter Niederschlagswasser (vorher 58 Cent) werden im kommenden Jahr fällig.

Der Grund sind die Dauerkosten für Kanäle und Kläranlagen, die auch bei geringerem Wasserverbrauch anfallen und von der Gemeinde gertragen werden müssen. Deutlich teurer werden Straßenreinigung (1,49 Euro je laufendem Meter Grundstück, vorher 1,18 Euro) und Winterdienst (1,53 Euro je Meter, vorher 85 Cent). Hier schlagen sich vor allem die Kosten des vergangenen harten Winters nieder.

Billiger wird hingegen die Müllabfuhr. Die Gebühren für die Restmülltonne bewegen sich zwischen 95,83 Euro für die kleinste Tonne mit monatlicher Leerung bis hin zu 2439,17 Euro für den großen 1,1 Kubikmeter-Container mit wöchentlicher Leerung. Auch die Bio-Tonne (81,77 bis 742,03 Euro je nach Göße) wird preiswerter.

Hier mache sich die gute Arbeit des Zweckverbandes Regio-Entsorgung bemerkbar, freute sich Bürgermeister Heinrich Göbbels im Hauptausschuss. Göbbels: „Die Regio-Entsorgung ist einfach ein Erfolgsmodell.“ Die Friedhofsgebühren bleiben im Vergleich zum laufenden Jahr unverändert.

Bei der Vorstellung der Zahlen waren sich im Hauptausschuss der Gemeinde alle Politiker einig: „Im Vergleich zu den anderen Kommunen im Kreis stehen wir noch sehr gut da.“

Seine erste offizielle Amtshandlung als neuer Ortsvorsteher von Pier hat Dirk Huizing (40) schon hinter sich. „Ich habe einen Antrag bei der Deutschen Post gestellt“, so der SPD-Mann, „dass Pier einen öffentlichen Briefkasten bekommt. Der fehlt uns nämlich hier wirklich.“ Seit dem 1. Januar ist Dirk Huizing ganz offiziell der Ortsvorsteher von Pier, er löst Kurt Hinz (74) ab, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist. „Dirk Huizing“, so der Langerweher SPD-Chef Rolf Kurth, „war sehr schnell bereit, dieses Amt zu übernehmen und darüber sind wir sehr froh. Dieses Ehrenamt ist schon mit ziemlich viel Arbeit verbunden.“

Dirk Huizing ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet als Vertriebsleiter bei einer großen Getränkefirma. „Nach kurzer Bedenkzeit und Rücksprache mit der Familie“, wie er sagt, hat er sich für das Amt des Ortsvorstehers entschieden. Er hat sowohl im alten als auch im neuen Pier direkt neben seinem Vorgänger Kurt Hinz gewohnt. „Und durch ihn“, so Huizing, „bin ich damals auch zur SPD gekommen.“ Dirk Huizing ist Pierer aus Leidenschaft und aus Überzeugung. Er ist Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft „Rot-Weiß Pier“ und nennt als weiteres Hobby noch „Wohnen“ und meint das ganz ernst. „Wir wohnen ganz toll“, schwärmt er. „Bei gutem Wetter können wir von unserem Garten sogar den Kölner Dom sehen. Das ist Wahnsinn.“

Weiterhin Seniorennachmittage

Dirk Huizing weiß aber auch, wo es in seinem Dorf brennt, abgesehen von dem fehlenden Briefkasten für die 431-Seelen-Gemeinde. „Es hat hier regelmäßig Seniorennachmittage gegeben, zu denen zuletzt auch über 120 Männer und Frauen gekommen sind. Das RWE plant jetzt, diese Feiern nicht mehr zu finanzieren. Ich fände es sehr schade, wenn diese Seniorennachmittage nicht mehr stattfinden könnten. Dagegen möchte ich unbedingt etwas tun.“

Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) freut sich sehr über den neuen Ortsvorsteher für Pier und dankte auch Kurt Hinz für sein Engagement für die Gemeinde. „Ich denke“, so Göbbels, „dass Dirk Huizing und ich in Zukunft viele gemeinsame Termine haben. Ich wünsche ihm für seine neue, sehr verantwortungsvolle Aufgabe eine gute Hand und viel Erfolg.“